HolzART Alles andere als auf dem Holzweg

Heike Schülein (27)
Übergabe des Pressespiegels im Landratsamt: (von links) Kreiskulturreferentin Gisela Lang, Gisela Gülpen, Forstbetriebsleiter Fritz Maier, Landrat Klaus Löffler, Ingo Cesaro und Bürgermeister Oliver Plewa. Foto: Heike Schülein

Wie erfolgreich das Kunstprojekt mit den kreischenden Kettensägen 2021 lief, ist schwarz auf weiß belegt. Heuer soll es daher wieder in komprimierter Form stattfinden.

Kronach - Seit 1998 gibt es die „HolzART“ Kronach. Bis auf eine Pause in den Jahren 2017 und 2020 fanden alljährlich auch weit angereiste Künstler den Weg nach Kronach. Von Anfang an handelte es sich dabei um „offene Ateliers“, um den Künstlern über die Schultern schauen zu können. Die Ateliers konzentrierte man nicht auf die Kreisstadt, sondern verteilte sie über den Landkreis. Die 23. Ausgabe des internationalen Kunstprojekts konnte 2021 „lediglich“ in kompakter Form stattfinden – und so wird es auch heuer sein.

„Es ist wichtig, die HolzART nach außen zu tragen – gerade auch für die Teilnehmer“, betonte der Organisator und Initiator Ingo Cesaro bei der Übergabe des Pressespiegels im Landratsamt, damit diese bei der Bewerbung für andere Veranstaltungen etwas zum Vorzeigen hätten. Sehr freute er sich, dass die HolzART XXIII nach Absprache mit Landrat Klaus Löffler und dem Mitwitzer Bürgermeister Oliver Plewa – trotz Erschwernisse durch die Corona-Pandemie sowie der angespannten finanziellen Situation – im Vorjahr in kompakter Form überwiegend in Mitwitz stattfinden konnte. Großer Dank gebühre in diesem Zusammenhang den Bayerischen Staatsforsten für die unerwartet hohe Spende.

Aufgrund dieses großen Engagements war auch der Bildhauer Michael Alexandrov in Nordhalben zugange, während seine Künstlerkollegen Ralf Klement, Michael Pickl und Daniel Amadeus Michel in Mitwitz die Kettensägen kreischen ließen. Die Ergebnisse konnten sich mehr als sehen lassen. Voller Freude dachte der Kulturvermittler zurück an die ebenfalls erstmals im Park des Wasserschlosses stattfindende Ergebnis-Ausstellung, wohin auch das Werk von Michael Alexandrov transportiert worden war. „Das Problem sind immer die Finanzen“, bedauerte er – und das trotz sehr sparsamen Wirtschaftens. Größte Anerkennung zollte er seiner langjährigen Verbindung ins Landratsamt, der scheidenden Kreiskulturreferentin Gisela Lang. Aufgrund des Wegfalls der Stiftung als Hauptsponsor hatte der Landkreis 60 Prozent der Kosten getragen.

„Es geht nur im Miteinander“, schloss sich der Landrat an. Als „Botschafter par excellence“ trage Ingo Cesaro die Heimat weit über die Grenzen hinaus in die weite Welt. „Der Landkreis steht auch weiterhin an Ihrer Seite“, versicherte er. Die traditionelle Übergabe des Pressespiegels erfülle ihn heuer auch mit etwas Wehmut; sei doch Gisela Lang letztmals offiziell in ihrer Funktion als Kreiskulturreferentin dabei. Voller Herzblut und größtem Engagement habe sie in den letzten 36,5 Jahren fantastische Arbeit für die Kunst und Kultur im Landkreis geleistet.

„Zerstört ist schnell, aufgebaut ist schwer“, verinnerlichte Gisela Lang. „Die Kultur ist mehr als lediglich ein ‚Sahnehäubchen’: Das ist ein Wirtschaftsfaktor, der sich rechnet.“ So sahen es auch Bürgermeister Oliver Plewa sowie Fritz Maier von den Bayerischen Staatsforsten. Plewa zeigte sich begeistert vom traumhaften Stimmungsbild, das sich bei der letzten HolzART im Herbst im Mitwitzer Schlosspark geboten habe. Die Bevölkerung habe es sehr zu schätzen gewusst, dass solch hochkarätige Künstler nach Mitwitz gekommen seien. „Es waren immer Leute vor Ort, die ihnen bei der Arbeit zugeschaut und die Fortschritte beobachtet haben“, berichtete er.

Auch für ihn sei die HolzART ein Highlight des vergangenen Jahres gewesen. Projekte wie diese erzeugten echte Wertschöpfung. Besonders hob er auch die Gastfamilien um Altbürgermeister Hans-Peter Laschka hervor. Der Markt Mitwitz werde das Projekt auch in Zukunft weiter unterstützen, versprach er.

Gleiches gilt auch für die Bayerischen Staatsforsten. Das Agenda-21-Projekt stehe für Nachhaltigkeit und Langlebigkeit ebenso wie für die Zukunft unseres Waldes, würdigte Fritz Maier. Besonders erfreulich sei es, dass die von Michael Alexandrov geschaffene Engel- und Löwe-Skulptur dank der Unterstützung privater Sponsoren, der Banken und des Lions Clubs Kronach in Nordhalben bleiben konnte. „Das Kunstwerk musste einfach hierbleiben – als unser Schutzsymbol“, bekundete der Leiter des Forstbetriebs Nordhalben. Auch in Mitwitz verbleibt eine Skulptur.

Die diesjährige HolzART wird voraussichtlich wieder in angepasster Form stattfinden. „Ich sehe keine andere Möglichkeit. Die finanziellen Mittel reichen nach dem Wegfall der Stiftung nicht mehr“, bedauerte Ingo Cesaro. Wo das Kunstprojekt stattfinden soll, steht aktuell noch nicht fest bzw. wird noch abgeklärt.

 

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