HSC 2000 Coburg Handball-Profis trainieren vor Fans

Zweitligist HSC 2000 Coburg trägt ein Handballtraining vor seinen Fans aus. Sie bekommen einen ersten Eindruck sowohl von den Neuzugängen als auch von der deutlich spürbaren Aufbruchsstimmung.

Coburg - Einmal live erleben, wie Mannschaftskapitän Andreas Schröder mit zwei Gewichten in Händen Schritt für Schritt mehr das Lachen vergeht, oder wie Torwarttrainer Ralf Baucke die Keeper Jan Kulhanek, Jan Jochens und Fabian Apfel mit Tennis-Bällen beschießt. Handball-Zweitligist HSC 2000 Coburg hat am Mittwoch im Anschluss an den bereits traditionellen Media-Day (die Neue Presse berichtete) seinen Anhängern mit einer öffentlichen Trainingseinheit die Möglichkeit solcher nicht alltäglicher Einblicke in der HUK-Arena gewährt. 60 Edelfans wollten sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Klubchef im Kiosk

Die Corona-Beschränkungen mit Maskenpflicht und ausreichend Abstand der Besucher auf der Tribüne einzuhalten, war diesmal kein organisatorisches Problem für Geschäftsführer Jan Gorr. Umso mehr war ihm die Freude anzusehen, endlich wieder stärker in Kontakt mit „der Basis“ kommen zu können. Für die Anhänger der Gelb-Schwarzen willkommene Gelegenheit für etwas Small Talk mit dem Klubchef, der im Kiosk den Getränkeausschank selbst in die Hand nahm. Beim Blick in Richtung Spielfeld bekamen sie gleichzeitig einen kleinen Eindruck, mit welchen Methoden Cheftrainer Alois Mraz seine im Gegensatz zur vergangenen Bundesliga-Saison verjüngte Truppe auf die schwere Aufgabe nach dem Abstieg vorbereiten wird. Die ersten Aktionen der sechs Neuzugänge standen dabei besonders im Fokus.

Neuer Mentalcoach

Aber auch ein neues Gesicht im Betreuer-Stab sorgte für Gesprächsstoff: Dass Peter Breidenbach sich ab sofort als Mentaltrainer mit um die Psyche der Coburger Handballer kümmern wird, wurde mit Wohlwollen registriert. Waren es doch in der vergangenen Runde die eine oder andere Fehlentscheidung von Spielern in engen Situationen zu viel, die am Ende den Abstieg aus der Bundesliga nicht abwenden ließen. Der in Nürnberg aufgewachsene studierte Jurist, Heilpraktiker, Therapeut, Dozent und Buchautor betreibt in Hirschaid eine Akademie und bezeichnet sich selbst als „Experte für Real-Optimismus“. Wie er bei seiner Vorstellung erläuterte, begleite ihn der Sport seit frühester Kindheit. 1976 wurde er deutscher Jugendmeister, spielte in der Junioren-Nationalmannschaft und in der 1. Handball-Bundesliga mit TuSpo Nürnberg. Als Mentalcoach betreute er unter anderem Fußballer aus der 1. Bundesliga und Nationalspieler aus diversen Sportarten.

„Herz hat Feuer gefangen“

Nun hat Breidenbach durch eine Begegnung mit HSC-Manager Gorr seine Liebe für die Handballer in der Vestestadt entdeckt. „Mein Herz hat schon Feuer gefangen. Das ist ein megageiles Team. Ich liebe die Jungs und ich fühle mich pudelwohl bei der Arbeit mit ihnen hier in Coburg – das ist die Voraussetzung für Erfolg“, schwärmte Breidenbach von seinen ersten Eindrücken. „Die Jungs“ ihrerseits scheinen jenes positive Gefühl bereits verinnerlicht zu haben. Vom freundlichen und lockeren Auftreten ihrer Sport-Helden waren die Trainingsgäste am Mittwoch jedenfalls schon einmal sehr angetan. Und auch Trainer Alois Mraz war voll des Lobes über seine neue Truppe: „Die Jungs ziehen mit und man kann beobachten, dass hier ein echter Teamgeist entsteht.“

Benefizspiel am Samstag

Das erste Mal die Möglichkeit, ihre Lieblingsmannschaft live in einem Handballspiel in Aktion zu sehen, bekommen die HSC-Fans an diesem Samstag um 18.30 Uhr in der HUK-Coburg-Arena. Gegen den Liga-Konkurrenten ThSV Eisenach will sich das Team auch auf der Platte bereits als echte Einheit präsentieren. Bei jenem Benefizspiel wartet eine echte Standortbestimmung auf das Coburger Team. In der vergangenen Saison haben die Thüringer als Aufsteiger einen sicheren Mittelfeldplatz in der 2. Bundesliga erkämpft.

Die gesamten Ticketerlöse werden an den „Berchtesgaden hilft e.V.“ gespendet und gehen damit an eine Region in Bayern, die von der Flutkatastrophe schwer getroffen wurde. Eintrittskarten gibt es für acht Euro (ermäßigt sechs Euro) im Online-Shop des HSC 2000 und an der Abendkasse der Arena, die eine Stunde vor Spielbeginn öffnen wird. Die Zuschauerzahl muss wegen der Corona-Auflagen nach wie vor begrenzt bleiben. „1000 Zuschauer wären die maximale Obergrenze. Aber es kommt darauf an, wie wir die Gruppen setzen, weil wir Abstände einhalten müssen. Von daher wird es von der Kapazität her eher in Richtung 800 gehen“, erläuterte Geschäftsführer Jan Gorr.

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