HSC 2000 Coburg Keine Punkte in Göppingen

Sieger im Privatduell mit Nemanja Zelenovic: Coburgs Kreisläufer Stepan Zeman (am Ball). Foto: Iris Bilek

Der HSC 2000 verliert sein Bundesliga-Auswärtsspiel in Göppingen deutlich. Die Coburger bekommen beim 29:37 Nationalspieler Marcel Schiller einfach nicht in den Griff.

Göppingen - Es war der Tag von Marcel Schiller. Der Top-Torjäger von Frisch Auf Göppingen lief gegen den HSC 2000 Coburg so richtig heiß und ließ kaum eine Möglichkeit ungenutzt. Die Vestestädter verloren am Donnerstagabend ihr Auswärtsspiel in Baden-Württemberg deutlich mit 29:37. Schiller steuerte 14 Treffer bei. In Hälfte eins deutete sich eine derart hohe Niederlage nicht unbedingt an. Zwar lag Göppingen zwischenzeitlich auch da mit drei Toren in Führung, doch kämpfte sich der HSC immer wieder heran. In Hälfte zwei verlor der Gast aus Oberfranken mehr und mehr den Faden, Frisch Auf zog davon.

Am Sonntagmittag (13 Uhr) bestreitet der HSC 2000 Coburg sein letztes Spiel der Saison. Gegner ist dann auf der Lauterer Höhe TuSEM Essen.

Frisch Auf Göppingen – HSC 2000 Coburg 37:29 (16:15). Es war ein Spiel mit völlig unterschiedlichen Vorzeichen. Auf der einen Seite die Göppinger, die seit nunmehr acht Partien auf einen Sieg warteten. Sieben Spiele davon gingen verloren, lediglich ein Unentschieden gegen Lemgo sprang heraus. Der letzte Sieg gelang der Mannschaft von Hartmut Mayerhoffer Mitte Mai. Auf der anderen Seite die Coburger, die sich unbedingt mit zwei Erfolgserlebnissen aus der Bundesliga verabschieden wollten und bereits länger als Absteiger feststehen.

Varvne zurück

Bei Göppingen begannen Sebastian Heymann, Tim Kneule und Nemanja Zelenovic im Rückraum. Vor diesem Trio hatte HSC-Coach Alois Mraz im Vorfeld ausdrücklich gewarnt. Bei den Coburgern kehrte Tobias Varvne nach seiner Handprellung ins Aufgebot zurück. Es begann aber Pouya Norouzi Nezhad als Spielmacher, der am Mittwoch seinen 27. Geburtstag feierte.

In den Anfangsminuten stand die Deckung der Vestestädter ordentlich, Göppingen fand kaum Lücken. Wenn die Gastgeber doch eine fanden, war Torhüter Jan Kulhanek zur Stelle. Im eigenen Angriff war der HSC zu Beginn auch nicht immer auf der Höhe. Stepan Zeman scheiterte beispielsweise völlig frei an Urh Kastelic. So stand es nach zehn Minuten gerade einmal 4:4. In der 15. Minute gelang es Frisch Auf zum ersten Mal, sich mit drei Toren etwas abzusetzen (8:5), was Alois Mraz zu einer Auszeit veranlasste. „Männer, Kopf einschalten, wach sein“, forderte der Tscheche von seinen Jungs.

HSC kämpft sich heran

Die Ansage schien zu fruchten, Coburg kam bis auf ein Tor heran. Doch nicht lange war der HSC wirklich auf Schlagdistanz, wenige Minuten später waren es wieder drei Treffer, weil offensiv die eigenen Angriffe nicht überlegt ausgespielt wurden und Göppingen kaltschnäuzig agierte. In dieser Phase war auch Kastelic als Keeper von Frisch Auf ein Faktor. Der Slowene stand bei sieben Paraden und knapp 44 Prozent gehaltener Bälle. Zum Vergleich: Jan Kulhanek war zu diesem Zeitpunkt bei drei Paraden (21,43 Prozent).

Nationalspieler Marcel Schiller lief schon Mitte der ersten Hälfte heiß, erzielte fünf der zwölf Tore seiner Mannschaft selbst (12:10, 22. Minute). In den Minuten danach ließen die Göppinger etwas nach, Coburg nutzte dies und spielte auf. Mit einem 15:16-Rückstand aus HSC-Sicht ging es in die Halbzeitpause. Alles war drin in der EWS-Arena.

Grozdanic mit dem Ausgleich

Sekunden nach Wiederbeginn gelang Milos Grozdanic sogar der Ausgleich. Doch in den Minuten danach zogen die Gastgeber das Tempo an und setzten sich mit fünf Toren ab (24:18, 38. Minute). Die erste Coburger Halbzeit war durchaus sehenswert gegen einen Traditionsklub der Handball-Bundesliga. In den ersten acht Minuten nach dem Seitenwechsel verbauten sich die Vestestädter jedoch die Möglichkeit auf Punkte in Baden-Württemberg. Nicolai Theilinger, der zur neuen Saison zum HSV Hamburg wechseln wird, stellte auf 25:18. Mraz reagierte mit einer Auszeit.

Wenn sich die Gäste in eine gute Abschlussposition bringen konnten, hatte meist Urh Kastelic etwas dagegen, auf der Gegenseite war Marcel Schiller kaum in den Griff zu bekommen. Nach 42 Minuten hatte der Top-Torjäger der Göppinger bereits neun Treffer auf dem Konto, davon drei vom Siebenmeterstrich.

Apfel kommt ins Tor

Die Abwehr der Göppinger präsentierte sich in Hälfte zwei aufmerksamer als noch vor dem Wechsel. Coburg tat sich schwer. Paul Schikora bekam jetzt etwas Einsatzzeit auf Rechtsaußen. Florian Billek wechselte in den Rückraum und entlastete als Linkshänder Pontus Zetterman. Fabian Apfel kam beim HSC ins Tor und löste Konstantin Poltrum ab, der zwischenzeitlich für Jan Kulhanek gekommen war. In den Schlussminuten kam keine große Spannung mehr auf.

Besondere Randnotiz: Der überragende Marcel Schiller scheiterte im 14. Versuch des Abends zum ersten Mal – an Fabian Apfel. Dennoch bot der Nationalspieler auf Außen eine bärenstarke Leistung. Tobias Ellebaek steuerte aus dem Rückraum acht Treffer bei.

Tragischer Abschluss

Kurz vor Schluss fiel Florian Billek nach einem Wurf unglücklich auf das Knie von Nicolas Theilinger, der minutenlang behandelt werden musste und schließlich von Sebastian Heymann und Jacob Bagersted vom Platz getragen werden musste. Es war ein tragischer Abschluss eines Handballabends, der in sportlicher Hinsicht mit einem auch in der Höhe verdienten Heimsieg für Frisch Auf Göppingen endete.

Die Statistik

FrischAuf Göppingen – HSC 2000 Coburg 37:29 (16:15)

FrischAuf Göppingen: Daniel Rebmann (1 Parade/25,00 Prozent gehaltene Bälle), Urh Kastelic (12/31,58) – Nicolai Theilinger (4), Tim Kneule (3), Sebastian Heymann, Jacob Bagersted (2), Tobias Ellebaek (8), Gunnar Steinn Jonsson, Marcel Schiller (14/6 Siebenmeter), Axel Goller (4), Josip Bozic-Pavletic (n.e.), Till Hermann, Nemanja Zelenovic, Kresimir Kozina (2). – Trainer: Hartmut Mayerhoffer.

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (3/18,75 Prozent gehaltene Bälle), Konstantin Poltrum (4/18,18), Fabian Apfel (1/14,29) – Pouya Norouzi Nezhad (4), Felix Sproß, Dominic Kelm (n.e.), Florian Billek (7), Dino Mustafic (1), Pontus Zetterman, Tobias Varvne (3), Paul Schikora (n.e.), Justin Kurch (1), Stepan Zeman (4), Milos Grozdanic (3/3), Andreas Schröder (6), Christoph Neuhold . – Trainer: Alois Mraz.

Zeitstrafen: 2 (Theilinger, Jonsson) – 2 (Varvne, Kurch). – 7-Meter: 6/6. – 3/3. – Zuschauer: 250.

Spielfilm: 0:1 (2.), 1:1, 2:1, 2:2 (4.), 2:3 (6.), 3:3 (8.), 4:3 (10.), 4:4, 5:4 (11.), 5:5, 6:5, 7:5 (14.), 8:5; Auszeit HSC; 8:6 (16.), 8:7, 9:7, 9:8 (17.), 11:8 (19.), 11:9 (21.), 12:9, 12:10, 13:10 (22.), 13:11, 13:12 (27.), 14:12, 14:13 (28.); Auszeit FrischAuf; 15:13, 16:14, 16:15 – Halbzeit – , 16:16, 18:16, 18:17 (33.), 19:17, 20:17 (36.), 20:18, 22:18 (37.), 23:18, 24:18, 25:18 (39.); Auszeit HSC; 25:19, 26:19, 27:19 (41.), 27:20, 27:21 (43.), 28:21, 29:21, 29:22 (45.), 30:22, 30:23, 30:24; Auszeit FrischAuf; 31:24, 31:25, 32:25 (50.), 33:25 (53.), 33:26, 34:26, 34:27 (56.), 35:27, 36:27, 36:28 (60.), 37:28, 37:29 (Endstand).

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