HSC Coburg HSC 2000 wehrt sich lange tapfer

HSC-Torwart Konstantin Poltrum konnte trotz einiger guter Paraden die hohe HSC-Niederlage in Wetzlar nicht verhindern. Foto: Iris Bilek

Aufsteiger Coburg muss in der Handball-Bundesliga im siebten Spiel die siebte Niederlage hinnehmen. Das Mraz-Team unterliegt mit 22:31. Die Heimpartie am Sonntag muss wegen eines Corona-Falles in Minden ausfallen.

Wetzlar/Coburg - Die Corona-Pandemie macht dem Handball-Sport weiter massiv zu schaffen. Die jüngsten Länderspielreisen sind nicht ohne Folgen geblieben. Vier Spiele des 7. Spieltages der 1. Bundesliga waren bereits bis zum Mittwoch wegen Covid-19-Fällen abgesagt worden, am Donnerstag kam dann auch noch die entsprechende Meldung aus Minden hinzu, wo GWD den Bergischen HC hatte empfangen sollen, jedoch wegen eines positiven Tests bei Nationalspieler Juri Knorr gestoppt wurde. So schrumpfte die geplante Englische Woche in der Handball-Bundesliga auf exakt die Hälfte der geplanten zehn Begegnungen zusammen.

In einer der verbliebenen "durfte" Aufsteiger HSC 2000 Coburg bei der HSG Wetzlar versuchen, nach bislang sechs Niederlagen und null Punkten auf dem Konto zum ersten Erfolgserlebnis zu kommen - vergeblich. Das am kommenden Sonntag geplante Heimspiel gegen die Mindener muss ausfallen, weil deren gesamtem Profikader inklusive Trainer Frank Carsten von den Gesundheitsbehörden eine 14-tägige Quarantäne auferlegt worden ist.

HSG Wetzlar - HSC 2000 Coburg 31:22 (14:11). HSC-Coach Alois Mraz musste neben dem langzeitverletzten Jakob Knauer auch auf Drasko Nenadic und Andreas Schröder verzichten, schickte als Startformation Poltrum im Tor sowie Varvne, Pouya Norouzi Nezhad, Zetterman, Zeman, Sproß und Billek auf die Platte. Nach einer ersten Parade von Poltrum vergab Varvne die Chance zur Gästeführung, auf der anderen Seite machte es Olle Forsell Schefvert besser. Billek gelang jedoch postwendend der Ausgleich.

In den ersten zehn Minuten begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Erst als Zeman wegen Trikot-Ziehens in der 9. Minute für zwei Minuten vom Feld musste, nutzte das die HSG. Trainer Wandschneider brachte den Schweizer Lenny Rubin, der seine Mitspieler Cavor und Holst geschickt einsetzte, die zum 5:4 und 6:4 trafen. Leichtsinnsfehler der Gastgeber nutzten Billek und Sproß zu Gegenstößen und zum Ausgleich (6:6, 13.).

Nach Cavors Treffer zum 7:6 stellte Billek per Siebenmeter den erneuten Ausgleich her. Ivanisevic im Wetzlarer Kasten brachte mit drei Paraden in Folge, darunter einem parierten Siebenmeter und einer Parade gegen Sproß sein Team wieder in Vorteil. Forsell Schefvert erzielte das 9:7.

Doch auch Poltrum im HSC-Tor war auf dem Posten, vereitelte einen Versuch von Cavor, sodass Sproß auf 8:9 verkürzen konnte. Aus Überzahl, als Lindskog für zwei Minuten auf die Bank musste, machte Coburg zu wenig. Ganz im Gegenteil: Cavor brachte sein Team erstmals mit drei Toren in Front (11:8, 22.). Das HSC-Tor von Justin Kurch zum 11:9 beantwortete Holst per Siebenmeter zum 12:8, Lindskog sorgte anschließend für die erste Vier-Tore-Führung der Hausherren, was Alois Mraz zu einer Auszeit veranlasste.

Paul Schikora durfte dann anstelle von Billek auf Rechtsaußen ran. Als Eriksson eine 2-Minuten-Strafe absaß und Wetzlar im Angriff ohne Torwart und mit dem sechsten Feldspieler agierte, fing Sproß den Ball ab, zielte auf das leere Tor und Kurch nutzte gedankenschnell den Abpraller zum zehnten HSC-Tor (13:10, 26.). Nachdem Varvne mit einem Rückraumkracher auf 11:13 aus Coburger Sicht verkürzt hatte, nahm HSG-Coach Wandschneider eine Auszeit. Holst sorgte per Siebenmeter für eine Wetzlarer Drei-Tore-Führung zur Halbzeit, weil Pouyas Hüftwurf kurz vor der Sirene das Tor verfehlte.

Den Gästen gelang ein guter Start in die zweite Hälfte, Schikora nutzte ein schönes Anspiel von Zetterman zum 14:12. Anton Lindskog mit seinem bis dahin bereits fünften Treffer erhöhte auf 15:12. Auch Zettermans 13:15 konterte erneut Lindskog mit dem 16:13 und dem 17:13. Der HSC wirkte zunehmend müde, Varvne donnerste übers Tor, Mirkulovski stellte auf 18:13.

Mraz versuchte es mit der Einwechslung des noch angeschlagenen Christoph Neuhold. Holst ließ bei zwei weiteren sicheren Siebenmetern zum 19:14 und zum 20:15 Poltrum einmal mehr keine Chance. Zetterman hielt seine Coburger mit dem 20:16 noch im Spiel, aber der überragende Lindskog mit seinem achten Treffer bei acht Versuchen ließ keine Zweifel aufkommen. Nach Neuholds Tor zum 21:17 scheiterte Sproß frei vor Ivanisevic, der dann auch einen Siebenmeter von Schikora hielt.

Nach Cavors schöner Finte und dem 19:14 nahm Alois Mraz eine weitere Auszeit, sprach seiner Mannschaft Mut zu, dass fünf Tore noch aufzuholen wären. Bei Wetzlar gönnte Wandschneider Lindskog eine Pause und brachte Patrick Gempp am Kreis. Holst mit einem Heber von Außen brachte der HSG die erste Sechs-Tore-Führung (25:19, 48.). Mit dem 28:22 acht Minuten vor Schluss hatte Wetzlar die Sache in trockenen Tüchern. HSC-Coach Mraz appellierte noch einmal in einer Auszeit an die Moral seiner Spieler, doch ein echtes Aufbäumen war nicht mehr zu spüren, zumal man den personellen Problemen nun offenkundig Tribut zollen musste. Holst durfte noch seinen fünften Treffer vom Strich und neunten insgesamt erzielen. Paul Schikoras Tempogegenstoß zum 29:21 ließ Lars Weissgerber das 30:21 folgen. Ein schönes Tor auf Gäste-Seite gelang noch dem erstmals eingewechselten Youngster Felix Dettenthaler (30:22, 59.), doch das war am Ende nur ein schwacher Trost für den HSC. Fredriksen stellte mit dem 31:22 den Neun-Tore-Erfolg seines Teams sicher.

HSG Wetzlar: Anadin Suljakovic, Tibor Ivanisevic - Alexander Feld, Ivan Srsen, Philip Henningsson (1), Kristian Björnsen, Filip Mirkulovski (1), Lars Weissgerber (1), Maximilian Holst (9/5), Magnus Fredriksen (2), Olle Forsell Schefvert (3), Patrick Gempp, Emil Mellegard, Lenny Rubin, Anton Lindskog (8), Stefan Cavor (6).

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum - Pouya Norouzin Nezhad (2), Felix Sproß (4), Florian Billek (4/1), Pontus Zetterman (2), Tobias Varvne (1), Paul Schikora (3), Felix Dettenthaler (1), Justin Kurch (2), Stepan Zeman, Christoph Neuhold (3).

Schiedsrichter: Ramesh und Suresh Thiyagarajah. - Gelbe Karten: Rubin, Cavor / Kurch. - Zeitstrafen: Srsen, Henningsson, Lindskog / Sproß, Zeman (2).

Spielfilm: 1:0, 4:4 (8:), 6:4, 9:7, 10:8, 11:8, 13:9; Auszeit HSC; 13:11; Auszeit HSG; 14:11 - Halbzeit - 14:12, 18:13, 20:16, 22:18, 26:20; Auszeit HSC; 29:20, 30:21, 31:22.

Luft wird dünner

Für Coburg wird die Luft nun immer dünner, während die direkten Konkurrenten punkten. Die HSG Nordhorn-Lingen entschied das Kellerduell gegen die Eulen Ludwigshafen mit 27:24 (15:7) für sich, HBW Balingen-Weilstetten buchte mit einem 32:26-Erfolg bei TBV Lemgo Lippe die ersten beiden Zähler auf sein Konto.

Knorr Corona-positiv

Die Begegnung von GWD Minden gegen den Bergischen HC wurde kurzfristig abgesagt, weil bei den Mindenern mit Juri Knorr ein weiterer Nationalspieler positiv auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 getestet worden ist. Wie GWD auf seiner Internet-Seite mitteilte, stehe man im engen Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt, allerdings sei dem Bundesligisten eine 14-tägige Quarantäne auferlegt worden.

Juri Knorr war im Rahmen der am Sonntag zu Ende gegangenen Nationalmannschafts-Woche sowie nach Rückkehr zu seinem Klub mehrfach negativ auf das Corona-Virus getestet worden. Er hatte daraufhin am Mittwoch am Abschlusstraining seiner Bundesligamannschaft teilgenommen. Am Donnerstagvormittag lag dann ein positiver Befund vor. "GWD Minden und die Handball-Bundesliga GmbH sind im engen Austausch und unterstützen die behördlichen Maßnahmen", heißt es auf der Vereins-Homepage. "Das ist natürlich ein großer Schock für uns! Wir sind bis heute davon ausgegangen, dass Juri sich nicht im Rahmen der Nationalmannschaftsreise infiziert hat. Es zeigen sich bereits heute schwere Symptome! Wir wünschen ihm an dieser Stelle natürlich alles Gute und schnelle Besserung. Die Gesundheit der Spieler steht an erster Stelle", betont Frank von Behren, Geschäftsführer von GWD Minden. Auch bei der MT Melsungen ist am Donnerstag ein Corona-Verdachtsfall aufgetreten.

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