Sabine Gross weiß noch genau, wie manche reagierten, als das Projekt „Housing first“ erstmals vorgestellt wurde. „In Kronach wohnt doch niemand auf der Straße“, hieß es da oft, verbunden mit einem Naserümpfen. Viele hätten Bilder von Bahnhöfen in Nürnberg oder Frankfurt vor Augen. Von Obdachlosen, die dort zu Dutzenden leben, betteln und auch dem Alkohol zusprechen. Diese Verhältnisse seien im Frankenwald weit weg, doch hier gebe es oft „versteckte Wohnungslosigkeit“.