Hat der Stift eine Zukunft? Das fragt sich eine Autorin, die über die sinkenden Absätze der fränkischen Traditionshersteller Faber-Castell, Stabilo und Staedtler berichtet. Klar ist, dass der Briefverkehr – erst recht der handschriftliche – in Zeiten von E-Mail ein Nischendasein fristet, dass Texte immer ausschließlicher von Bildschirmen abgelesen werden und dass eine hohe Tipp-Geschwindigkeit inzwischen eine wichtigere Fähigkeit für viele Jobs ist, als eine saubere Handschrift. Klar ist aber auch, dass, wie Stabilo-Chef Horst Brinkmann richtigerweise betont, Stifte speziell in einer voll vernetzten digitalen Umgebung als Gegenwert immer einen Reiz haben. Mehr noch: Das händische Schreiben ist, wie Studien belegen, essenziell für die Entwicklung wichtiger Hirnregionen und damit für das Gedächtnis und die Informationsverarbeitung. Die alte Floskel „Von der Hand in den Verstand“, wurde längst bestätigt, weshalb sowohl das klassische Lernen des Schreibens mit Stift auf Papier fest im Unterrichtsplan verbleiben muss, als auch wir Erwachsene nicht als schlechte Vorbilder vorangehen sollten und regelmäßig zum Beispiel dem guten alten Notizzettel gegenüber dem Eintippen in eine Smartphone-App Vorrang gewähren sollten. Ja, der Stift hat eine Zukunft, denn ohne ihn, droht mehr Rück- als Fortschritt.
Immer weniger Handschrift Von der Hand in den Verstand
Jan Werner 21.01.2026 - 18:00 Uhr