„Vorsicht, es sind teilweise verstörende Bilder dabei“: Das Büro von Johannes Wagner beginnt die Mail an die Redaktion mit einer Warnung. Und in der Tat: Was der Coburger Bundestagsabgeordnete der Grünen im Gaza-Streifen gesehen hat, sind unfassbare Zeugnisse eines Massakers. Zusammen mit einer Gruppe von Journalisten war Wagner auf Einladung des AJC (American Jewish Committee) in dem Kibbuz Kfar Aza. Es hat aufgehört zu existieren. Vor dem Überfall der radikalislamistischen Hamas am Morgen des 7. Oktober lebten in dem Dorf nach Angaben des ZDF nur ein paar Minuten von dem hochgerüsteten Grenzzaun entfernt rund 700 Menschen. Und jetzt, am Dienstag vergangener Woche: Häuser und ausgebrannte Autos sind mit Kugeln durchsiebt, Böden blutüberströmt, Tote werden mit Lastwagen abtransportiert oder liegen noch in einer notdürftig eingerichteten Leichenhalle. „Mehrfach wurde der Vergleich zum Holocaust gezogen“, sagt Wagner im Interview mit der Neuen Presse.
Interview Coburger sieht Unfassbares im Gaza-Streifen
Volker Friedrich 03.11.2023 - 13:49 Uhr