Nach Unterzeichnung des Abkommens nahm der Verkehr in der Meerenge zunächst zu - nicht annähernd auf Vorkriegsniveau, aber immerhin. Bald kam es aber zu neuen iranischen Angriffen auf Schiffe, der Verkehr kam wieder fast zum Erliegen. Der Iran will in Absprache mit dem anderen Anrainer der Meerenge, dem Sultanat Oman, künftig eine Gebühr für die Durchfahrt erheben. Die USA lehnen das ab. Der Iran will die Passage künftig kontrollieren und fordert für eine Wiedereröffnung unter anderem Reparationen der USA für Kriegsschäden. Eine sichere Öffnung der Seestraße ist aktuell nicht in Sicht.
Für den Iran ist die Kontrolle der Meerenge der wahrscheinlich wichtigste Trumpf. Für den US-Präsidenten ist das durch seinen Krieg verursachte Problem eine besonders harte Nuss: Angriffsdrohungen, US-Militäreskorten für Schiffe, eine Annexion der Straße von Hormus - seine Ideen führten bislang nicht zu einer Lösung. Auch die US-Seeblockade iranischer Häfen, die mit dem Rahmenabkommen aufgehoben wurde, besteht inzwischen wieder. Damit soll Teheran von den wichtigen Einnahmen aus Ölexporten abgeschnitten werden, um den Druck auf die Islamische Republik zu erhöhen.
Investitionsprogramm in Höhe von 300 Milliarden Dollar
Für den Wiederaufbau und die Entwicklung des Irans sagten die USA in dem Abkommen zu, zusammen mit Partnern in der Region ein Investitionsprogramm in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar auf die Füße zu stellen. Der dafür nötige Mechanismus sollte mit dem "finalen Deal" festgezurrt werden. Das wolkige Versprechen schlug aber keine großen Wellen, denn kaum jemand konnte sich vorstellen, dass die USA oder die im Kriegsverlauf vom Iran angegriffenen Staaten am Persischen Golf hierfür Milliardenbeträge zahlen würden.
Auch die Zusage, eingefrorenes iranisches Geld nach der Umsetzung des Rahmenabkommens freizugeben, blieb unerfüllt.
Wie geht es weiter?
Die Vermittler Pakistan und Katar sowie andere Golfstaaten scheinen sich hinter den Kulissen zu bemühen, um in dem festgefahrenen Konflikt Fortschritte hin zu einer Einigung zu erzielen. Wann oder ob es solche Fortschritte geben wird, ist allerdings völlig unklar.