Jahrestag des Angriffskrieges Ein Jahr Ukraine-Hilfe in Coburg

Von der privaten Unterkunft in der Familie bis hin zu kostenlosem Musikunterricht: Im Coburger Land erhielten Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet von Anfang an schnell Unterstützung. Das haben Menschen in Stadt und Landkreis geleistet.

Mit dem Taxi aus Polen nach Coburg – das war nur möglich durch die großzügige Hilfe einer Privatperson und einem örtlichen Taxiunternehmen. Foto: NP/Frank Wunderatsch

Als sich Stadt und Landkreis Coburg vor rund einem Jahr auf die Ankunft geflüchteter Ukrainer vorbereiten mussten, zeigten sich die Bürgerinnen und Bürger enorm hilfsbereit. Die Solidarität mit den Ukrainern war groß: Hunderte über Nacht obdachlos gewordene Menschen fanden hier Schutz. Unzählige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer versorgten binnen kürzester Zeit die Ankommenden mit dem Notwendigsten.

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1300 Geflüchtete

Laut dem Landratsamt Coburg waren zwischen dem 1. März 2022 und dem 22. Februar 2023 im Coburger Land 805 Ukrainerinnen und Ukrainer mit Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz untergebracht. Etwa 120 sind voraussichtlich zurück in die Ukraine gereist, 123 Geflüchtete sind innerhalb Deutschlands von Coburg aus umgezogen. Derzeit befinden sich etwa 561 der angekommenen Hilfesuchenden noch im Landkreis. In der Stadt haben seit Beginn des Krieges rund 800 Menschen aus der Ukraine Schutz gefunden, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit.

Alle diese Menschen zu versorgen, wäre ohne die vielen Helfenden nicht möglich gewesen. Zahlreiche Bürger nahmen ukrainische Flüchtlinge auf oder unterstützten sie dabei, hier zumindest etwas Normalität zu finden. Zum Beispiel bot die Blaskapelle Meeder kostenlosen Musikunterricht für ukrainische Kinder an. Die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern der CO II hatten 10 000 Euro für die Ukraine-Flüchtlinge im Coburger Land gesammelt und ans Landratsamt als Spende übergeben. Davon konnten unter anderem Integrationsbücher für die ukrainischen Schulkinder in der Region und Spielekisten für die Sammelunterkünfte angeschafft werden. Das Taxiunternehmen Yilmaz war von einer anonymen Gönnerin beauftragt worden, drei Familien von der polnisch-ukrainischen Grenze abzuholen. Alle kamen in einem leer stehenden Haus unter und wurden von einer lokalen Helfergruppe innerhalb kürzester Zeit versorgt. Inzwischen wohnen, leben und arbeiten sie in Coburg.

Website und Spendenhilfe

Zur Orientierung für die Geflüchteten hatte das Landratsamt zudem eine Ukrainehilfe-Website erstellt und über diese in kürzester Zeit über 700 Hilfspakete gesammelt, die von Bürgerinnen und Bürger im Landratsamt abgegeben und von den Mitarbeitern in Unterkünfte gebracht wurden. Bei dem Aufruf hatte man gezielt gesammelt, was die hier angekommenen Flüchtlinge auch wirklich benötigten. In der Stadt-Verwaltung arbeiteten verschiedene Ämter aus nahezu allen Referaten zusammen, um den Ukrainern die Ankunft zu erleichtern. Alle, auch die Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine und Organisationen, engagieren sich immer noch. Um diese vielen Hilfsangebote zu koordinieren, hat die Stadt inzwischen auch das zweisprachige Online-Angebot „Coburg hilft“ angelegt, das direkt von der Startseite auf www.coburg.de aus zugänglich ist. Laut Pressestelle der Stadt Coburg werde es noch immer rege genutzt. Das Portal liefere grundlegende Informationen für Menschen, die aus der Ukraine ankommen sowie Informationen zu Angeboten von Vereinen auf Deutsch und Ukrainisch.

Im Laufe des Jahres folgten immer wieder Unterstützungsaktionen, wie zum Beispiel der kostenlose Ferienpass für ukrainische Kinder oder Ferien- und Beschäftigungsangebote durch Spenden. Auch größere Firmen wie zum Beispiel pp-Events in Ahorn, Wohlleben Sports, das Autohaus Ernst und die HUK-Coburg setzten sich für die Neuankömmlinge ein und spendeten Spielsachen und vieles mehr

Nach einem Jahr Krieg sind noch immer 1300 Ukrainerinnen und Ukrainer in Stadt und Landkreis. Viele sind bereits integriert und arbeiten.