Daniel Funke ging in der "Bild" auf mögliche Bedenken ein: "Uns ist bewusst, dass beim Thema Leihmutterschaft oft Unsicherheit herrscht und auch manches Vorurteil besteht. Aber wie sagte der große Franz Beckenbauer: "Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.""
Wie findet man eine Leihmutter?
Im Internet werben unter anderem Agenturen mit Sitz in Nordamerika mit der Vermittlung von Leihmüttern. Sie versprechen, auf Grundlage von Profilen den "perfekten Match" für Paare zu finden und sie mit Beratung bei medizinischen, rechtlichen und vertragsrechtlichen Fragen zu begleiten. "Sobald die rechtlichen Verträge abgeschlossen sind, wird der Embryotransfer geplant", heißt es zum Beispiel auf der Webseite eines Anbieters. Die Kosten für den gesamten Prozess gibt dieser mit 140.000 bis 160.000 US-Dollar (etwa 122.000 bis 140.000 Euro) an.
Nach einer wissenschaftlichen Studie in einem brasilianischen Fachjournal aus dem Jahr 2022 entstanden Wunscheltern in den USA damals für den gesamten Prozess inklusive Rechts- und Medizinkosten sogar Ausgaben bis zu 200.000 Dollar.
Im Internet vermittelt ein anderer Anbieter Leihmütter in anderen Ländern ab 37.500 Euro. In der Ukraine gibt dieses Unternehmen die Kosten mit 49.000 Euro an, für 59.000 Euro mit Wunschgeschlecht des Babys. Die Preise enthalten den Angaben zufolge eine "Kompensation der Dienstleistungen der Leihmutter". Nach Angaben einer Beratungswebsite "würde eine typische Entschädigung für die Leihmutter etwa 50 Prozent der Gesamtkosten der Leihmutterschaft ausmachen".
Wo und wie ist Leihmutterschaft legal?
In den USA ist Leihmutterschaft legal, die rechtlichen Einzelheiten dazu legt jeder Bundesstaat selbst fest. Es gibt ethische Leitlinien für Leihmütter. Sie zu bezahlen, ist in den USA erlaubt. Neben den USA kommen für eine Leihmutterschaft auch andere Länder infrage. In Kanada ist allerdings nur eine altruistische Leihmutterschaft erlaubt. Das heißt: Die Leihmutter darf nicht bezahlt werden, bekommt aber Auslagen erstattet.
In der EU ist die Frage rechtlich nicht einheitlich geregelt, jeder Mitgliedsstaat hat eigene Vorgaben. In Griechenland ist Leihmutterschaft unter Auflagen und mit gerichtlicher Genehmigung möglich. Die Ukraine erlaubte lange auch kommerzielle Leihmutterschaften und war ein wichtiges Zielland für Interessenten. Der russische Angriffskrieg erschwerte solche Verfahren.
Wie funktioniert Leihmutterschaft medizinisch?
Über Agenturen vermittelte Leihmütter werden vorab medizinisch getestet. Zudem werden ihnen Vorgaben gemacht, etwa auf Alkohol oder Zigaretten zu verzichten. Der Embryo wird in vitro gezeugt, also außerhalb des Mutterleibs aus einer Eizelle und einer Samenzelle, und in die Gebärmutter der Leihmutter eingesetzt. Diese muss vorher hormonell darauf eingestellt werden, die Schwangerschaft zu beginnen. Oft sind mehrere Versuche nötig. Ist die Leihmutter schwanger, werden sie und das Baby wie üblich medizinisch betreut und in bestimmten Abständen untersucht.