Jugendfeuerwehren im Coburger Land Erfolgreiche Aktion „Jugend wirbt Jugend“

Sich gemeinsam bei der Jugendfeuerwehr zu engagieren, macht Spaß. Die Bad Rodacher Wehr setzt auf Tandems zur Anwerbung von weiterem Nachwuchs. Foto: /Feuerwehr Bad Rodach

Die Jugendfeuerwehren rühren die Werbetrommel für mehr Nachwuchs. Mit Erfolg: Die Aktion „Jugend wirbt Jugend“ beschert der Bad Rodacher Wehr neue Mitglieder.

Bad Rodach - Die Nachwuchswerbung der Jugendfeuerwehren zeigt erste Erfolge: Seit eine Task Force unter Leitung des designierten Kreisbrandrates Stefan Püls sich dem Thema widmet, konnten alleine für die Jugendfeuerwehr der Feuerwehr in Bad Rodach fünf Jugendliche geworben werden. Im Rahmen der Werbeaktion, die zu Beginn des Jahres startete, bilden fortan je ein Alt- und ein Neumitglied ein Tandem getreu dem Motto „Jugend wirbt Jugend“. Geworben wird dafür nach wie vor mit Plakaten, die landkreisweit in den Kommunen aushängen. Stefan Püls erläutert die Idee dahinter: „Die Kinderfeuerwehren sind der Motor für die Nachwuchsgewinnung in der Jugendfeuerwehr. Darauf wollen wir uns aber natürlich nicht ausruhen und gehen daher weiter aktiv in die Werbung für den Nachwuchs.“

Um die Aktion auf den Weg zu bringen, sei die Feuerwehrführung offensiv an die Sache herangegangen. „Alle Jugendwarte haben sich mit uns zusammengesetzt und wir haben Ideen zusammengetragen, neue Konzepte entwickelt“, berichtet Stefan Püls und fügt hinzu: „Es ist eine gemeinsame Aktion aller Jugendfeuerwehren im Landkreis, nicht nur von Einzelnen.“ Um die Hemmschwelle der interessierten Jugendlichen möglichst weit abzubauen, sollten Tandems gebildet werden. Jedes Mitglied eines solchen Tandems erhält nun einen Kinogutschein. Übergeben werden diese am Samstag.

Doch eigentlich steckt viel mehr dahinter, wie Stefan Püls erklärt: „Das Team, dass sich so gegründet hat, geht gemeinsam zur Feuerwehr – warum sollte man dann auch nicht in der Freizeit etwas gemeinsam unternehmen?“ Außerdem falle es so vielen Jugendlichen leichter, sich bei der Jugendfeuerwehr anzumelden. „Jeder hat eine feste Bezugsperson“, argumentiert der Kreisbrandinspektor und setzt nach: „Da sind die Jugendlichen auf Augenhöhe – und es ist viel einfacher, einen Jugendlichen für die Feuerwehr zu gewinnen, als wenn da ein Erwachsener steht.“ Gesponsert wurden die Gutscheine vom Kreisfeuerwehrverband und den Gemeinden. „Bei allen Bürgermeistern sind wir auf offene Ohren gestoßen und dafür sind wir wirklich sehr dankbar“, lobt Stefan Püls.

Die Aktion soll noch mindestens das ganze kommende Jahr weiterlaufen. Jugendliche, die sich für die Feuerwehr interessieren, sollte sich nicht scheuen und Freunde ansprechen, die bereits bei der Feuerwehr aktiv seien. „Oder im Schaukasten bei der örtlichen Feuerwehr nach dem Plakat schauen, dort stehen auch alle notwendigen Kontaktdaten. Wir freuen uns über jeden, der sich bei uns meldet“, so der Kreisbrandinspektor, der hofft, den Abwärtstrend bei den Mitgliederzahlen weiter aufhalten zu können.

Schwierigkeiten bereite Corona allerdings auch bei der Nachwuchswerbung. So würden derzeit vorrangig Aktionen auf virtueller Schiene stattfinden. „Für das Team ist es aber immer besser, wenn es gemeinsam auf dem Platz steht. Das Miteinander fehlt und das ist im Moment einfach schade.“ Dennoch blickt der designierte Kreisbrandrat optimistisch in die Zukunft. „Nach der vierten Welle gehen wir alles mit frischem Schwung an und können dann hoffentlich noch mehr Jugendliche begeistern.“ Gut tue es da zu wissen, dass die Aktion auch vom Bayerischen Innenministerium geschätzt wird. „Von dort wird die Nachwuchsgewinnung unterstützt. Wir haben unsere Idee dort eingereicht und die Aktion wurde mit 500 Euro prämiert“, freut sich Stefan Püls und fügt hinzu: „Da hat man gesehen, das wir hier was tun. Und da das auch entsprechend veröffentlicht wird, hoffen wir nun auf Nachahmer in ganz Bayern.“

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