"Es gibt großes Interesse an Live-Übertragungen von Drohnen - das wollen wir möglicherweise auch in dem Projekt mit O2 Telefónica unter Beweis stellen." Die Bandbreite auf dem Smartphone könne ein bis zwei Megabit pro Sekunde betragen, schätzt Qaise. Seine Firma hat derzeit 50 Beschäftigte und damit doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Ende 2026 sollen es 100 sein. Zum Umsatz macht die Firma nur vage Angaben: Man komme auf einen siebenstelligen Euro-Betrag pro Jahr, zuletzt sei es steil aufwärtsgegangen.
Europa als Trumpfkarte
Wie sind die Perspektiven einer so kleinen Firma, die im Wettbewerb mit einem so großen Anbieter wie SpaceX mit dem Datendienst Starlink steht, der rund 10.000 Satelliten im Weltall hat? Bei der Antwort hierauf spielt OQ seine Trumpfkarte aus: "Wir sind zu hundert Prozent eine europäische Firma, wir betreiben die Satelliten aus Europa heraus, unsere Dienstleistung ist europäisch und wir nutzen eine Cloud aus Europa", sagt Qaise.
Mit Blick auf den US-Konkurrenten Starlink sagt er: "Wir unterliegen nicht der US-Cloud-Regulierung, weil wir eine europäische Firma sind." Diese Regulierung verpflichtet Anbieter, US-Behörden Daten herauszugeben. Die EU-Kommission habe die Firma unterstützt, und OQ habe auch Finanzmittel von EU-Institutionen bekommen.
"Europa muss eine eigene, souveräne und interoperable weltraumgestützte Mobilfunkinfrastruktur aufbauen", sagt Qaise. Die Zusammenarbeit mit O2 zeige, dass europäische Netzbetreiber und europäische Satellitenunternehmen gemeinsam Konnektivitätslösungen entwickeln können, die auf offenen Standards, lizenzierten Frequenzen und bestehenden Smartphones basierten.