Katastrophenschutz Für unwegsames Gelände gerüstet

Wolfgang Desombre

Der BRK-Kreisverband verfügt nun über ein ganz spezielles Gefährt, das seine Vorzüge vor allem dort ausspielen kann, wo ansonsten kein Durchkommen mehr ist. Die Anschaffung des Quads ist eine Lehre, die man aus dem Einsatz bei der Flutkatastrophe 2021 gezogen hat.

Dank der Unterstützung von Sponsoren konnte der BRK-Kreisverband ein „All Terrain Vehicle“ anschaffen. Darüber freuen sich (von links): Gabriel Schrader, Claus Weigand, Dieter Freitag, Bezirksvorsitzender Johannes Stegmann, Christian Gunsenheimer, Matthias Kapp, OB Dominik Sauerteig, Gudrun Bauer und BRK-Kreisvorsitzender Siegfried Wölki. Foto: Wolfgang Desombre /Neue Presse

Bei den verheerenden Starkregenereignissen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz waren im vergangenen Jahr auch Einsatzkräfte des BRK-Kreisverbandes Coburg vor Ort gewesen. Zurück kam man unter anderem mit der Erkenntnis, dass man unbedingt ein geländefähiges Einsatzfahrzeug brauche, um dort helfen zu können, wo Infrastrukturen nicht mehr vorhanden sind. Daraufhin hatte sich die Führungsspitze des BRK-Kreisverbandes zusammengesetzt und über eine Lösung diskutiert, so Claus Weigand, BRK-Kreisbereitschaftsleiter und Krisenmanager.

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Letztendlich kam man dann zu dem Entschluss, für alle 15 BRK-Bereitschaften in Stadt und Landkreis Coburg ein All Terrain Vehicle (ATV) anzuschaffen. Claus Weigand hatte dafür im September 2021 die gesamte Projektleitung übernommen. Für Planung und Beschaffung war Kamill Wolny und für den Fahrzeugausbau Dieter Freitag zuständig. Die Einweisung der Einsatzkräfte auf das ATV übernahmen Gabriel Schrader und Mathias Hippauf. Von Februar bis Juni wurden hierbei 200 ehrenamtliche Stunden geleistet, hob Claus Weigand bei der Inbetriebnahme des Quads hervor.

Ein derartiges Gefährt könne nicht nur für die Erkundung im Hochwassereinsatz oder bei Waldbränden eingesetzt werden, sondern sei auch bei Vermisstensuchen äußerst effektiv, betonte Weigand weiter. Weitere Einsatzoptionen seien Betreuungseinsätze auf der Autobahn, Sanitätswachdienste sowie die Warnung der Bevölkerung mittels Lautsprecherdurchsagen. Bereits beim Sambafestival und beim Seßlacher Altstadtfest sei das Quad im Einsatz gewesen, erinnerte Weigand, der sich bei allen Unterstützern der Anschaffung bedankte. An der Finanzierung haben sich Stadt und Landkreis Coburg, die Firma Kapp Niles sowie die Firmen Strobanek und ATV Dietz maßgeblich beteiligt.

Die Firma Kapp Niles betreue seit Jahren soziale Projekte, und „bei dieser guten Sache wollten wir natürlich auch mitmachen“, betonte dann auch Geschäftsführer Matthias Kapp. Das Quad sei ein Baustein in einem Gesamtkonstrukt. Ein emotional stark belastendes Ereignis habe dazu geführt, darüber nachzudenken, wie die Strukturen in Coburg verändert werden können, betonte auch Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig bei der offiziellen Inbetriebnahme. Durch den Klimawandel müsse man auf alles vorbereitet sein und dabei werde das BRK an allen erdenklichen Orten benötigt, hob stellvertretender Landrat Christian Gunsenheimer hervor, der die grandiose Arbeit der Ehrenamtlichen beim BRK würdigte. Das Geld sei gut investiert, der Quad eine sinnvolle Anschaffung. „Die Einsatzkräfte müssen nun nicht mehr mit Rucksäcken über Berg und Tal laufen, um den Einsatzort zu erreichen“, stellte dann auch Johannes Stegmann, Bezirksvorsitzender für Ober- und Mittelfranken, heraus. In Coburg habe man Initiative gezeigt, von der letztendlich alle profitieren würden.