Leichter Überschuss in Eichstätt
Das gemessen an den Katholikenzahlen kleinste bayerische Bistum Eichstätt erwartet nach eigenen Angaben einen leichten Überschuss fürs aktuelle Jahr - und zwar von 721.500 Euro. Damit bleibe die finanzielle Lage trotz rückläufiger Kirchensteuereinnahmen und steigender Personalkosten stabil. Insgesamt kalkuliert Eichstätt mit Einnahmen von 180,4 Millionen Euro, darunter sind 104,2 Millionen Euro Kirchensteuer. Im Jahr zuvor waren es noch 106,4 Millionen.
München-Freising noch mit Plus - aber auf Sparkurs
Das Erzbistum München und Freising spürt auf der einen Seite die sinkenden Einnahmen aus der Kirchensteuer, auf der anderen Seite wirken sich der große Immobilienbestand, höhere Ausgaben für Löhne und Pensionen sowie die Inflation negativ aus. Im vergangenen Jahr stand - teils aufgrund von Einmaleffekten - unter dem Strich dennoch ein Plus von 74 Millionen Euro, was aber einen deutlichen Rückgang zu den 146 Millionen Euro des Vorjahres bedeutet.
Ohnehin gehen die Verantwortlichen des größten bayerischen Bistums in den kommenden Jahren von einem signifikanten Einsparungsbedarf aus. Das liegt auch an der erwarteten Entwicklung bei der Kirchensteuer, die 2025 noch knapp 630 Millionen Euro einbrachte (2024: 645 Mio). Deshalb soll schon in diesem Jahr bei den Ausgaben gekürzt werden. Den Planungen zufolge wird das Ergebnis 2026 dennoch bei minus 12 Millionen Euro liegen, was im Rahmen von zweckgebundenen Rücklagen ausgeglichen werden soll.
Darüber hinaus soll systematisch erarbeitet werden, welche Gebäude in den Dekanaten wirklich benötigt werden, welche Kirchen und Pfarrheime gemeinsam oder anderweitig genutzt und welche verkauft werden können. Denn die Diözese zahlt den Kirchenstiftungen jährlich rund 50 Millionen Euro Zuschuss für die bisher rund 3.600 pastoral genutzte Gebäude.
Generalvikar Christoph Klingan betont bei allen Sparbemühungen dennoch: "Trotz rückläufiger Ressourcen haben wir selbstverständlich weiterhin den Anspruch, in der Gesellschaft mit unserem kirchlichen Handeln präsent und wirksam zu bleiben, vor allem dort, wo Menschen Gott suchen oder Hilfe brauchen." Zugleich weiß auch er: "Wir können aber nicht alles weiterführen wie bisher, Konzentration und Schwerpunktsetzung sind ein Gebot der Stunde."