Nachhaltigkeit sei dort relevant, wo sich mit Verantwortung Geld sparen lasse, sagt Handelsexpertin Schleicher – wie beim Elektroauto oder der Solaranlage. "Bei Kleidung fehlt der Eigennutz." Nachhaltige Mode koste mehr, die Wirkung sei für viele weniger ersichtlich. Für die meisten sei es das Nachhaltigste, weniger zu kaufen.
Was Kunden besonders wichtig ist
Gute Passform, Bequemlichkeit und Komfort, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und hohe Qualität sind für Verbraucher die wichtigsten Auswahlkriterien beim Kleidungskauf. Die Ergebnisse fallen ähnlich aus wie 2022. Deutlich rückläufige Werte gibt es bei markenbezogenen Aspekten – wie dem Ruf der Marke, Design, Herkunft und Exklusivität.
Für glaubwürdig halten die Befragten Marken vor allem dann, wenn sie verlässlich hohe Qualität bieten. Croonen erkennt darin auch ein Signal gegen Ultra Fast Fashion. Verbrauchern müsse jedoch klar sein, dass Qualität – im Sinne von Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und Produktsicherheit – ihren Preis hat.
Wie haben sich die Preise entwickelt?
Zwar haben sich auch viele Mode-Artikel verteuert, aber weniger stark als andere Produkte. Ein Herrenhemd kostete laut Statistischem Bundesamt im Juni im Schnitt knapp 15 Prozent mehr als 2020, Kinderschuhe knapp 12 Prozent. Ein Damenshirt war gut 6 Prozent teurer, Jacken oder Mäntel für Säuglinge oder Kleinkinder 4 Prozent. Insgesamt legten die Verbraucherpreise seit 2020 um durchschnittlich mehr als 24 Prozent zu, bei Nahrungsmitteln um 37 Prozent.