Kehlbach Kulturhalle erhält neuen Namen

Heike Schülein
Der Steinbacher Gemeinderat benennt die Kulturhalle Kehlbach in „Schorsch-Neubauer-Halle“ um. Foto: Heike Schülein

Der Steinbacher Gemeinderat benennt die Kulturhalle in Kehlbach um. Die trägt nun den Namen eines Mannes, der seine Heimat entscheidend geprägt hatte.

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eorg Neubauer wurde am 10. Juli 1915 in Kehlbach geboren und musste bereits mit acht Jahren nach dem Schulunterricht als „Hütbub“ Verantwortung übernehmen. Beruflich war er zunächst als Holzmacher und dann als Glasmacher tätig, wobei er sich als Betriebsratsvorsitzender engagierte. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft wurde er mit der Bildung des Gemeinderates beauftragt. Von 1952 bis Ende 1973 bestimmte er als Bürgermeister maßgeblich die politische Entwicklung seines Heimatortes.

„Er zählte zu den Initiatoren des politischen Zusammenschlusses mit Steinbach am Wald und war somit einer der Gründungsväter der neuen Großgemeinde“, würdigte ihn Bürgermeister Thomas Löffler (CSU) in der jüngsten Steinbacher Gemeinderatssitzung. „Ein besonderes Anliegen war ihm auch der Bau der Kulturhalle, woran er maßgeblich beteiligt war“, stellte Löffler heraus. Ebenso großes Engagement zeigte er im Vereinsleben der Gemeinde. Ältere Bürger erinnerten sich noch, dass ihr Bürgermeister, der zugleich auch Gemeindediener war, wiederholt die Stegeisen anzog und an den hölzernen Lichtmasten hinaufkletterte, um defekte Straßenlampen zu reparieren.

„Schorsch“ statt Georg

Aufgrund seines Lebenswerks hatte nunmehr die Kehlbacher Bevölkerung den Wunsch an die Verwaltung herangetragen, die Kulturhalle nach ihm umzubenennen. Wie Werner Vetter seitens der Zuhörerschaft ausführte, sei dieser allgemein als „Schorsch“ bekannt gewesen und habe sogar auf manchen Schriftstücken so unterschrieben. Daher regte er an, bei der Namensgebung lieber „Schorsch“ anstatt Georg zu berücksichtigen. Am Ende entschied sich das Gremium einstimmig für den Namen „Schorsch-Neubauer-Halle“. Ein entsprechender Schriftzug, über dessen genaue Gestaltung noch beraten wird, wird am Gebäude angebracht.

Steinbach am Wald ist eine von derzeit sechs Modellkommunen im Landkreis, die durch das des Projekt Kommunalentwicklung (vormals Kommunalmarketing) Unterstützung auf ihrem Weg zu einer attraktiven und vitalen Gemeinde erhalten. Bei der Sitzung stellte das Team von „Kronach Creativ“ die Ziele vor, informierte über das Thema „attraktives Wohnen“ und gab einen Kurzbericht aus dem Arbeitskreis Generationen. Hintergrund der Initiative sei es, so „Kronach Creativ“-Vorsitzender Rainer Kober, dem den Landkreis prognostizierten Bevölkerungsschwund von weiteren zehn Prozent in den kommenden zehn Jahren entgegenzuwirken. Erreichen wolle man die hierfür notwendigen Veränderungsprozesse insbesondere mit der Aktivierung von bürgerschaftlichem Engagement.

Attraktiver Wohnraum

Als maßgebliche Schwerpunkte in der Gemeinde habe man – so Sabine Nuber – die Schaffung von attraktivem Wohnraum sowie den Generationsgedanken herausgearbeitet. Demnächst werde man Eigentümern von Immobilien außerhalb des festgelegten Sanierungsgebiets eine Sanierungsberatung durch einen Architekten anbieten. Sanierungswillige Eigentümer können sich hierfür bewerben, sofern es sich bei ihrem Gebäude um einen Leerstand bzw. eine Mindernutzung handelt, dieses mindestens 40 Jahre alt ist und außerhalb des Sanierungsgebiets liegt. Die Beratung hat einen Wert von 1000 Euro, dies entspricht etwa zehn Beratungsstunden. Für den Nutzer werden 100 Euro Eigenbeteiligung fällig.

Derzeit baue man einen Pool aus Architekten auf. Pro Jahr können fünf Beratungen berücksichtigt werden. Die Bewerbung läuft über die Gemeinde, deren Mitarbeiter eine entsprechende Schulung erhalten. Das Angebot wird auch Bestandteil einer Info-Veranstaltung am 13. September, um 18.30 Uhr in der Rennsteighalle, rund um das Thema Wohnen sein. „Wir denken bei Wohnraum immer an Neubau. Aber es gibt bei uns auch ein großes ungenutztes Potenzial an vorhandenem schlummerndem Wohnraum“, verdeutlichte der Bürgermeister.

Video-Projekt

Jugendbeauftragte Lea Löffler berichtete unter anderem dann über ein derzeit an verschiedenen Plätzen in der Gemeinde entstehendes Video-Projekt. Mit den zehn Videoclips, die im Herbst in den Neuen Medien veröffentlicht werden sollen, möchte man die Schönheit der Heimat aufzeigen.

Angela Wiegand (CSU) erkundigte sich nach dem Abbruch des Anwesens Wiesenweg 3. Hier bereite man, so der Bürgermeister, aktuell die Ausschreibung vor. Anke Weiß (CSU) prangerte das teilweise ungepflegte Erscheinungsbild gemeindlicher Grünanlagen an. Bei einer Bau- und Umwelt-Ausschusssitzung sollen alle Grünanlagen besichtigt werden.

Peter Grüdl (SPD) regte in diesem Zusammenhang einen Aufruf im Mitteilungsblatt an, ob Anwohner sich in die Pflege dieser Flächen einbringen würden.

Glückwunsch an Schulabsolventen

Glückwunsch an Schulabsolventen  Bürgermeister Thomas Löffler beglückwünschte die Schulabsolventen im Gemeindegebiet zu ihren Abschlüssen. Für ihren neuen Lebensabschnitt wünschte er alles Gute – verbunden mit dem Wunsch, dass diese ihrer Heimat erhalten bleiben und deren Zukunft mitgestalten. Für die jungen Leute gab es Präsente mit dem Gemeinde-Logo sowie einen kleinen Imbiss.

 

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