Kehlbach Neuer Glanz im Untergrund

Karl-Heinz Hofmann

Bei Kehlbach wird eine wichtige Wasserleitung erneuert. Die Fernwasserversorgung Oberfranken plant zudem einen neuen Hochbehälter am Kehlbachsberg.

Über den Foto: K.- H. Hofmann

Wenn auch der Baubeginn von Nebel umhüllt war, so wurde im Golddorf Kehlbach kürzlich doch eine wichtige Infrastrukturmaßnahme begonnen, die zwar nur unterirdisch für neuen Glanz sorgt, aber eine Bereicherung für die Wasserversorgung im kleinen Gemeindeteil von Steinbach am Wald bedeutet. Denn nur ein funktionierendes Wasserleitungsnetz unter der Erde ist Garant, dass das qualitativ gute Trinkwasser auch aus dem Wasserhahn in den Haushalten fließen kann.

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Das Leitungsnetz in Kehlbach ist teils über 50 bis 60 Jahre alt und war entsprechend marode, was zu mehr Wasserverlusten und zu hohen Kosten bei Wasserrohrbrüchen führte. Der Zweckverband Wasserversorgung Frankenwaldgruppe (FWG) investiert deshalb weiter in ein neues Wasserleitungsnetz im nördlichen Landkreis. Bei Kehlbach ist außerdem durch die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) ein neuer Hochbehälter geplant. Kürzlich wurden die Verlegungsarbeiten für ein neues Wasserleitungsnetz für die Straßenzüge „Grünwiesen“ und „Kirchbergstraße“ in Kehlbach begonnen. Bauende ist je nach Witterung für Jahresende oder spätestens (je nach Wintereinbruch) bis Frühjahr 2023 vorgesehen.

Die Firma Karl Krumpholz Rohrbau Kronach führt die Arbeiten auf einer Länge von 550 Metern durch. Die Kosten werden auf circa 510 000 Euro beziffert. Die Maßnahme wird nach Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas 2021) durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert. Hausanschlüsse werden, soweit von den Anwohnern gewünscht, ebenfalls mit erneuert.

Der Verbandsvorsitzende der FWG und Bürgermeister von Tettau, Peter Ebertsch, sprach Dank an den Freistaat Bayern aus und forderte die Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas) müssten bleiben – gerade für ländlichen Raum. Zudem dankte er Landtagsabgeordnetem Jürgen Baumgärtner, der als Abgeordneter aber auch vor allem als Vorsitzender der FWG großen Einsatz zeigte, um den angelaufenen Investitionsstau zu lösen und das Wasserleitungsnetz auf neuesten Stand zu bringen. Mit Weitblick und Engagement habe er sich auch für entsprechende Fördermittel für die Region eingesetzt. Er habe auch die FWO als starken Kooperationspartner mit ins Boot geholt, was sich jetzt schon bewährt habe.

Ein Appell ging an die Bauunternehmen, wobei er besonders die Firma Krumpholz als guten und zuverlässigen Partner hervorhob: „Macht möglichst bezahlbare Preise“, forderte Ebertsch, denn sonst müsse man auch solche dringend erforderlichen Projekte in Zukunft verschieben zulasten der Bürger und einer intakten Infrastruktur. Als Vergleich nannte er Kosten für den laufenden Meter Wasserleitung: Im Jahr 2015 habe noch bei 250 Euro gelegen, heute liege man teilweise bei 1800 Euro pro laufendem Meter.

Bürgermeister Thomas Löffler, Steinbach am Wald, freute sich, dass mit dieser und weiterer Maßnahmen mit Investitionen in Millionenhöhe die Wasserversorgung in Ordnung gebracht werde. „Wir brauchen keine goldenen Wasserleitungen, aber eine funktionierende Trinkwasserversorgung“, sagte er und dankte für die Baumaßnahmen.

Die Maßnahme wird im Vorgriff auf den Neubau eines Hochbehälters in Kehlbach durchgeführt, der durch die FWO in 2023/ 2024 neu errichtet wird. Die Ortsnetze Kehlbach, Buchbach (Gemeinde Steinbach am Wald) und Schauberg, Langenau (Markt Tettau) werden in Zukunft durch den zentralen Hochbehälter „Kehlbachsberg“ mit einem Volumen von zweimal 300 Kubikmeter Wasser versorgt. Die bisherigen Hochbehälter werden dann stillgelegt.

Der Geschäftsführer der Firma Karl Krumpholz Rohrbau Kronach, Andreas Rubenbauer, dankte für das Vertrauen und bat zugleich um Verständnis, wenn die Preisentwicklung momentan nicht absolut vorhersehbar ist.