Kellerduell in Ludwigshafen HSC will kühlen Kopf bewahren

Seine Leidenszeit neigt sich dem Ende: Jakob Knauer (Mitte) steht nach langer Verletzungspause vor der Rückkehr in den HSC-Kader. Foto: Iris Bilek

Der HSC 2000 Coburg gastiert am Samstag in den 1. Handball-Bundesliga bei den Eulen Ludwigshafen. Wach sein, aggressiv und kompakt auftreten – das fordert Trainer Alois Mraz vor dem Kellerduell.

Coburg - Lichtblicke gab es in dieser Saison schon einige beim HSC 2000 Coburg. Selten aber strahlte das Lämpchen der Hoffnung über einen längeren Zeitraum. Noch immer ziert der Aufsteiger das Tabellenende in der 1. Handball-Bundesliga und hält die Rote Laterne in Händen. Ausgerechnet in den Duellen gegen direkte Konkurrenten gingen die Lichter bisher in schöner Regelmäßigkeit aus. Ein absoluter K.-o.-Faktor im Kampf um den Klassenerhalt. Das soll sich am Wochenende ändern. Das Team von Trainer Alois Mraz gastiert am Samstag (20.30 Uhr/live bei Sky) bei den Eulen Ludwigshafen, die zusammen mit den Vestestädtern zu den fünf Mannschaften gehören, die die vier Absteiger unter sich ausmachen dürften.

Der Coburger Chefcoach, dem seit vergangener Woche sein Vorgänger und der jetzige HSC-Geschäftsführer Jan Gorr mit einem reichen Erfahrungsschatz auch am Spielfeldrand beratend zur Seite steht, hofft darauf, dass seine Handballer den Rheinland-Pfälzern ein paar Eier ins Osternest legen können, zumindest eines mehr, als im eigenen liegen werden.

Hoffnung schöpft der 42-Jährige aus dem erhellenden Auftritt gegen Wetzlar, der zuletzt mit einem 30:30-Unentschieden endete. „Gefallen hat mir, dass wir auch in schwierigen Phasen keinen mentalen Einbruch erlitten haben. So konnten wir den Rückstand verkürzen und haben Anschluss gefunden. Zufrieden war ich auch mit unserer Angriffsleistung. Mit 30 Toren waren wir effektiv“, blickt er zurück.

Mraz: „Dagegenhalten“

Um die bislang düstere 1:11-Punkte-Bilanz gegen die unmittelbaren Mitstreiter im Abstiegskampf zu verbessern, müssen die HSC-Akteure aber mit dem Erfolgsdruck fertig werden, der gerade in solchen Begegnungen groß ist. Im Umgang mit den mal mehr, mal weniger intensiven Stresssituationen in diesen Spielen müsse sein Team eine gute Mischung finden, sagt Mraz. „Die Ludwigshafener sind heiß, da müssen wir kühlen Kopf bewahren. Die Jungs wissen, um was es geht. Wir müssen uns auf unsere Leistung konzentrieren. Wenn wir sie abrufen, können wir gewinnen.“ Gelingen soll das mit Wachheit, Kompaktheit und Aggressivität in der Abwehr sowie dem Minimieren technischer Fehler und einer guten Chancenverwertung im Angriff.

Alois Mraz sieht das Licht am Ende des Tunnels also noch. Die Aufgabe am Samstag hat es aber in sich. Eulen werden in der Symbolik als die Vögel der Weisheit bezeichnet, die im Dunkeln hervorragend sehen können. Zwei Wesensarten, die im übertragenen Sinn auch auf die Ludwigshafener Handballer zutreffen. Nomen est omen: Sie gelten als clever, begabt, eingespielt und sehr erfahren, vor allem in trüben Zeiten. „Sie stehen seit Jahren im Abstiegskampf und wissen, wie sie sich da verhalten müssen. Das macht sie gefährlich“, meint der HSC-Chefcoach. Mit Dittrich und Wagner stünden zwei wurfgewaltige Spieler im Team von Eulen-Trainer Ben Matschke. Aber auch Neuhaus, Bührer und Valiullin seien torgefährlich und würden schnell in die Tiefe gehen. „Da müssen wir dagegenhalten und das richtige Maß finden beim Rausgehen aus der Abwehr, damit wir unsere Kompaktheit nicht verlieren.“

Das Lazarett lichtet sich

Die Miene von Alois Mraz hellt sich auf hinsichtlich der personellen Situation. „Tobias Varvne hat nach seiner Kopfprellung vom Minden-Spiel ein paar Tage Pause gebraucht. Es sieht aber gut aus, was seine Einsatzfähigkeit angeht“, sagt der Trainer. Auch Paul Schikora habe seine Erkältung überstanden und sei wieder fit, sodass die Coburger voraussichtlich mit voller Kapelle an den Rhein reisen werden. Angeschlagen sei lediglich Andreas Schröder, der Rückenprobleme hat.

Wieder ins Scheinwerferlicht rücken könnte in Ludwigshafen einer, dessen monatelange Leidenszeit nach einer Schulteroperation sich nun dem Ende neigt: Jakob Knauer. „Im Training macht er schon voll mit. Wir werden Ende der Woche entscheiden, ob Jakob wieder in den Kader rückt“, erklärt Alois Mraz.

HSC 2000 Coburg (Aufgebot): Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum, Paul Dreyer – Pouya Norouzinezhad, Felix Sproß, Dominic Kelm, Drasko Nenadic, Florian Billek, Dino Mustafic, Pontus Zetterman, Tobias Varvne, Paul Schikora, Justin Kurch, Stepan Zeman, Milos Grozdanic, Andreas Schröder (?), Christoph Neuhold, Jakob Knauer (?), Jakob Kassing, Felix Dettenthaler.

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