Rekordgewinne lösen Verteilungsdebatte aus
In Südkorea haben die extrem hohen Unternehmensgewinne der großen Halbleiterproduzenten Samsung Electronics und SK Hynix zudem zu einer öffentlich debattierten Verteilungsfrage geführt. Ende Mai nahmen Mitglieder der Samsung-Gewerkschaft nach einer Streik-Drohung einen Kompromissvorschlag des Managements an, der Jahresprämien von mehreren Hunderttausend Euro für jeden Mitarbeiter der hochprofitablen Halbleitersparte vorsieht. Zeitweise hatte Präsident Lee die Forderungen einiger Halbleitergewerkschaften als "exzessiv" kritisiert.
Während die Tech-Unternehmen des Landes von der anhaltenden KI-Nachfrage profitieren und hohe Löhne sowie Prämien zahlen, läuft es in vielen anderen Industriezweigen Südkoreas derzeit eher durchwachsen. So ist die Arbeitslosenquote in der besonders betroffenen Altersgruppe unter 30 Jahren zuletzt deutlich gestiegen. Zudem wird befürchtet, dass der KI-Boom, von dem die südkoreanische Techbranche profitiert, gleichzeitig etliche Arbeitsplätze insbesondere im verarbeitenden Gewerbe überflüssig machen könnte.
Bei den Geschäftszahlen von Samsung Electronics handelt es sich um eine erste Schätzung. Genauere Zahlen wird der Konzern erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen, voraussichtlich am Ende des Monats.