Kiel kommt Besonderes Spiel für HSC Coburg

Gegen Kiel wieder gefordert: Coburgs Kapitän Andreas Schröder. Foto: Schulz/Eibner-Foto/Imago

Der HSC 2000 Coburg empfängt den THW Kiel. Cheftrainer Alois Mraz hofft auf einen furchtlosen Auftritt seiner Handballer gegen den amtierenden Meister und Champions-League-Sieger.

Coburg - Auf den HSC 2000 Coburg rollt in der 1. Handball-Bundesliga die nächste Welle zu. Am Mittwoch (18 Uhr/live bei Sky) gastiert der THW Kiel in der HUK-Arena auf der Lauterer Höhe. Die Mannschaft von Trainer Filip Jicha reist als amtierender deutscher Meister und Champions-League-Sieger an. Damit sich die Welle für die Vestestädter nicht wieder zum Tsunami auswächst wie zuletzt bei der 22:43-Rekordpleite in Magdeburg, fordert Coburgs Chefcoach Alois Mraz gegen das mit elf Nationalspielern aus verschiedenen Ländern gespickte Team aus dem Norden 100-prozentigen Einsatz, volle Konzentration und effektive Chancenverwertung.

Enorme Qualität

Im Kader der Kieler, deren Etat auf knapp 10 Millionen Euro geschätzt wird, stehen Hochkaräter wie Duvnjak, Ekberg, Landin oder Sagosen, mit Pekeler, Wiencek und Weinhold auch drei aktuelle DHB-Auswahlspieler. „Wir müssen uns gegen das beste Team der Welt beweisen, es hat enorme Qualität“, sagt Mraz. „Das ist eine große Herausforderung für meine Jungs. Sie müssen den Kampf annehmen.“

Der THW rangiert derzeit zwar nur auf Platz drei der Tabelle, liegt aber mit fünf Spielen im Rückstand im Vergleich zur Konkurrenz. Mit 27:3 Punkten weisen die Kieler die wenigsten Minuszähler auf. Das Klassement führt aktuell die SG Flensburg-Handewitt (32:4) vor dem SC Magdeburg (28:10) an.

Klatsche aufgearbeitet

Alois Mraz war ganz froh über die Länderspielpause. So blieben den Coburgern zehn Tage, die böse Klatsche von Magdeburg zu verarbeiten. Der blutleere und emotionslose Auftritt hatte für heftigen Unmut in HSC-Fankreisen gesorgt. „Es haben viele Gespräche stattgefunden. Ich denke, wir haben die Zeit auch im Training gut genutzt“, meint der HSC-Trainer , der sowohl in Abwehr als auch Angriff an den offensichtlichen Defiziten arbeiten ließ.

„Wichtig gegen Kiel wird sein, dass wir es vor allem in der Anfangsphase besser machen als in Magdeburg“, sagt der HSC-Chefanweiser. „Wir müssen die Chancen, die wir uns herausarbeiten, effektiver nutzen.“ Dieses Manko hatte bei den Magdeburgern zu einem 0:8-Rückstand nach sieben Minuten geführt, sodass die Partie früh entschieden war.

Mraz fordert 100 Prozent

Mraz erwartet zudem eine geduldigere Spielweise von seinem Team. „Wir müssen bei Ballkontrolle überlegter agieren, die Angriffe länger ausspielen und diesmal auch die richtigen Entscheidungen treffen.“ Er weiß, dass gegen ein Topteam wie den THW Kiel erneut großer Druck für seine Handballer entstehen wird. Mraz hofft, dass sie die notwendige Lockerheit trotzdem nicht verlieren. „Voraussetzung ist die richtige Einstellung und 100-prozentiger Einsatz“, meint er.

Der Coburger Trainer erwartet, dass seine Mannschaft hochmotiviert aufläuft. „Jeder Spieler kann sich beweisen, wenn er sich mit den Besten misst. Ein Tor gegen Niklas Landin machen oder Sander Sagosen in der Abwehr stoppen, das ist Ansporn genug für einen Handballer“, meint er. „Es ist etwas ganz Besonderes, gegen Kiel zu spielen.“

Schikora fällt aus

Mraz wäre nicht Mraz, wenn er selbst gegen einen übermächtigen Gegner wie den THW nicht von einem Punktgewinn träumen würde. „Wetzlar hat das auch geschafft“, meint der Berufsoptimist. Die HSG hatte die Kieler am 3. Spieltag mit 31:22 bezwungen. Einen weiteren Punkt abgegeben hat das Jicha-Team im Februar beim 24:24 im Spitzenspiel gegen Magdeburg, ansonsten gab es nur Siege. „Wir müssen diszipliniert zu Werke gehen, im System bleiben und unsere Chancen verwerten. Dann schauen wir, was passiert“, meint der HSC-Coach.

Verzichten muss er diesmal neben den Langzeitverletzten auf Rechtsaußen Paul Schikora, der sich mit einer Erkältung krank gemeldet hat. Für ihn rückt Jakob Kassing aus der zweiten Mannschaft in den Kader. „Ich freue mich für ihn, dass er gegen Kiel dabei sein kann. Er gibt im Training immer Vollgas“, sagt Alois Mraz.

Kader

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum – Felix Sproß, Dominic Kelm, Drasko Nenadic, Florian Billek, Dino Mustafic, Pontus Zetterman, Tobias Varvne, Felix Dettenthaler, Justin Kurch, Stepan Zeman, Milos Grozdanic, Andreas Schröder, Christoph Neuhold, Jakob Kassing. – Es fehlen: Paul Schikora, Pouya Norouzinezhad, Jakob Knauer, Fabian Apfel, Max Preller.

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