Kindergarten Mitwitz muss tiefer ins Finanzsäckel greifen

Heike Schülein
Der Marktgemeinderat Mitwitz besichtigte die neuen Räumlichkeiten der Mitwitzer Kinderkrippe. Nun geht es an die Außenanlagen. Architekt Thomas Kropf (Vierter von links) stellte die Planungen vor. Foto: Heike Schülein/Heike Schülein

Die Außenanlagen am Kindergarten kommen teurer als veranschlagt. Dennoch segnet der Gemeinderat die Pläne ab. Jetzt geht es noch um die Kostenteilung.

Lichtdurchflutete Räumlichkeiten, ein stimmiges Farbkonzept und jede Menge Platz zum Herumtollen und Spielen gibt es im neuen Erweiterungsbau des evangelischen Kindergartens Mitwitz. Bei einer Besichtigung verschaffte sich der Mitwitzer Marktgemeinderat am Dienstagabend einen Eindruck davon, ebenso von den noch anzugehenden Außenanlagen.

In der neuen, direkt an den Kindergarten angebauten Krippe entstanden zwei Gruppen mit dazugehörigen Schlaf- und Sanitärräumen, ein Personal- und Eltern-Gesprächsraum, ein Speisesaal und Behinderten-WC. Dem Bewegungsdrang der Kinder trägt ein langer Spielflur Rechnung.

Zu den hier geschaffenen 24 zusätzlichen Betreuungsplätzen sowie zwei Notplätzen kommen weitere sechs Krippenplätze im Altbau, sodass nun insgesamt 30 Krippenplätze zur Verfügung stehen. Insgesamt bietet die Kita im Erweiterungsbau und im Bestand Platz für 85 Jungen und Mädchen.

Außenanlagen werden teurer

Im Beisein von Pfarrer Burkhard Sachs informierte Planer Thomas Kropf über die geplante Gestaltung der Außenanlagen, bevor er bei der anschließenden Marktgemeinderatssitzung das Zahlenwerk vorstellte. Im ersten Ansatz waren Gesamtkosten von 163 000 Euro veranschlagt. „Darin war allerdings nur der hintere Gartenbereich beinhaltet“, erläuterte er. Da die Planungen um mehrere Maßnahmen ergänzt wurden, beispielsweise um eine Feuerwehrauffahrt und Parkplätze für die Mitarbeiterinnen, lande man nun bei einer Gesamtsumme von rund 450 000 Euro.

Laut dem Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Mitwitz, Stephan Urban, verbleibt nach Abzug der Förderung ein ungedeckter Bedarf von 75 000 Euro. Die Kostenteilung wird mit der Kirche noch abgeklärt. Das Gremium zeigte sich mit den Planungen einverstanden. Der Umzug in die Krippe ist für den 1. Juli geplant; die Inbetriebnahme für den 4. Juli. Dann kann auch die Container-Übergangslösung entfernt werden. Bei dem Erweiterungsbau mit Kosten von rund 2,5 Millionen Euro handelt es sich um eines der aktuell größten Maßnahmen in der Gemeinde.

Konzept für Wohngruppe

Die ehemalige Zahnarztpraxis in Steinach 23 wurde von der ISA Kompass GmbH 2021 zwecks Nutzungsänderung zur Heilpädagogischen Wohngruppe erworben. Bei der Sitzung informierten Prokurist Thomas Linke und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Kinderseele“, Roman Klein, über das Konzept. Der Träger hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern aus schwierigen Verhältnissen ein Aufwachsen in Liebe, Geborgenheit und Sicherheit zu ermöglichen, in Wohngruppen bis zu höchstens zehn Personen. In Steinach werden derzeit neun Kinder zwischen acht und 14 Jahren durch fünf Mitarbeiter betreut. Nach dem Umzug der Gruppe von Kronach nach Steinach hätten sich die jungen Bewohner schon gut eingelebt, sagte Linke. Für den 15. Juli ist ein „Tag der offenen Tür“ in der Wohnstätte in Steinach geplant.

Die Leistungen für die Erneuerung der Wasserleitung von Mostholz zur Haderleinwustung wurden an die Firma Hauck Tiefbau aus Großheirath vergeben. Die Angebotssumme in Höhe von rund 356 000 Euro liegt etwa 162 000 Euro unter der Kostenberechnung. Die Maßnahme wird mit 40 Prozent gefördert. Grünes Licht gab es für die Bauanträge von Stefan Weniger auf Anbau an ein Wohnhaus in Schwärzdorf sowie vom Waldhotel Bächlein auf Errichtung eines Schwimmteichs mit einer Wasserfläche von rund 400 Quadratmetern, einer Sauna und einer Umkleide in Bächlein. Eröffnung soll zur Sommersaison 2023 sein.

Neue Feldgeschworene

Bürgermeister Oliver Plewa (CSU) informierte in Sachen Gemeindeentwicklungskonzept. Bevor man in die Verfahren für die Ortsteile einsteigen könne, müsse man – so die Forderung vom Amt für Ländliche Entwicklung – ein entsprechendes Konzept erarbeiten. Für die im vergangenen Jahr bei einer Klausurtagung erarbeiteten Handlungsfelder wurden bereits Angebote eingeholt und eine Auswahl getroffen. Derzeit warte man noch auf den Bescheid, im September wolle man starten.

Werner Feick wurde für seine 60-jährige Tätigkeit als Feldgeschworener geehrt. Erfreulicherweise konnte man zwei neue Feldgeschworene gewinnen, sagte Plewa. Dennoch sucht man noch weitere Personen für dieses Ehrenamt.

Ärger über Graffiti

Bürgermeister Oliver Plewa ärgert sich immer wieder über Vandalismus am Aussichtsturm am Rande des Schlossparks. Durch Graffiti seien mittlerweile gravierende Schäden entstanden, kritisierte er: „Es ist unfassbar, wie man einen so schönen Ort so verschandeln kann.“ Man habe nun eine Belohnung von 250 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt und die Polizei eingeschaltet.

 

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