Rathausumfeld in Ermershausen gilt schon seit vielen Jahrhunderten als Mittelpunkt im Oberen Haßgau. Auch nach der Landkreisreform 1972 und Gemeindegebietsreform 1978 spielten sich auf dem Platz schon viele schöne, aber auch entsetzliche Szenen ab. Zu einem der schönsten Momente gehören die Traditionen, die in Ermershausen noch gepflegt werden. So ist es auch, wenn am Kirchweihmontagnachmittag die Jugend zur Kirchweihpredigt einlädt. Die zahlreichen Zuhörer versammeln sich auf dem Rathausvorplatz, wo ihnen der Kirchweihprediger einen Spiegel der Geschehnisse übers Jahr in Versform vor Augen hält. Was die Jugend zu Gehör bekommt, das irgendwie so gelaufen ist, wie es laufen sollte, wird in der Kirchweihpredigt dargelegt und manchmal etwas abgeändert vorgetragen. Jeder bekommt dabei sein Fett weg. Während in früheren Jahren die unverheiratete Jugend sich um die Kirchweihpredigt kümmerte, die auf dem Balkon des Gasthauses „Zum Goldenen Schwan“ vorgetragen wurde, ist seit Jahren die Evangelische Landjugend zuständig, die zum Rathaus wechselte. Heuer kam der Kirchweihprediger (Felix Mai) als Fackelträger der olympischen Mannschaft aus Ermershausen. Mit einem Bierkrug wurde eine Wurfdisziplin ausgetragen. Nach ihrer Auffassung treibt das Rennen sie in den Ruin, deshalb geht’s nach dem Motto „Saufen statt Laufen“. Der gesammelte „Eintritt“ wurde in die olympischen Disziplinen wie