Kirchweihwochenende Feierlaune in Unterpreppach

Wolfgang Aull

Von Freitag bis Montag wartet auf die Gäste ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Festprogramm.

Volle Bude, beste Stimmung; die Vorfreude von Maria Florschütz, 1. Vorsitzende des OGV Unterpreppach, ist schon groß. Foto: privat/privat

Am bevorstehenden Kirchweihwochenende gilt es, aus dem Alltag auszusteigen, gemeinsam zu feiern und Freundschaften zu pflegen. Dies vereinsübergreifend, über vier Tage hinweg, und mit einem bunten Programm, welches in seiner Vielfältigkeit eine große Besucherschar anzusprechen vermag.

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Organisationsleiter Ingo Heinemann geht das Wochenende mit der frohgemuten Gelassenheit eines Routiniers an. Denn er weiß, er kann sich auf seine eingespielte Helferschaft verlassen. Immerhin 60 Aktive sorgen dafür, dass alles läuft wie am Schnürchen. Auf dem Spielplatz wird das Festzelt stehen, die Preppach ist auf das Entenrennen vorbereitet, und ein Sachpreis wartet beim Hahnenschlag darauf, seinen Besitzer zu wechseln. „Tolle Veranstaltungen“, erklärt er, „haben sich die Vereine ausgedacht.“

Das Festprogramm

Freitag, 30. August: Baumaufstellen mit musikalischer Umrahmung

Los geht es am Freitag Nachmittag. Die Dorfgemeinschaft trifft sich am Festplatz und erwartet die stilvolle Ankunft des Kirchweihbaumes und des ersten Bierfasses auf dem Leiterwagen. Musikalisch wird dieser Einzug und sein Aufstellen begleitet von ortsinternen Musikern.

Nach getaner Arbeit und angestochenem Bierfass kommt das traditionelle Kesselfleisch auf den Tisch. Denn „Essen und Trinken ist das Wichtigste“, hat ihnen schon der geschichtsbewanderte ehemalige Kreisheimatpfleger Günter Lipp mitgegeben, und Traditionspflege ist, wie das Kirchweihprogramm demonstriert, groß angesagt in Unterpreppach. Nach dem Mahl werden die Verstärker aufgedreht: ab 20 Uhr bis tief in die Nacht hinein sorgt die Band Baunach Xpress mit ihren großartigen Liedervorrat für die gebührende Stimmung am ersten Abend der Feiertage.

Samstag, 31. August: Entenrennen, Sau am Spieß und Volksmusik

Fünfhundert nummerierte Enten warten am Samstag darauf, sich beim Rennen miteinander zu messen. Beziehungsweise die Losbesitzenden hoffen, dass ihr Plastiktier das Schnellste ist und entsprechend als Erstes die Ziellinie überschreitet. Denn dann winkt der erste Preis. Was einst als Kindergaudi ausgedacht war, hat mittlerweile Kultstatus und Teilnehmende jeglichen Alters.

Derweil geht es auch stundenlang in einer anderen Beziehung richtig rund: Eine Sau am Spieß, auf offenem Feuer vor Ort gegrillt, versprüht ihren verlockenden Duft, bevor sie gegen Abend auf die Teller kommt. „Wo gibt es das noch“ Musikalisch untermalt wird die Feier mit Volksmusik, für welche sich die vier Original Prappachtaler verantwortlich zeigen.

Sonntag, 1. September: Gottesdienst, Frühschoppen Fußballspiel Kirchweihsingen

Am Sonntag sammelt sich die Dorfgemeinschaft um 9.45 Uhr vor dem Festzelt zur Kirchenparade und marschiert, begleitet von der Jugendblaskapelle Unterpreppach, zum Gottesdienst. Danach geht es zum Frühschoppen. Auf Wunsch kann im Sportheim ein Mittagessen eingenommen werden, um Voranmeldung wird gebeten. Im Sportheim gibt es danach Kaffee und Kuchen. Um 16 Uhr ertönt der Pfiff des Schiedsrichters, die Fußballer treffen sich zum Kräftemessen mit den Aktiven des FC Bad Rodach. Auf dieses Kirchweihheimspiel wird schon lange hingefiebert. Wer auch immer die Punkte mitnimmt, es wird gefeiert. Musikalisch aktiv geht es weiter: Mit Kirchweihsingen im Sportheim, einem Novum, welches demonstriert, wie einfallsreich sich die Dorfgemeinschaft jedes Jahr wieder zeigt.

Montag, 2. September:

Seniorengottesdienst mit Krankensalbung um 13.30 Uhr, Hahnenschlag und gemütlicher Ausklang

Die Montagsaktivitäten starten mit einem Seniorengottesdienst um 13.30 Uhr. Auch dieser hat bereits Traditionscharakter, einschließlich der obligatorischen Krankensalbung.

An Nachmittag des Kirchweihmontags hat in Unterpreppach schon so manch stolzer Hahn seinen Besitzer gewechselt. Es klingt zunächst einfach: „wer mittels Dreschflegel einen Tontopf zum Zerspringen bringt, gewinnt einen lebendigen Hahn.“

Der Haken an der Sache: Teilnehmende bekommen die Augen verbunden, werden zum Tanze gebeten und erst danach dürfen sie ihren Versuch starten. Als Orientierungshilfe, wo sich nun der zu zerschlagende Topf befindet, dienen die gutgemeinen Hinweise aus den Zuschauerreihen.

Erstmalig wird auf Wunsch der Teilnehmenden auf einen lebendigen Hahn als erster Preis verzichtet, ein gebührender Sachpreis wird Heinemann zufolge sicherlich das Potential haben, die Lücke großartig auszufüllen.

Er verhehlt im Gespräch mit der Redaktion nicht, dass es bei der Kirchweih in Unterpreppach um viel mehr geht als nur vier Tage Gaudi zu haben: Pflege der Dorfgemeinschaft und auch Erhalt der Attraktivität von Unterpreppach als Wohnort. Er ist dankbar, dass sich alle Vereinsvorstände bei der Organisation so engagiert einbringen, „alleine würde das nie klappen.“ Und sein Dank gilt weiterhin den zahlreichen freiwillig Helfenden, die in der Festzeit ebenfalls nur wenig Schlaf finden.

Der 45-jährige arbeitet für einen regionalen Lebensraum mit Zukunft, und verbindet all dies mit den Feierlichkeiten, in deren Vorbereitung viele Stunden stecken. Lohnsame Stunden, beteuert er und seine Frau nickt dazu. Dann gibt er noch einen wichtigen Hinweis: „an allen Tagen ist der Eintritt kostenlos!“

Organisiert wird die Kirchweih von dem Verein „Ortsvereine Unterpreppach e. V.“ Hierin haben sich die ortsansässigen Vereine Freiwillige Feuerwehr Unterpreppach, Jugendblaskapelle Unterpreppach, Kameraden- und Reservistenvereinigung Unterpreppach und Umgebung, Kolpingsfamilie Unterpreppach, KSV Waldeck , Unterpreppach e. V.Obst- und Gartenbauverein Unterpreppach und Sportfreunde Unterpreppach 1968 e. V. zusammengeschlossen.