„Klanggrenzen“-Festival in Coburg Klassik mal ganz anders

Ein Bild vor der Pandemie: Die Mitwirkenden des „Klanggrenzen“-Festivals begeisterten in der Reithalle. Foto: /Elizabeth Zimmer

Außergewöhnliche Kunstformen an außergewöhnlichen Orten: Das „Klanggrenzen“-Festival startet in die nächste Runde. Mit Elektronik, Worten, Kirche und Museum.

Nach einem Jahr pandemiebedingter Pause erlebt das interdisziplinäre „Klanggrenzen“-Festival jetzt seine sechste Auflage. Vom 24. bis 30. Mai stehen vier Konzerte auf dem Programm, die Ungewöhnliches zu bieten haben. Das Konzept des Festivals, Musik mit anderen Kunstformen zu verbinden oder sie gegenüber zu stellen, lässt Welten aufeinanderprallen und schafft Synergien der ganz besonderen Art.

„Wir haben das eine Jahr Pause genutzt, um viele spannende und einmalige Konzepte zu entwickeln“, so Mitveranstalter Heiner Reich. Eröffnet wird das Festival am 24. Mai, in Kooperation mit den Designtagen und einem Konzert unter dem Titel „Technokowitsch“. Das Streichquartett mit Martin Emmerich (1. Konzertmeister des Landestheaters Coburg) als Primarius, spielt Musik von Schubert und Schostakowitsch und geht mithilfe elektronischer Instrumente auf Spuren-, Klang- und Rhythmussuche. Das klassische Streichquartett wird durch elektronische Instrumente ergänzt, erst wird klassisch umrahmt, dann elektrisch gesprengt. Zwei Tänzer aus dem Ensemble des Landestheaters komplettieren die Darbietung und fügen dem besonderen Erlebnis noch eine optische Note hinzu.

In Kooperation mit der Kammermusikreihe des Landestheaters Coburg lädt „Klanggrenzen“ zu einer Sonntagsmatinee am 29. Mai ein. Anlässlich des 225. Geburtstages von Franz Schubert erklingt ein reines Schubert Programm: Zwei posthum veröffentlichte Spätwerke Schuberts – sein opulentes Streichquintett C-Dur und sein berühmtes Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ – bilden die Grundlage dieser Matinee. Um vollends in die Welt und den Zeitgeist Schuberts eintauchen zu können, werden Lesungen aus Peter Härtlings Buch „Schubert“ die Musik umspannen und durchdringen.

In einem Konzert am 30. Mai geht es auf Spurensuche nach Elementen des Jazz in der klassischen Musik. Werke für Klavierquintett von Darius Milhaud, George Gershwin und Nicolai Kapustin erklingen und werden mit originellen Dialogen aus Mark Twains fiktiven Tagebüchern von Adam und Eva kombiniert. Die Zuhörer werden also auf eine Reise in die (Jazz-)Evolution entführt.

Benefizkonzert mit Breuninger

Als Höhepunkt kann das exklusiv von der VR-Bank gesponserte Benefizkonzert am 27. Mai angesehen werden. Mit Laurent Breuninger konnte das Festival einen der führenden Geiger seiner Generation gewinnen, der unter dem Titel „Paganinis Fluch“ dem großen Geigenvirtuosen des 19. Jahrhunderts nachspürt. Laurent Breuninger, Professor für Violine in Karlsruhe, spielt Werke für Violine Solo von N. Paganini, E. Ysaye und F. Kreisler und geht der zu Lebzeiten Paganinis allgemein gültigen These des „Teufelsgeigers“ auf den Grund. Das Benefizkonzert findet zugunsten der Aktion Lucia, die sich bundesweit an Aktionen gegen Brustkrebs beteiligt, statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Wie jedes Jahr, ermöglicht auch 2022 die HUK-Coburg durch ihr Sponsoring das breit gefächerte Education-Programm an vielen Schulen und Kindergärten in und um Coburg. In zehn verschiedenen Einrichtungen können knapp 1000 Kinder erreicht werden, die in den Genuss peppig aufbereiteter, klassischer Musik kommen.

Tickets sind in der Buchhandlung Riemann oder an der Abendkasse erhältlich.

Weitere Informationen unter www.klanggrenzen.de

Das Programm:

Dienstag, 24.05.2022 - 19:00, Parkhaus Mauer: Eröffnung der Coburger Designtage – Technokowitsch – Musik und Elektro: von Hochkultur zu Popkultur

Freitag, 27.05.2022 - 19:30 Uhr, Salvatorkirche: Paganinis Fluch – Musik und Literatur: der erste Popstar der Geschichte? Benefizkonzert- Eintritt frei

Sonntag, 29.05.2022 - 11:00 Uhr, Rathaussaal: 225 Jahre Schubert – Musik und Lesung: Geburtstagskonzert

Montag, 30.05.2022 - 19:30 Uhr, Naturkundemuseum: Adam und Eva im Paradies – Musik- und Jazzevolution: Eine Zeitreise zu den Ursprüngen des Jazz.

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