Kleingarnstadt Wer übernimmt?

Alexandra Kemnitzer

Jahrelang kümmerten sich die „Carls“ darum, dass im Bürgerhaus Kleingarnstadt alles bestens funktionierte. Nun würde das Trio aber gerne in „Rente“ gehen.

Christa, Monika und Günter Carl schauen im BürgerhausKleingarnstadt regelmäßig nach dem Rechten. Günter Carl, der seit 20 Jahren dieses Ehrenamt ausübt, geht jetzt in den Ruhestand. Foto: /Alexandra Kemnitzer

Kleingarnstadt - Seit das Bürgerhaus Kleingarnstadt 2001 seinen Betrieb aufnahm, ist Günter Carl Ansprechpartner für das Gebäude und führte den Bürgerverein als Vorsitzender. Nach zwei Jahrzehnten ist für ihn jetzt aber mit beiden Ehrenämtern Schluss. Nun gilt es die Nachfolge zu regeln. „Vielleicht ergibt sich bei der Hauptversammlung des Bürgervereins eine Lösung für das Bürgerhaus“, zeigt sich Carl optimistisch. Wann allerdings die Versammlung und die notwendige Wahl abgehalten werden können, ist pandemiebedingt derzeit noch nicht absehbar.

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Was das Amt des Vorsitzenden angeht, gibt es zumindest schon mit seinem Stellvertreter Marcel Friedrich eine Option. Neben Günter Carl scheiden aber auch mit seiner Frau Christa, die seit 20 Jahren zum Helferteam des Bürgerhauses gehört, und mit Monika Carl, die acht Jahre später dazu gekommen ist, zwei weitere Ehrenamtliche aus. Alle drei hoffen, dass die Lücke bald geschlossen werden kann, denn eine Person alleine könne die Aufgaben nicht bewältigen.

Bis dahin steht das engagierte Trio weiter zur Verfügung, macht aber unmissverständlich klar, dass die Übergangszeit für sie nicht endlos sei. „Es wäre schade, wenn es mit unserem Bürgerhaus nicht mehr weitergehen würde“, meint Christa Carl. Wie Monika Carl verbindet sie mit dem Einsatz im und fürs Bürgerhaus viele schöne Erinnerungen. Das eingespielte Team hatte viel Spaß an dieser Arbeit und versah die Aufgaben gerne. „Feiern von Spätaussiedlern und Heimatvertriebenen waren für uns immer etwas ganz Besonderes gewesen. Es wurde viel getanzt und gelacht“, erzählt Günter Carl. „Oftmals war der Kühlraum mit vielen Getränken und noch mehr Torten und Kuchen gefüllt“, ergänzt Monika Carl.

Üblicherweise werden die Räumlichkeiten während der Woche vom Tischtennisverein, von den Line-Dancern, der Volkshochschule und dem Bürgerverein genutzt. An den meisten Wochenenden hingegen fanden die unterschiedlichsten Feiern und Feste statt. Vom ehrenamtlichen Helferteam wurde am nächsten Tag das Haus komplett wieder in Ordnung gebracht. Dazu gehört es auch Tische und Stühle zu stellen, Geschirr zu spülen und die Räume samt Flur und Treppe zu reinigen.

„Die Nutzer waren mit uns immer zufrieden“, betont Monika Carl. Für das Team gab es viele positive Rückmeldungen. Dies kann auch Günter Carl bestätigen, denn seitens des Gewerbeaufsichtsamtes gab es seit Aufnahme des Betriebs keine Beanstandung. Viele schätzen die unbürokratische Nutzung und die vielen weiteren Annehmlichkeiten wie etwa den Treppenlift ins Obergeschoss.

Nachdem Günter Carl auch Verantwortlicher für den Schlüssel ist, erfolgte die Abholung und Rückgabe ebenfalls schnell und stets reibungslos. Ebenso wie der Getränkebezug. Dieser ist über die direkten Nachbarn, der Familie Finzel/Lesch, gesichert.

Weil das Bürgerhaus auch über einen „Zerlege-Raum“ verfügt. Wurde in der Vergangenheit dort auch immer wieder Spint gekocht oder Würste hergestellt. In „normalen Jahren“ war das Team durchschnittlich zehn bis zwölf Stunden die Woche fürs Bürgerhaus im Einsatz. Obendrein wurden über den Bürgerverein Veranstaltungen organisiert und abgehalten. Beispielsweise schmückten die Mitglieder den Osterbrunnen und trafen sich anschließend zum Kaffee im Bürgerhaus.

Anfänglich hielt der Bürgerverein das Fest zum 1. Mai ab. Später richteten die Feuerwehr und der Tischtennisclub das Fest mit aus. Im Sommer wurde immer ein Treffen für Senioren organisiert und zur Kaffeerunde mit Pfarrer und Bürgermeister eingeladen. Bei so vielen Aktivitäten ist es kein Wunder, dass bei Günter, Christa und Monika Carl zum Abschied etwas Wehmut aufkommt. Obwohl seit März letzten Jahres keine Veranstaltungen mehr abgehalten und die Türen des Bürgerhauses geschlossen sind, geht Günter Carl jeden zweiten Tag ins Bürgerhaus und schaut nach dem Rechten. Somit befindet sich das Bürgerhaus in einem hervorragenden Zustand und kann genutzt werden, sobald Veranstaltungen wieder möglich sind.