Klimaschutz USA offiziell wieder Mitglied des Pariser Klimaabkommens

Die Kuppel des Kapitols in Washington, ist hinter den Schornsteinen des einzigen Kohlekraftwerks in der US Hauptstadt sehen. Foto: Jim Lo Scalzo/EPA/dpa Foto: dpa

Die US-Regierung verspricht die Kehrtwende in der Klima-Politik: Der Kampf gegen die Krise soll auf allen Ebenen Kernstück der amerikanischen Außenpolitik werden.

New York - Am Tag der offiziellen Rückkehr der USA in das Pariser Klimaabkommen hat die neue US-Regierung eine umfassende Kehrtwende im Kampf gegen die Erderwärmung versprochen.

US-Außenminister Antony Blinken sagte, dass das Thema künftig auf allen diplomatischen Ebenen einfließen werde: "Klimawandel und Wissenschaftsdiplomatie können in unseren außenpolitischen Diskussionen nie wieder "Zusätze" sein." Am Freitag vollzogen die Vereinigten Staaten förmlich die Rückkehr in den historischen Klimavertrag von 2015, nachdem sich Washington unter Ex-Präsident Donald Trump zurückgezogen hatte.

Der US-Klima-Sonderbeauftragte John Kerry sprach von einem "historischen" Tag - und betonte, dass die Versprechen von Paris nicht ausreichten. "Wenn wir alles getan hätten, was im Pariser Abkommen festgelegt ist - und das haben wir nicht -, aber wenn jedes Land liefern würde, würden wir immer noch eine Erwärmung auf dem Planeten Erde um 3,7 Grad Celsius sehen", sagte Kerry.

Ziel der Vereinbarung von Paris ist es, den Klimawandel auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Bisher reichen die Pläne der Staaten für das Einsparen von Treibhausgasen jedoch längst nicht aus, um das zu schaffen. Die Folgen der Klimakrise sind bereits weltweit spürbar - dazu gehören etwa ein Anstieg der Meeresspiegel, ein höheres Risiko von Dürren, Hitzewellen, schweren Stürmen und Überschwemmungen, aber auch das Abschmelzen von Gletschern und der Eisflächen an den Polen oder das Absterben von Korallenriffen.

UN-Generalsekretär António Guterres hatte den Schritt der USA am Donnerstag als "Schlüsselmoment" auf dem Schritt zu einem nachhaltigeren Klimaschutz bezeichnet. Auch würdigte er bereits die von der Regierung des neuen Präsidenten Joe Biden durchgeführten Stärkungen der US-Klimapolitik, zu denen auch das Zurückdrehen einiger Schritte der Trump-Regierung gehört.

Biden hatte die Rückkehr zum Klimaabkommen als eine seiner drängendsten Aufgaben direkt an seinem ersten Arbeitstag am 20. Januar eingeleitet - am Freitag war eine 30-tägige Frist abgelaufen, die den Wiedereintritt abschließt. Die USA waren unter Trump Anfang November offiziell aus dem UN-Abkommen zur Begrenzung des Klimawandels ausgeschieden.

Die Vereinigten Staaten haben weltweit den zweithöchsten Treibhausgas-Ausstoß nach China, bei deutlich weniger Einwohnern. Biden will Amerika eigenen Aussagen zufolge zu einer führenden Nation beim Kampf gegen die Erderwärmung machen. Ein frühes Zeichen dafür war, dass er mit dem früheren US-Außenminister Kerry ein politisches Schwergewicht zum Klima-Beauftragten des Weißen Hauses machte.

© dpa-infocom, dpa:210219-99-504571/4

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