Königsberg Frühlingsfreuden im Sudhaus

Grold Snater

Rund 70 Besucher kamen zur ersten Veranstaltung nach der Wiedereröffnung. Die Frühlingsfreuden verbreiteten Ronalda Tortur und Remo Anfacher.

Remo Anfacher (Marco Häfner) und Ronalda Tortur (Rotraut Arnold) begeisterten die zahlreichen Besucher von „Frühlings Freuden“ im Sudhaus in Königsberg. Foto: Claus Bittenbrünn

Die erste Veranstaltung im Sudhaus in Königsberg nach der Wiedereröffnung war ein voller Erfolg. Unter dem Motto „Frühlingsfreuden, frech und fein“ hat die Stadt in das Sudhaus im alten Brauhaus Königsberg eingeladen. Rund 70 Besucher waren der Einladung gefolgt und warteten gespannt darauf, was ihnen unter dieser Überschrift geboten wird. Die Frühlingsfreuden wurden ihnen dann, wie angekündigt, fröhlich in Worten und Noten von Ronalda Tortur und Remo Anfacher dargeboten. So trug Ronalda Tortur nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Bittenbrünn das wohl bekannteste Gedicht von Möricke, „Frühling lässt sein blaues Band, wieder flattern durch die Lüfte….“sehr eindrucksvoll vor. Und im Anschluss folgte gleich darauf Remo Anfacher mit einem emotional dargebotenen Klavierstück von Edvard Grieg „An den Frühling“.

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Eindrucksvoll ging es danach weiter. So wurden im ersten Teil des Konzertes verschiedene Gedichte, die den Frühling zum Inhalt hatten, von Ronalda Tortur zum Besten gegeben. So das Gedicht „Osterspaziergang“ von Goethe, welches einen Monolog aus Goethes „Faust“ darstellt oder auch „Frühling“ von Kurt Tucholsky. Virtuosität zeigte Remo Anfacher bei seinem Klaviervortrag „Frühling“ von Mendelssohn. Nach der Frage der etwas ungewöhnlichen Künstlernamen der Interpreten, bedurfte es dann doch einer kurzen Erklärung: Ronalda Tortur erklärte, dass durch Anagramme verschiedene Buchstaben im Namen Rotraut Arnold und Marco Häfner-so die richtigen Namen der beiden Künstler-vertauscht wurden und es sich Ronalda Tortur und Remo Anfacher bildeten.

Als Überraschungsgast wurde Frau Barbara May angekündigt, welche an der Geige mit großer Fingerfertigkeit, begleitet von Tortur am Klavier, die Violinsonate Nr. 5 zu Gehör brachte. Der Beiname „Frühlingssonate“ entstand, wie bei vielen anderen Werken, erst später und soll den Charakter des Stückes beschreiben. Nach einer kurzen Pause erfolgte der zweite, beschwingtere Teil des Konzertes. Mit der Annenpolka von Johann Strauß, die als „Schwippslied“ einen neuen Text erhalten hat, wurde der zweite Teil eröffnet. Alte Schlager wie zum Beispiel: „Du hast Glück bei den Frau`n Bel Ami“ aus den 30er Jahren oder von G. Neumann das Stück „Ein Neandertaler“ wurden nicht nur sängerisch, sondern auch schauspielerisch gekonnt vorgetragen. Einen Kontrapunkt setzte Ronalda Tortur mit dem Friedensgedicht von Laotse, welches vom Frieden in der Welt, zwischen den Völkern, Städten und Nachbarn erzählt und letztendlich im eigenen Herzen gefunden werden muss. Humorvoll wurden die Limericks, unter welchen man scherzhafte Gedichte in fünf Zeilen versteht, von Remo Anfacher dem Publikum präsentiert, die er selbst mit seinem professionellen Klavierspiel untermalte. Auf Wunsch der begeisterten Konzertbesucher, wurde eine Zugabe gegeben. Und man war einstimmig der Meinung, dass die drei Königsberger Künstler zu einem sehr unterhaltsamen, aber auch zum Nachdenken anregenden Abend beigetragen haben.