Junge Frauen und der öffentliche Raum
Was antworte ich besorgten Freunden, die kritisieren, dass ich meine Tochter ohne zu protestieren im knappen Sporttop zum Joggen losziehen lasse, dass der Rock ein bisschen kurz für die Unwägbarkeiten einer Großstadtnacht sei? Klar, das, was feministischer Argumentationsschatz und mütterliche Solidarität bei einer solchen Gelegenheit hergeben: „Sprecht ihr Männer an, die bei Hitze ungeniert aufs T-Shirt verzichten? Da ist doch noch wesentlich weniger Stoff.“ Oder: „Ich dachte, die Zeiten sind vorbei, in denen Frauen als sexuelle Objekte gesehen werden, die von Männern erobert werden dürfen. Statt die einen einzuschränken, solltet ihr lieber die anderen in ihre Schranken verweisen.“ Alternativ: „Erinnert doch lieber Männer daran, nachts die Straßenseite zu wechseln, wenn ihnen eine Frau entgegenkommt.“