„Manfred, Du bist ein Vorbild" Kreis Coburg: Kommandantentagung der Feuerwehren

Martin Rebhan

Der ehemalige Kreisbrandrat Lorenz wird bei der Kommandantentagung zum Ehrenkreisbrand ernannt. Sein Nachfolger sieht die Feuerwehren gut aufgestellt.

Das unermüdliche Wirken von Manfred Lorenz fand jetzt eine besondere Würdigung. Er wurde zum Ehrenkreisbrandrat ernannt. Erster Gratulant war sein „Sohn“ Löschi, das Maskottchen der Kinderfeuerwehren. Foto: Rebhan

Zwölf Jahre stand Manfred Lorenz als Kreisbrandrat an der Spitze der Wehren im Landkreis Coburg. Bei der Frühjahrstagung der Kommandanten am Samstag in Bad Rodach erfuhr er für seine außergewöhnliche Leistung eine besondere Würdigung: Er wurde zum Ehrenkreisbrand ernannt. Landrat Sebastian Straubel betonte: „Es war Manfred Lorenz immer wichtig seine Leidenschaft für das Feuerwehrwesen an andere weiterzugeben“. Vor allem arbeitete der Landrat die Verdienste von Lorenz bei der Entwicklung der Kinderfeuerwehren und die Förderung des Frauenanteils in den Wehren heraus. Eine „Herzensangelegenheit“ sei es für den Kreisbrandrat a.D. gewesen, die kleinen Wehren zu erhalten. Sein unermüdliches Wirken sei auch an höhere Stelle wahrgenommen worden. So erhielt Manfred Lorenz das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Treffend stellte Straubel fest: „Manfred, Du bist ein Vorbild“.

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Untrennbar ist der Name Lorenz mit dem Maskottchen der Kinderfeuerwehren „Löschi“ verbunden. Kreisbrandmeisterin Diana Schultheiß stellte in einem extra angefertigten Buch vor: „Wie alles begann“. Hier kam heraus, dass Lorenz der „Papa von Löschi“, dem wasserspeienden Drachen, ist.

Damit er es sich richtig gut gehen lassen kann, dankte die Kreisinspektion ihrem ehemaligen Chef mit „Manfred‘s Bänkla“ einem persönlichen Platz zum Genießen.

Neben Manfred Lorenz wurde auch Jochen Mann aus Hassenberg Ehren zuteil. Er darf sich fortan „Ehrenkreisbrandmeister“ nennen.

Personell und fachlich sehr gut aufgestellt sieht Kreisbrandrat Stefan Püls die Feuerwehren im Landkreis Coburg. Lobend äußerte er sich über den Ausbildungsstand der Wehren. Um den hohen Qualitätsstandard zu halten, sieht Püls aber die Notwendigkeit, die Aus- und Fortbildung auszubauen. Um hier mit den Anforderungen Schritt halten zu können, wurde der Lehrgangskatalog der Ausbildungen im Landkreis Coburg neu gestaltet. Deutlich machte Püls, dass bei aller Digitalisierung im Bereich der Ausbildung kein Aktiver verloren gehen dürfe. „Wir wollen ein gutes Mittelmaß zwischen Team-Meetings und Unterricht im herkömmlichen Sinn gestalten“, betonte Püls.

Verbesserungsbedarf sieht Stefan Püls bei der Gruppe der Atemschutzträger. Obwohl zum Jahresende 2021 mit 623 Atemschutzträgern ein Höchststand seit 2009 zu verzeichnen ist, sieht der Kreisbrandrat hier noch „Luft nach oben“. Er forderte, dass sich die Wehren noch besser aufstellen. Püls zeigte sich erfreut darüber, dass sich im Landkreis Coburg 24 Kinderfeuerwehren mit 326 Mädchen und Jungen etabliert haben. Obwohl bei den Jugendwehren der Abwärtstrend gestoppt werden konnte, sieht Püls hier noch Handlungsbedarf. Aktuell zählen sich 354 Anwärter (Vorjahr 334) zu den Jugendfeuerwehren. Mit Blick auf die aktiven Wehren meinte der Kreisbrandrat, nun gelte es, das Niveau zu halten. Derzeit können die Wehren im Landkreis auf 2945 Einsatzkräfte zählen. Ein probates Mittel hier die Zahlen zu festigen, sieht Stefan Püls darin, verstärkt Werbung für „Quereinsteiger“ zu machen. Der Kreisbrandrat meinte, dass man auch noch mit 64 Jahren zur Feuerwehr kommen könnte. „Selbst ein Jahr dabei zu sein, bringt einen Mehrwert“, so Püls.

Einen positiven Trend vermeldete der Kreisbrandrat auch bei den weiblichen Dienstleistenden. Hier stieg die Zahl der Aktiven auf 328. Bei 1642 Einsätzen, davon 495 Brände, war im vergangenen Jahr das Können der Einsatzkräfte gefordert. Zu einem „Hotspot“ bei den technischen Hilfeleistungen habe sich die Autobahn A 73 entwickelt. Großen Respekt zollte er denen, die hier tätig sind, da diese Einsätze ein erhöhtes Gefahrenpotenzial bergen. „Auch bei einer halbseitigen Sperrung darf die Feuerwehr die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht heruntersetzten. Wenn dann ein 40-Tonner mit 80 Stundenkilometer an der Einsatzstelle vorbeifährt, hat dies schon eine hohe Qualität“, erläuterte Stefan Püls. Er forderte, dass hier verstärkt an der Eigensicherung gearbeitet wird.

Beeindruckt über die „tollen Ideen“, die in Kinder- und Jugendfeuerwehren umgesetzt werden, zeigt sich Landrat Straubel. Den Aktiven attestierte er: „Auf euch ist immer Verlass“.