Kinder haben in unserer Gesellschaft nicht den Stellenwert, den sie verdienen: Das hat die Corona-Krise nicht nur mit brutalen Kontaktverboten und ebenso rigiden wie auch extrem lang anhaltenden Schulschließungen gezeigt. Der Neustart an den Schulen führt ebenso klar vor Augen, wie wenig die Kinder dem Freistaat Bayern wert sind: Die Jungen und Mädchen sind in Klassenzimmer zurückgekehrt, die in den allermeisten Fällen nicht anders aussehen als vor der Pandemie: Luftfilter? Fehlanzeige – sie sind den meisten Gemeinden zu teuer. CO2-Ampeln? Nein – gelüftet wird nach Bauchgefühl des Lehrers oder eben permanent! Größere Klassenzimmer, die mehr Abstand ermöglichen? Da müsste man ja Mauern einreißen! Dazu kommt noch der Lehrermangel, der es nach Ansicht des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes unmöglich machen wird, mit Zusatzangeboten die Wissenslücken zu schließen, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind. Die Kinder haben mit Fleiß und einer beeindruckenden Ernsthaftigkeit das monatelange Homeschooling absolviert. Sie steckten in der Krise mit viel Empathie für die älteren Generationen zurück. Wann geben wir alle ihnen das endlich zurück?
Kommentar Kinderfreundlich nur in Sonntagsreden
Thomas Scharnagl 08.06.2021 - 17:23 Uhr