Geht es unter anderem nach den Grünen, soll alle Welt am liebsten gleich morgen vom Auto auf die Bahn umsteigen. Das wäre tatsächlich wünschenswert, ist aber abseits der Großstädte, wo es nicht nur Fern- und Regionalbahnhöfe, sondern auch S-, U- und Straßenbahnen im Minutentakt gibt, illusorisch. Deshalb werden wohl auch die Menschen rund um Ilmenau noch eine ganze Weile auf ihr Auto angewiesen sein. Denn dass zumindest ein Regionalbahnhalt in Wümbach kommt, von dem nicht nur Ilmenau und die Ortsteile, sondern vermutlich auch noch Großbreitenbach oder gar Orte in den Nachbarkreisen Saalfeld-Rudolstadt und Sonneberg profitieren könnten, stellt sich derzeit als unrealistisch dar. Das Land – und hier regieren aktuell die Grünen mit – wehrt sich weiterhin mit Händen und Füßen gegen das Vorhaben. Tatsächlich klingen die möglichen Gesamtinvestitionskosten von 25 Millionen Euro beträchtlich. Doch der ÖPNV war schon immer ein Zuschussgeschäft. Und wenn eine Landes- und künftig wohl auch Bundesregierung mit Beteiligung der Grünen wirklich den Verkehr zunehmend auf die Schiene bringen will, muss dafür die Infrastruktur geschaffen werden. Sonst wird die Verkehrswende im ländlichen Raum nicht gelingen – und die Menschen hier werden angesichts drastisch steigender Spritpreise aufs Abstellgleis bugsiert.