Kommunalwahl 2026 Mit ihnen gehen Freie Wähler-CSB in Coburg an den Start

Mit Christian Gunsenheimer an der Spitze wollen die Freien Wähler jetzt auch in Coburg in der Politik mitmischen. An ihrer Seite steht dabei die Wählergruppe CSB.

Die erste Elf der Freien Wähler. Von links: Altbürgermeister Hans-Heinrich Ulmann, Frank Völker, Stefanie Kuttner, Andrea Wank, Hardi Schellhorn, Christian Gunsenheimer, Margarete Pult, Christian Müller, René Boldt, Lena Fischer, Rainer Maier, Claudia Schüller. Foto: Freie Wähler-CSB

Jetzt ist es amtlich: Christian Gunsenheimer ist der Oberbürgermeister-Kandidat der Freien Wähler. Der 51-jährige Geschäftsführer der Bürger-Energiegenossenschaft wurde durch Mitgliederversammlung der Freien Wähler im Gasthof Fink einstimmig gewählt. Es gab keinen Gegenkandidaten.

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Vor seiner Wahl hatte Gunsenheimer in einer Antrittsrede für sein Programm und seine Person geworben. Coburg sei eine wundervolle Stadt. Eine Stadt, die unter Wert angeführt werde, so Gunsenheimer. Er warb dafür, weniger Symbolpolitik zu betreiben und endlich wieder Inhalte in den Vordergrund zu stellen. „Stadtpolitik ist mehr als auf Social Media werbewirksam ausgerechnet im Wahlkampf ein Ampelmännchen umzugestalten“, so Gunsenheimer. Er finde es schade, dass eine gute Idee scheinbar eigens für den Wahlkampf aufgespart wird, nur damit es schöne Fotos gibt. „Zeitpunkt und die Art werfen schon Fragen nach der Motivation auf!“, so der Herausforderer weiter.

„Es geht mir um Inhalte und es geht hier auch um Führung. Wer vorne dran steht, darf sich nicht verstecken, wenn es Gegenwind gibt und nur die vorteilhaften Termine und Wortbeiträge für sich in Anspruch nehmen“. Coburg stehe nicht wegen, sondern trotz der jahrzehntelangen Vorherrschaft der SPD gut dar. „Es sind die fleißigen Menschen und die innovativen kleinen und großen Unternehmen, die unserer Region den Stempel aufdrücken. Ich will ein Oberbürgermeister für alle sein, der Chancen für alle bietet, egal welches Parteibuch sie haben. Weder SPD-Wimpel noch CSU-Tassen haben auf dem Schreibtisch des Oberbürgermeisters etwas verloren!“

Bekenntnis zu Bildung und Aquaria

Einen großen Teil der Bewerbungsrede widmete der Herausforderer den Themen Bildung und Soziales. Hier war man zwar aufgrund längst vergangener Zeiten gut aufgestellt – was auch der Coburger Wirtschaft im Kampf um die besten Köpfe zugutekam. Aber es brauche jetzt einen weiteren Kraftakt, um an der Spitze bleiben zu können. Zahlreiche Bildungseinrichtungen würden nur stückchenweise baulich angegangen, was am Ende allenthalben für Unmut sorge. „Wir brauchen eine Investitionsoffensive Bildung und zwar umgehend und nicht erst morgen!“, so Gunsenheimer.

Abschließend kam noch ein klares Bekenntnis zum Landestheater sowie dem Neubau des Aquaria. Leider habe auch hier das Fahren auf Verschleiß dazu geführt, dass man sich nunmehr horrenden Kostensteigerungen gegenübersehe. Diese Entwicklung sei unmittelbare Folge der Politik von SPD und CSU. Auch das gehöre zur Wahrheit, so der Herausforderer.

Wesentlich verjüngt, weiblich und mit einigen Überraschungen zeigt sich die Liste, mit der die Freien Wähler in die Kommunalwahl gehen.

Wenig überraschend: OB-Kandidat Christian Gunsenheimer führt die Stadtratsliste an. Die erste Überraschung folgt gleich im Anschluss: Listenplatz zwei belegt mit der Angestellten Andrea Wank eine kommunalpolitische Newcomerin. Ihr folgt auf Platz drei mit dem Rechtsanwalt René Boldt der erste bereits amtierende Stadtrat. Er war Mitte des Jahres aus der CSU/JC – Fraktion aufgrund von Differenzen ausgetreten. Listenplatz vier belegt mit der Pflegedienstleiterin Margarete Pult eine weitere kommunalpolitische Newcomerin. Auf Platz fünf folgt Frank Völker. Der bekannte Coburger Busfahrer war in der laufenden Periode mit dem Ehrenring der Stadt Coburg ausgezeichnet worden – ebenso wie der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler –CSB-Fraktion im Coburger Stadtrat und Rechtsanwalt Christian Müller, welcher auf Platz neun ins Rennen geht.

Rainer Maier auf Platz 7

Weitere Überraschungen auf den vorderen Plätzen sind die erst 19-jährige ehemalige Schülersprecherin des Ernestinums Lena Fischer auf Platz sechs sowie direkt dahinter der ehemalige Geschäftsführer der Coburger Volkshochschule Rainer Maier. Komplettiert wird die erste Elf mit Stefanie Kuttner und auf Platz acht, der Ärztin im Klinikum Coburg Claudia Schüller auf Platz 10 sowie dem Lehrer und Elferratsmitglied der Coburger Narrhalla Hardi Schellhorn.

Gerhard Amend, hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2022, wird nicht mehr kandidieren. Foto: Archiv Henning Rosenbusch

Der Vorsitzende der Freie Wähler-CSB Stadtratsfraktion Christian Müller zeigte sich hoch erfreut, dass es gelungen sei, mit der nunmehr aufgestellten Liste eine komplette Neuausrichtung für die Coburger Kommunalpolitik ins Rennen schicken zu können. Wir haben alles dabei von angestellt bis selbstständig von Arbeiter bis Arbeitgeber von jung bis alt, Schüler wie Rentner. Unsere Liste stellt einen breiten Querschnitt der Coburger Bevölkerung dar und kann sich sehen lassen. Jetzt gilt es, den Wählerinnen und Wählern in der Stadt zu zeigen, welche Kandidatin und Kandidaten die Stadt wirklich mit guter und ehrlicher Sachpolitik voranbringen können und wollen. Wir sind die wahre Coburger Mitte. Wir stehen für pragmatisches Handeln und sind keine Populisten. Eine Politik auf Zuruf lehnen wir ab. Nicht das schönste Grinsen auf Instagram oder Facebook darf die Politik bestimmen, sondern der, der hinter einem ehrlichen Lächeln aufrichtig für die Menschen und die Wirtschaft in unserer Stadt eintritt.

Emotional wurde es am Ende der Veranstaltung auch als mit Gerhard Amend ein „ganz großer der Coburger Kommunalpolitik oder das, was man ein Urgestein nennt“ verabschiedet wurde. Der 75-Jährige hatte bereits im Frühjahr angekündigt, nicht mehr kandidieren zu wollen. „Eigentlich mag ich solche Ehrungen nicht. Aber dafür nehme ich trotzdem gerne den Wein, denn den mag ich“, sagte Amend und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.

Die Liste:

1. Gunsenheimer, Christian

2. Wank, Andrea

3. Boldt, René

4. Pult, Margarete

5. Völker, Frank

6. Fischer, Lena

7. Meier, Rainer

8. Kuttner, Stephanie

9. Müller, Christian

10. Schüller, Claudia

11. Schellhorn, Hardy

12. Schubert, Stefan

13. Wäschenfelder, Karsten

14. Süße, Kerstin

15. Gummenscheimer, Andreas

16. Florschütz, Raphael

17. Dose, Ina

18. Löffler, Patrick

19. Heublein, Philipp

20. König, Antje

21. Panusch, Nicole

22. Gerg, Michael

23. Hahn, Thorsten

24. Boldt, Anna

25. Zelenova, Vladlena

26. Schilling, Bettina

27. Sander, Dieter

28. Panusch, Christian

29. Gummenscheimer, Nicole

30. Weigandt, Tim

31. Fries, Kerstin

32. Stößel, Cindy

33. Müller, Sophia

34. Sauer, Norbert

35. Kob, René

36. Rothhaupt, Jens

37. Freiherr Pastor von Camperfelden, Lars

38. Simon, Ian

39. Kramer, Björn

40. Ulmann, Hans-Heinrich

Nachrücker

Stößel, Pascal

Heublein, Heike