Kommunalwahl 2026 Bad Rodacher Freie Wähler verjüngen sich

Die Bad Rodacher Bürgergemeinschaft UWR und das Zukunftsforum Bad Rodach treten erstmals mit einer gemeinsamen Liste als „Freie Wähler Bad Rodach“ an. Das sind ihre Ziele.

Bereits im Frühjahr 2024 begannen die ersten Überlegungen und Gespräche im Hinblick auf die Kommunalwahl 2026. Foto: picture alliance/dpa

Im Kurhotel fand am 11. Dezember die Nominierungs- und Aufstellungsversammlung der Freien Wähler Bad Rodach statt. Zahlreiche Mitglieder der Bad Rodacher Bürgergemeinschaft UWR, des Zukunftsforums Bad Rodach, die anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten sowie Gäste folgten der Einladung von Stefan Wölfert, der die Versammlung offiziell eröffnete.

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In seiner Begrüßung übermittelte er auch Grußworte des verhinderten Kreisvorsitzenden Christian Gunsenheimer und hieß den Bürgermeister der Stadt Rödental, Marco Steiner, als dessen Vertreter besonders willkommen.

Entstehung der gemeinsamen Liste

Bereits im Frühjahr 2024 begannen die ersten Überlegungen und Gespräche im Hinblick auf die Kommunalwahl 2026. Nach einer Phase der Unklarheit und intensiven Gesprächen, insbesondere auch mit Rainer und Lars vom Zukunftsforum, wurde im Sommer 2024 eine richtungsweisende Entscheidung getroffen: Die Bad Rodacher Bürgergemeinschaft UWR und das Zukunftsforum Bad Rodach treten erstmals mit einer gemeinsamen Liste als „Freie Wähler Bad Rodach“ an.

Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein hatte sich in der Vergangenheit bewährt, jedoch hat sich dieser Verein mittlerweile aufgelöst. Während sich andere Parteien zunehmend spalten, setzen die Freien Wähler bewusst auf das Verbindende und bündeln ihre Kräfte auf einer gemeinsamen Liste.

Vielfalt und Generationenwechsel bei den Kandidaten

Besonders viel Wert legte man bei der Kandidatenaufstellung auf eine ausgewogene Mischung: Verschiedene Altersgruppen, eine angemessene Vertretung der einzelnen Ortsteile sowie ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern sollten die Liste stärken. Die Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten war nicht einfach, insbesondere in den Ortsteilen Mährenhausen und Heldritt gestaltete sich die Gewinnung von Bewerbern schwierig.

Dennoch ist es gelungen, eine vielfältige Liste aus erfahrenen Stadträten, engagierten Nachwuchskräften und jungen Bewerbern zusammenzustellen. Der Generationenwechsel ist auf der Kandidatenliste klar erkennbar: Der Altersdurchschnitt der Liste für 2026 liegt bei 42 Jahren und ist damit nochmals sieben Jahre jünger als 2020.

Das Ziel, gezielt auch junge Menschen in die kommunalpolitische Arbeit einzubinden, wurde damit aktiv verfolgt. Die Anliegen der jungen Generation finden durch die Beteiligung der Nachwuchskandidaten verstärkt Gehör.

In seiner Rede wies Bernd Werner auf die schwierigen Rahmenbedingungen hin, mit denen Kommunalpolitik aktuell konfrontiert ist. Die Unzufriedenheit vieler Bürger, die oft nicht zwischen Kommunal-, Landes- und Bundespolitik unterscheiden, erschwert die politische Arbeit auf lokaler Ebene. Protestwahlen und eine zunehmende Zersplitterung des Stadtrates durch viele kleine Listen sind absehbar.

Finanzielle Sorgen

Zudem bereiten die finanziellen Voraussetzungen Sorge: Wegfallende Gewerbesteuereinnahmen, gebundene Ausgaben und ein insgesamt eingeschränkter Haushalt zwingen zu striktem Kostenbewusstsein. Es wird unumgänglich sein, andere Einnahmen zu generieren, Kosten zu sparen oder freiwillige Leistungen zu kürzen, ohne dabei Pflichtaufgaben zu gefährden. Trotz der schwierigen Lage betonte Wölfert die Notwendigkeit, weiter aktiv zu gestalten und den Anschluss nicht zu verlieren.

Die Freien Wähler Bad Rodach verstehen sich als „die starke Mitte“ und orientieren sich an zentralen Werten wie Bodenständigkeit, Bürgernähe, Engagement, Nachhaltigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Realismus. Diese Werte sollen sowohl das Selbstverständnis der Fraktion prägen als auch nach außen kommuniziert werden.

Aus diesen Grundsätzen wurde gemeinsam mit den Kandidaten in mehreren Treffen das Wahlprogramm erarbeitet. Besonders durch die Mitwirkung der jüngeren Bewerber wurden Themen für Jugendliche und junge Familien stärker in den Fokus gerückt.

Die Freien Wähler Bad Rodach wollen pragmatisch und ohne Parteibrille die Zukunft der Stadt und ihrer Ortsteile gestalten. Ihr Leitspruch für die Kommunalwahl 2026 lautet deshalb: „Pragmatisch und ohne Parteibrille! Wir gestalten Heimat für Sie!“

Schwerpunkte des Wahlprogramms

Wirtschaft und Arbeit: Eine ausgewogene Balance zwischen Wirtschaft und Tourismus, die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie die Verbesserung von Rahmenbedingungen stehen im Fokus.

Wohnen und Leben: Bad Rodach soll ein familienfreundlicher Ort für Jung und Alt bleiben. Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, gute Infrastruktur mit Kindergärten, Schulen und Betreuungsangeboten.

Tourismus, Kultur und Freizeit: Die Innenstadt soll als Ort der Begegnung gestärkt, das Freizeitangebot – insbesondere für Jugendliche – ausgebaut und ehrenamtliches Engagement gefördert werden.

Anbindung und Mobilität: Verbesserungen bei Bahnanschlüssen, Carsharing, E-Ladesäulen, Digitalisierung, schnellem Internet und Mobilfunk sind wichtige Ziele.

Gesundheit und Versorgung: Sicherstellung einer guten medizinischen Versorgung, Erhalt der Pflegeeinrichtungen und der Therme, Ausbau von Einkaufsmöglichkeiten und Energieversorgung.

Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit: Nachhaltige Waldbewirtschaftung, Bewahrung von Natur und Umwelt sowie eine enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft stehen im Zentrum. Ökologie und Ökonomie werden dabei als vereinbar angesehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die transparente Kommunikation von Entscheidungen und die Einbindung der Bürger. Die Stadtratsarbeit soll nachvollziehbar und verständlich gestaltet werden, um das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken. Die Freien Wähler Bad Rodach sehen sich als verlässlicher Vertreter der Bürgerinteressen im Stadtrat und setzen auf eine sachorientierte, realistische Politik ohne Prestigeprojekte.

Die Kandidaten

In den kommenden Wochen sind Bürgertermine in nahezu allen Ortschaften geplant, um das Wahlprogramm und die Kandidaten persönlich vorzustellen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Der Abend endete mit einem Dank an alle, die sich in den vergangenen Monaten engagiert und die Kandidatenliste ermöglicht haben – sei es durch Gespräche, Organisation oder die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Die Versammlung blickt zuversichtlich auf die Kommunalwahl 2026 und setzt auf ein starkes gemeinsames Ergebnis für Bad Rodach und seine Ortsteile.

Die Freien Wähler Bad Rodach wollen weiterhin als starke Mitte pragmatisch, bürgernah und verantwortungsbewusst die Zukunft der Heimat gestalten – gemeinsam und für alle Generationen.

1. Werner, Bernd, 2. Möbus, Rainer, 3. Ritter, Bianca, 4. Wölfert, Stefan 5. Marx, Nick, 6. Mikolajzak, Florian, 7. Otto, Lars, 8. Weibezahl, Sascha 9. Knauf, Aileen, 10. Püls, Karoline 11. Müller, Jonas, 12. Hager, Harald, 13. Czwielong, Eva-Maria, 14. Püls, Frederik, 15. Kopp, Oliver, 16. Schunk, Elke, 17. Koropecki, Astrid, 18. Ebert, Valentin, 19. Eyermann, Martin, 20. Kieser, Joachim, 21. Sorg, Horst, 22. Scherer, Klaus-Detlef