Metal auf dem Schlossplatz Fan-Power zum Powerwolf-Konzert

Vincent Hummel

Serenity, Apocalyptica und Powerwolf: Diese gewaltige Line-up begeistet die Fans in Coburg so sehr, dass der Regen keine Rolle spielt. Nur der Veranstalter ist nicht erfreut.

Der Kontrast zum vorigen Konzert hätte nicht größer ausfallen können: Während sich am Donnerstag Sarah Connor mit ihrem weichen und klaren Gesang in die Herzen ihrer Fans sang, legte die deutsche Power-Metal-Band Powerwolf am Freitag eine Ode an den Rockhimmel hin.

Doch bevor die in Saarbrücken gegründete Band ihren großen Auftritt im Rahmen ihrer Tour „European Sommer 2026“ hatte, wurde den Metal-Fans durch zwei Support-Bands ordentlich eingeheizt. Den Start machte die Symphonic-Metal-Band Serenity aus Tirol. Symphonic bezeichnet dabei vor allem die opernhaften Gesangseinlagen, die Sänger Georg Neuhauser bei seiner Darbietung einbaute. Dabei wollte er auch gleich zu Beginn für die richtige Stimmung sorgen, indem er die Besucher immer wieder zum Klatschen und Mitsingen anregte. Laut Neuhauser sei es für ihn eine ganz besondere Ehre in Coburg auftreten zu können. „Als nebenberuflicher Historiker ist es für mich extrem beeindruckend, bei so einer tollen Aussicht für euch aufzutreten“, so Neuhauser.

Die zweite Vorstellung des Abends lieferte die finnische Musikgruppe Apocalyptica. Die Band, die ihr Genre selbst als „Cello Rock“ bezeichnet, begeisterten die Menge durch einige Coversongs bekannter Rock-Klassiker, die drei der Mitglieder auf dem Violoncello – begleitet von einem Schlagzeuger – spielten, wie zum Beispiel „Enter Sandman“ oder „Master of the Puppets“ von der Band Metallica, welche auch laut eigener Aussage die Lieblingsband der Musiker sei. Bereits ihr erstes Album nannten sie „Plays Metallica by Four Cellos“. Auch ihr aktuelles Album trägt erneut den Titel der amerikanischen Metal-Band: „Plays Metallica, Vol. 2“.

Gegen 21 Uhr war es dann Zeit für den Headliner des Abends: Powerwolf! Die unter Pseudonymen auftretenden Künstler haben treue Fans. Stefan Krappmann, Christian Demuth und Vanessa Gemenig sind nur drei von vielen eingefleischten Metall-Fans. Krappmann ist nach eigener Aussage bereits seit dem ersten Album großer Fan der Power-Metal-Gruppe: „Sie machen einfach eine gute Show, gesanglich ist Attila (der Sänger der Gruppe) top.“

Shows wie Musicals

Für das Trio mache vor allem auch das Auftreten der Band das „gewisse Etwas“ aus. „Sie bauen ihre Show wie ein Musical auf und sehen Metal als Religions-Art. Dabei bedienen sie sich auch bewusst sarkastisch an religiösen Motiven“, wie Krappmann schildert. Für Demuth sei das Besondere an Metal auch die Vielseitigkeit. „Es reizt mich einfach mehr als normale Popmusik. Metal kann verschiedene Genres abgreifen – von Power Metal bis zu Black Metal –, dadurch kann man sich immer je nach Stimmungsbild derer bedienen“, so Demuth.

Gleichwohl eine religiöse Verbundenheit zwischen der Band und der Darbietung besteht, meinte es zumindest der Wettergott anfangs nicht gut mit den Fans. Lange Zeit hielt eine Gewitterfront und Starkregen an. Sänger Attila Dorn (bürgerlich: Karsten Brill) meinte noch, dass er mit Petrus gesprochen habe und um gutes Wetter bat. Just in diesem Moment hallte ein lautes Donnergrollen über den Schlossplatz. Dorn scherzte gen Himmel mit den Worten: „Warum meckerst du jetzt?“

Metal bis in die Nacht

Die Zuschauer hingegen trotzten dem Unwetter und hüpften und sangen weiter mit der Metal-Band mit. Dafür zollte Dorn den Fans seinen „größten Respekt“. Nach ein paar Liedern beruhigte sich jedoch das Wetter und Powerwolf präsentierte bis 22.30 Uhr ihr Programm – darunter bekannte Titel wie „Army of the Night“, „1589“ oder „Demons Are a Girl’s best Friend“. Darauf folgte eine halbstündige Zugabe mit den Songs „Sanctified with Dynamite“ und zuletzt „Werwolfes of Armenia“.

Aus Veranstaltersicht fiel das Fazit für den Abend „durchwachsen“ aus, wie Gaby Heyder, Geschäftsführerin Booking des Veranstaltungsservices Bamberg mitteilte. Von den verfügbaren 14.000 Karten seien für den Abend 4.000 verkauft worden. „Die verkauften Karten hätten zwar für eine Veranstaltung in der Kulturfabrik gereicht, aber dafür wäre die Band nicht gekommen“, sagte Heyder.