Libanesischer Staat als machtloser Zuschauer
Die libanesische Regierung wirkt wie ein stummer Zuschauer. Sie ist keine aktive Kriegspartei im aktuellen Konflikt. Der libanesische Staat habe jedoch auch keinerlei Möglichkeiten, das eigene Territorium zu verteidigen, sagt Wimmen. "Die Armee hat keinerlei Möglichkeiten, den Israelis irgendetwas entgegenzusetzen", so der Analyst. Die libanesischen Streitkräfte gelten als schwach und deutlich unterfinanziert im Vergleich zur Hisbollah. Sollte die Armee eingreifen, drohen im Libanon auch interne Spannungen und Konflikte. Noch immer erfährt die Hisbollah auch Zustimmung im Land, vor allem von der schiitischen Bevölkerung.
"Das Endziel ist die Normalisierung der Beziehungen zum Libanon. Wir sind noch nicht so weit, aber wir sehen bereits positive Signale aus dem Libanon", sagt der israelische Militärexperte Orbach. Libanons Präsident Joseph Aoun hat in der Vergangenheit bereits mehrfach die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Israel signalisiert.
Ein Friedensabkommen sieht jedoch auch Libanon-Experte Wimmen noch in weiter Ferne. "Die Israelis haben ja ganz klar gesagt, dass sie nichts unterhalb einer vollständigen Entwaffnung der Hisbollah überhaupt nur verhandeln wollen. Und da muss man erst mal hinkommen", so der Analyst. "Wer das Problem Hisbollah endgültig aus der Welt schaffen will, der wird keine Wahl haben, als sich mit dem Iran auseinanderzusetzen und eine Lösung mit denen zu finden - oder sie eben tatsächlich zu besiegen."