Kroniche Fousanochter Auch daheim und digital närrisch gut drauf

Närrische Freude brachte das „Kroniche-Fousanaocht-dehamm-Paket“ in über 150 Haushalte im Landkreis, so auch in die Familie des Vizepräsidenten der Fousanaocht Andreas Bauer. Foto: /privat

Die Kroniche Fousanochter lassen sich durch nichts und niemanden den Spaß verderben. Dabei rappelt es nicht nur im Karton.

Kronach - Zum 50. Mal hätten sich die Kroniche Fousanaochter in diesem Jahr in ihrer „Haus- und Hofbrauerei“ Kaiserhof getroffen und von dort zum Sturm auf das Kronacher Rathaus geblasen. Aus bekannten Gründen fiel dies allerdings nun flach.

Wer nun aber vermutet, die Kronacher Narren würden sich von einer Pandemie die Laune verderben lassen, der irrt. Schon in den vergangenen Wochen zeigten sie sich kreativ und versorgten das närrische Volk bestens. Pünktlich zum Höhepunkt der Büttenabendwochenenden konnte etwa jeder seine „Fousanaocht dehamm“ mit einem entsprechenden Paket feiern. Neben passender Verkleidung und einem närrischen Buffet sorgte eine Best-of-Büttenabend-DVD für Stimmung in vielen Wohnzimmern.

Im Rahmen der Auslieferung der Pakete führte eine kleine Abordnung des Präsidiums auch einen Rathaussturm „light“ durch, natürlich unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregeln. Die Fousanaochter besuchten die Bürgermeisterin und Schirmherrin der Kroniche Fousanaocht Angela Hofmann und überreichten auch ihr das Paket für ihre „Faschingssause zu Hause“ . Auf ihre roten Jacken hatten die Elferräte nicht wegen der, wie vielleicht zu vermuten wäre, andersfarbigen politischen Gesinnung der Bürgermeisterin verzichtet, sondern weil sie als Paketboten unterwegs waren. Zudem trugen sie auch nicht ihre eigens von der Kroniche Fousanaocht kreierten FFB2 (FeuedunnekeilsFousanachts-Babbnousn) Masken. Und das, obwohl sie von der Ex-Gesundheitsministerin Melanie Huml noch offiziell zugelassen worden waren. Selbst ihren Schlachtruf „Kronich Feuedunnekeil“ hatten die Herren nur in schriftlicher Form dabei, um die Luft rund ums Rathaus nicht unnötig mit Aerosolen zu belasten.

Stärkung mit Bits und Bytes

Bürgermeisterin Hofmann dankte den Narren dafür, dass sie der Pandemie mit viel Humor die Stirn bieten würden. Sie werde ihre Fousanaocht dehamm umgehend veranstalten und dabei ein Gläschen auf das Wohl der Kroniche Fousanaocht trinken.

Pünktlich um 12.11 Uhr startete am vergangenen Samstag dann der von Präsident Georg Löffler ausgerufene „Stadtsturm digital“ auf das Kronacher Rathaus: Treffpunkt aller Feuedunnekeils-Fousanaochts-Babbnousn-Masken war auf der Website „www.kaiserhofbraeu.de“. Nach einer Stärkung mit Bits und Bytes, Pils und Weizen, beamten sich die Fousanaochter auf einer Google-Maps-Route durch die Glasfaserkabel der Strau und wurden am Marketplace wieder hochgefahren. Unterstützt wurden sie dabei vom Music-Streaming-Dienst des Musikzugs der Freien Turner Kronach. Tausende Zoom-Meeting-User erwarteten die Narren bereits und „likten“ den Stadtsturm sofort. Nachdem die Piratenpartei im Frühjahr den Sprung in den Stadtrat nicht geschafft hatte, schloss sich auch diese dem Hackerangriff der Fousanaochter an, um so ins Rathaus zu kommen.

In den Altenheimen auf der Hackerliste

Nachdem die Stadtsoldaten eine Bresche in die Firewall von „kronach.de/rathaus“ geschlagen und die Bürgermeisterin und ihre Stadträte aus dem Chatroom vertrieben hatten, wurden die letzten Beamten der Stadt bis Aschermittwoch ins Homeoffice geschickt.

Im „Drag + Drop Modus“ mit „Copy + Paste“ stürmten die Kronacher Narren schließlich t die digitale Rosenbergalm. Selbst die nach den verschärften Einreisebestimmungen extra angeforderte Task-force aus dem Bundesinnenministerium konnte den digitalen Stadtsturm nicht verhindern und so wird Bürgermeisterin Angela Hofmann wohl erst am Aschermittwoch die escape-Taste drücken und dem närrischen Treiben ein Ende setzen können. Für den heutigen Rosenmontag stehen nun die Smartphones der Kindergarten-Kids und die Tablets der Senioren in den Altenheimen auf der Hackerliste der Fousanaochter. red

 

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