Kronach Aufschläge machen Bauern zu schaffen

Karl-Heinz Hofmann

Die Getreidepreise schwanken derzeit um zehn bis 25 Euro je Tonne – pro Tag. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Die Getreidepreise spielen derzeit verrückt. Foto: picture alliance / dpa/Zucchi Uwe

Die Turbulenzen an den Getreidebörsen sowie die Preisexplosionen sind kürzlich Thema bei der Jahreshauptversammlung des Kronacher Kreisverbands für landwirtschaftliche Fachbildung (VlF) gewesen. Im Mittelpunkt stand dabei ein Referat zum Thema „Agrarmärkte mit starkem Wachstum bieten attraktive Chancen“, das Andreas Löbhard von der Marktberichtsstelle im Bayerischen Bauernverband (BBV) hielt. Diskutiert wurden auch Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, des Klimawandels und der Corona-Pandemie.

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Löbhard gab zunächst einen Einblick in die globale Marktsituation und die Versorgungsbilanz. Rezessionsängste belasteten die Getreidekurse, erklärte er. Die Preise stiegen auf breiter Front, die Dürre drehe den Markt, explodierende Gaspreise verschärften die Düngemittelknappheit und die Lebensmittelkrise, ebenso die hohe Inflationsrate. Generell sei festzustellen, dass es in den vergangenen drei Jahren weniger Ernteerträge gegeben habe. Die Erkenntnis, dass Russland 28 Prozent und Weißrussland neun Prozent des weltweit benötigten Düngers erzeugten, also mehr als ein Drittel, stimmte die Zuhörer nachdenklich. Bemerkenswert sei, dass der Düngerpreis um mehr als 400 Prozent in die Höhe geschnellt sei, sagte der Referent. Die gestiegenen Preise für Energie, Landmaschinen, Reparaturen, Futter und sonstige Betriebsmittel verteuerten die Produktion zusätzlich. Die gestiegenen Getreidepreise seien also wichtig, um die Kosten aufzufangen, und es sei noch nicht sicher, ob sie überhaupt ausreichten. Die derzeit starken Preisschwankungen machten eine noch aufmerksamere Einkaufsstrategie und Marktbeobachtung erforderlich. Es sei noch wichtiger als früher, den richtigen Zeitpunkt für Ein- und Verkauf zu erwischen, um erfolgreich zu wirtschaften. Die Preisausschläge bewegten sich täglich zwischen zehn bis 25 Euro pro Tonne, so Löbhard. Solche Schwankungen habe man früher in einer Saison verzeichnet.

Der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg- Kulmbach, Harald Weber, ergänzte, dass die rund 3070 landwirtschaftlichen Betriebe in seinem Zuständigkeitsbereich einem starken Strukturwandel ausgesetzt seien.