Löbhard gab zunächst einen Einblick in die globale Marktsituation und die Versorgungsbilanz. Rezessionsängste belasteten die Getreidekurse, erklärte er. Die Preise stiegen auf breiter Front, die Dürre drehe den Markt, explodierende Gaspreise verschärften die Düngemittelknappheit und die Lebensmittelkrise, ebenso die hohe Inflationsrate. Generell sei festzustellen, dass es in den vergangenen drei Jahren weniger Ernteerträge gegeben habe. Die Erkenntnis, dass Russland 28 Prozent und Weißrussland neun Prozent des weltweit benötigten Düngers erzeugten, also mehr als ein Drittel, stimmte die Zuhörer nachdenklich. Bemerkenswert sei, dass der Düngerpreis um mehr als 400 Prozent in die Höhe geschnellt sei, sagte der Referent. Die gestiegenen Preise für Energie, Landmaschinen, Reparaturen, Futter und sonstige Betriebsmittel verteuerten die Produktion zusätzlich. Die gestiegenen Getreidepreise seien also wichtig, um die Kosten aufzufangen, und es sei noch nicht sicher, ob sie überhaupt ausreichten. Die derzeit starken Preisschwankungen machten eine noch aufmerksamere Einkaufsstrategie und Marktbeobachtung erforderlich. Es sei noch wichtiger als früher, den richtigen Zeitpunkt für Ein- und Verkauf zu erwischen, um erfolgreich zu wirtschaften. Die Preisausschläge bewegten sich täglich zwischen zehn bis 25 Euro pro Tonne, so Löbhard. Solche Schwankungen habe man früher in einer Saison verzeichnet.