Kronach Bunte Farbtupfer an der vhs

Rainer Kober ist froh, dass die sieben Stelen nun im Park der vhs einen schönen, neuen Standort gefunden haben und in neuem Glanz erstrahlen. Denn beinahe wären sie verschrottet worden. Foto: Julia Knauer

Im Park vor dem Kronacher Gebäude stehen seit Freitag sieben Stelen. Sie haben eine lange Geschichte - und wären beinahe ganz woanders gelandet.

Kronach - Zufrieden steht Rainer Kober am Freitagvormittag im Hof der Kronacher Volkshochschule (vhs). Der Vorsitzende von "Kronach Creativ" beobachtet aufmerksam, wie sieben bunte Holz-Stelen mittels Kran ihren Weg von der Ladefläche eines Lastwagens in den Park der vhs finden und auf massiven Betonklötzen in den Boden eingelassen werden. Dort werden sie fortan bunte Farbakzente setzen. Dass sie das tun, ist für Kober alles andere als selbstverständlich.

Die Idee

Wie Rainer Kober erklärt, sind alle sieben Stelen beidseitig bemalt. Auf der Vorderseite findet sich jeweils ein Begriff, der auf der Rückseite künstlerisch dargestellt wird. Die sieben Begriffe sind: "Kronach", "Wir", "Gestalten", "Chance", "Wachsen", "Wandel" und "Du". Damit wird die Vision beziehungsweise die Grundidee des Vereins "Kronach Creativ" verbildlicht. An jede Stele wird zudem ein kurzer Erklärtext hinter einer Plexiglasscheibe angebracht.


"Die Stelen haben eine lange Geschichte", erzählt er. Ursprünglich seien sie 2002 für die Landesgartenschau entstanden. Sie verbildlichten die Strategie von "Kronach Creativ". "Wir wollten Aufbruchstimmung erzeugen. Damals war ja noch lange nicht die Bewegung im Landkreis, wie wir sie heute haben", blickt Kober zurück. Man habe den Menschen zeigen wollen, dass man in Kronach eben nicht am Ende der Welt lebe, sondern viel vorwärts gehen könne, wenn sich nur genügend Menschen für ihre Heimat engagierten und Freude daran hätten. "Was damals visionär von uns angedacht war, wurde inzwischen umgesetzt", freut er sich. Vieles habe sich seitdem in Kronach zum Positiven entwickelt.

Ursprünglich wurden die Stelen von der Künstlerin Christine Ackermann gestaltet - nun haben sich die Schüler eines Kunst-P-Seminars des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums darauf verwirklicht. Wie es dazu kam, erklärt Rainer Kober so: "Nach der Landesgartenschau haben wir nach einem Standort in der Stadt für die Stelen gesucht. Sie standen dann lange neben der VR-Bank. Durch das Wetter haben sei allerdings sehr gelitten, deswegen wollte die Bank sie loswerden." Es sei klar gewesen, dass man die sieben Kunstwerke renovieren müsse: Die Farbe sei abgeplatzt gewesen, das Holz stark angegriffen. "Eigentlich haben alle gesagt, das hätte keinen Sinn mehr und wir sollten sie verschrotten", erinnert er sich kopfschüttelnd. Da er persönlich aber sehr an den Stelen hänge, habe er sich dagegen gewehrt und nach einem Weg gesucht, sie zu erhalten. Im Atelier von Petra Zenkel-Schirmer habe er das Holz deshalb restaurieren lassen. Und dann sei ihm die Idee mit dem P-Seminar gekommen.

Auch die Suche nach einem neuen Standort sei nicht so einfach gewesen. Den Park der vhs habe er gleich im Blick gehabt. "Aber dann kam der Besitzerwechsel des Geländes zum Landkreis. Und die für die Gestaltung zuständige Agentur wollte die Stelen nicht haben", erzählt Rainer Kober. Fast wären sie daher ins Landesgartenschau-Gelände zurückgekehrt. Doch quasi im letzten Moment habe sich das Blatt noch einmal gewendet. "Die neue Kronacher Bürgermeisterin Angela Hofmann hat sich da dankenswerterweise sehr engagiert", sagt er. Es habe sich herausgestellt, dass das Stück, auf dem die Stelen nun stehen, der Stadt gehöre - und die habe der Aufstellung gerne zugestimmt. "Ich finde, das ist ein toller Standort. Und sowohl optisch als auch thematisch passen die Stelen gut zur vhs", findet Kober. Er hofft, dass sie künftig vielen Passanten ins Auge stechen und ihnen Freude machen.

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