Kronach, Coburg und Lichtenfels Wie steht es um die Rebhühnerpopulation?

29 Ehrenamtliche haben in der Region nach Rebhühnern Ausschau gehalten. Die Ergebnisse der Kartierung sprechen für sich:

140 Quadratkilometer wurden dabei untersucht. Foto: Urs Leuthäusser

Im dritten Jahr in Folge wurde der Rebhuhnbestand in Oberfranken großflächig durch die Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken untersucht. In den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels waren 29 Ehrenamtliche und sechs Angestellte in der Abenddämmerung unterwegs, um auf vorgegebenen Routen die auf den Feldern versteckten Hähne mit Hilfe von Klang-Attrappen zum Antworten zu bewegen.

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Dabei wurde eine Gesamtfläche von rund 140 Quadratkilometern untersucht. Das entspricht etwa 57 Prozent des 246 Quadratkilometer großen Projektgebiets. „Mit 353 gezählten Hähnen haben wir die meisten Tiere seit Beginn der Kartierungen gefunden“, freut sich Projektleiterin Annika Lange. Das ergebe mit 2,52 Hähnen pro Quadratmeter sogar den besten Durchschnittswert bisher. „Auch im deutschlandweiten Vergleich steht Oberfranken gut da“, ergänzt die Biologin. Nur in zwei der zehn am Verbundprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ beteiligten Regionen seien bessere Durchschnittswerte erfasst worden. Der Bestand in der Region Oberfranken konzentriere sich dabei insbesondere auf die hiesigen Kerngebiete, in denen die meisten Projektmaßnahmen umgesetzt wurden.

Fast 5,9 Jungvögel pro Elternpaar

Neben der Frühlingskartierung wurden in diesem Jahr zusätzlich vom Spätsommer bis in den Herbst die Familienverbände der Rebhühner, sogenannte Ketten, besonders intensiv untersucht. Hierbei wird das Hauptaugenmerk auf die Altersstruktur der Verbände gelegt, da sich so Hinweise auf den Bruterfolg ergeben. Es zeigte sich ein Mittelwert von fast 5,9 Jungvögeln pro Elternpaar. „Am erfolgreichsten waren die frühesten Erfassungen“, berichtet die Projektmitarbeiterin und engagierte Rebhuhnkartiererin Susanne Bosecker. „Später lässt sich die Altersstruktur immer schwieriger bestimmen, da die Jungvögel den erwachsenen Tieren zunehmend ähnlichsehen.“

Beide Zählungen sollen in den nächsten Jahren bis zum Projektende fortgeführt werden, damit auch langfristige Bestandsentwicklungen untersucht werden können. Wer Lust hat, an den Zählungen in den nächsten Jahren ehrenamtlich teilzunehmen, darf sich jederzeit (für die Frühjahreskartiersaison 2025 bis Mitte Januar) an annika.lange@oebo-natur.de wenden.