Kronach Das „Crana Mare“ muss noch durchhalten

Heike Schülein
Das Kronacher Freibad „Crana Mare“ ist in die Jahre gekommen. Das gepflegte äußere Erscheinungsbild täuscht über die vorhandene schadhafte Bausubstanz hinweg. Foto:  

Man sieht dem Kronacher Schwimmbad sein Alter wahrlich nicht an. Doch manch eine Anlage keucht bedenklich. Dennoch wird der Neubau Zeit brauchen.

Die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen haben zahlreiche Wasserratten in die Bäder des Landkreises gezogen. Auch das Kronacher Crana Mare ist gut besucht. „Ein gutes Vorzeichen für eine hoffentlich gute Saison“, hofft Ralf Deuerling von den Stadtwerken Kronach.

Das gepflegte äußere Erscheinungsbild der so idyllisch eingebetteten Anlage auf dem Kreuzberg täuscht darüber hinweg, dass die bestehende Bausubstanz tatsächlich recht schadhaft ist. „Wir tun alles dafür, dass die Besucher nicht merken, wie viele Jahre das Bad bereits auf dem Buckel hat“, erklärt der Meister für Bäderbetriebe. Einige Bestandteile des zwischen 1968 und 1970 erbauten Hallen- und Freibads haben bereits ihren 50. Geburtstag hinter sich. Erst 1992 startete man den Umbau zum Crana Mare, wie wir es heute kennen. Natürlich fanden im Laufe der Zeit immer wieder Erneuerungs- oder Erweiterungsmaßnahmen statt, wobei insbesondere die technische Grundsubstanz ertüchtigt wurde. Dennoch gebe es auch Anlageteile, die seit 28 Jahre liefen und nunmehr ihr Verfallsdatum endgültig erreicht hätten.

Lange Liste an Wünschen

Ausführlich habe der Stadtrat deshalb schon vor Längerem darüber beraten, wie es mit dem Bad weitergehen soll. Im Raum standen sowohl eine Sanierung als auch ein Neubau. Vor zwei Jahren entschied sich das Gremium für einen Neubau an gleicher Stelle. Bis aber tatsächlich die Bagger rollen, werde noch einige Zeit ins Land ziehen. „Wir machen uns viele Gedanken über das zukünftige Angebot“, berichtet Stadtwerke-Leiter Jochen Löffler von zahlreichen Ideen und Wünschen ganz unterschiedlicher Interessengruppen. Die Freizeit-Badegäste wünschten sich beispielsweise einen Erlebnischarakter mit Attraktionen. Sportler und Vereine mahnten, nicht an den Wasserflächen zu sparen. Selbsthilfegruppen verwiesen auf Therapiebereiche mit wärmerem Wasser. Dann gehe es auch um die Frage, ob eine Sauna verbaut werden soll oder nicht. „Die Liste ist lang. Wir wollen niemanden außen vor lassen, aber es ist natürlich auch eine finanzielle Frage. Hier einen vernünftigen Konsens zu finden, ist nicht einfach“, konstatiert er.

Ein Zeitfenster für den Neubau sei sehr schwer zu prognostizieren, da dies abhängig von vielen – teilweise auch nicht beeinflussbaren – Faktoren sei. Insgesamt müsse man von einer Zeitspanne von mindestens vier bis fünf Jahren ausgehen, bis tatsächlich ein Neubau entstehen kann. 2022 und 2023 werde man die Planungen verstärkt voranbringen, um sukzessive in die Ausführungsplanung zu gehen. Die Bausumme von geschätzten rund 25 Millionen Euro erfordere eine europaweite Ausschreibung. „Sollte alles optimal laufen, könnte man 2026 mit dem Bau beginnen“, erklärt der Werkleiter. Dies sei jedoch sehr sportlich gedacht und in Anbetracht aktueller Entwicklungen möglicherweise nicht einzuhalten. Nicht vorausschaubar seien auch die tatsächlichen Kosten – gerade im Hinblick auf die stark steigenden Baupreise sowie die aktuellen politischen Entwicklungen.

Energiepreise machen Sorgen

Große Sorgen bereitet derzeit auch die Energiepreis-Entwicklung. Aufgrund der drastisch gestiegenen Energiepreise habe man das Hallenbad bereits ab dem 6. Juni, zwei Wochen früher als geplant, für die alljährlichen Revisionsarbeiten bis voraussichtlich 31. August geschlossen. Die Kostensteigerung könne man keinesfalls eins zu eins auf die Badegäste umlegen. Da sich aber auch die anderweitig notwendigen Unterhaltskosten in letzter Zeit deutlich erhöht hätten, sei eine moderate Anpassung der Eintrittspreise unumgänglich gewesen.

Durchweg Erfreuliches gibt es dagegen vom neu verpachteten Kiosk zu berichten. Hierfür konnte man mit Matthias Lange einen geeigneten Pächter finden, dessen Grilloase auf positive Resonanz stoße. Beim neuen Betreiber handelt es sich um einen Heimatrückkehrer. „Eigentlich war mein Plan, den Kiosk erst im Frühjahr zu übernehmen. Aber dann kam kurz vor Weihnachten eine WhatsApp und alles ging auf einmal sehr schnell“, verrät Lange, der den Kiosk seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag betreibt. Nachdem er eingangs den Kiosk lediglich mit Hilfe seiner Lebensgefährtin betrieben hatte, hat er mittlerweile zwei fest angestellte Kräfte. Die beiden Frauen stammen aus der Ukraine, aus der Nähe von Odessa. „Ich ziehe meinen Hut davor, wie die beiden das alles meistern“, würdigt er.

Retter gesucht

D
as Crana Mare sucht Aushilfskräfte für Rettungsschwimmer. Voraussetzung hierfür ist das Rettungsschwimmabzeichen in Silber und ein Erste-Hilfe-Kurs. Interessenten sollen sich bitte im Schwimmbad bei Ralf Deuerling melden

 

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