"Wir geraten hier langsam in eine Sackgasse", konstatierte Richter Lehmann nach den Vernehmungen. Was die beiden Protagonisten betreffe, "haben wir Verletzungen beim Angeklagten und der Geschädigten". Die Aufrechterhaltung des angeklagten Vorwurfs einer gefährlichen Körperverletzung bezweifelte er. Und auch die Zeugen hätten es nicht eindeutig vermocht, Licht in das Dickicht der Geschehnisse zu bringen. "Was schmälert nun das Leid der Geschädigten und ist auch für den Angeklagten angebracht?", fragte Lehmann final. Doch den Kompromiss, an die Geschädigte 1500 Euro zu zahlen sowie ein Anti-Aggressionstraining zu absolvieren, hätte der 50-Jährige um Haaresbreite torpediert. "Das schaffe ich nicht", wiederholte er hinsichtlich einer Ratenzahlung des Schmerzensgeldes. "Das Gesetz sieht vor, dass das in sechs Monaten abgeschlossen ist", erklärte ihm der Richter. Obendrein begann dann seitens des Beklagten das Feilschen um die Ratenhöhe. Letztendlich wurde das "Friedensangebot" des Gerichts dann doch angenommen.