Reise ins 11. Jahrhundert
Nach einer kurzen Verschnaufpause entführte das Theater- & Musicalensemble Tettau seine Zuschauer in das 11. Jahrhundert. Der Medicus handelt vom jungen Engländer Rob Cole (Lucian Treuner), der im London des frühen Mittelalters aufwächst und die Geheimnisse der Medizin erlernen will. Zunächst muss er allerdings hilflos zusehen, wie seine Mutter (Nancy Baier) an der Seitenkrankheit (heute Bilddarmentzündung) stirbt. Er und seine Schwestern (Lotta und Marie Knappe) wurden unter den Dorfbewohnern aufgeteilt. Rob wird dem Bader zugesprochen, der zufällig in der Stadt war und trotz überheblicher und filmreifer Auftritte als „allwissender Heiler“ der Mutter auch nicht helfen konnte. Rob begibt sich auf eine gefährliche, mehrere Jahre dauernde Reise nach Persien, um dort bei Ibn Sina (Hans Kaufmann), dem größten Medicus seiner Zeit, zu studieren. Weil ihm dies als Christ jedoch versagt bleibt, gibt sich Rob (im Verlauf des Stückes dann Benjamin Baier) als Jude aus und riskiert damit sein Leben. Auf seiner Reise begegnet Rob auch der Liebe seines Lebens: Rebecca (Michelle Pechtold). Bei der Inszenierung ist Baier, dem künstlerischen Leiter des Ensembles, das nahezu Unmögliche gelungen. Ohrwürmer und Gänsehautmomente wechseln sich in herzzerreißenden Szenen ab. Neben den turbulenten Massenszenen treffen vor allem die Balladen mitten ins Herz.