Kronach Drei Musicals begeistern das Publikum

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Am Ende gab es frenetischen Applaus: Das Tettauer Theater- & Musicalensemble überzeugte bei seiner Premierenshow in Kronach auf ganzer Linie.

Pünktlich um 20 Uhr hob sich am vergangenen Samstag im Kronacher Kreiskulturraum der Vorhang: Die Show „Best of Musical“ des Theater- & Musicalensembles Tettau feierte Premiere. Witzige Pointen, fantastische Bühnenbilder und hochprofessioneller Gesang sorgten im Anschluss für einen zauberhaften Abend.

Zunächst stimmten mystische Klänge und düsteres Licht auf den ersten Teil der Show ein: Tanz der Vampire. Zusammen mit seinem schüchternen Assistenten Alfred (Felix Kaufmann) machte sich der namhafte Vampirforscher Professor Abronsius (Bernd Heinz) auf die Reise in das ferne Transsylvanien. Das Ziel des ungleichen Paares: Vampire zu finden und zu töten. In einem heruntergekommenen Gasthaus finden sie Unterkunft in der eiskalten Nacht.

Knoblauch als Indiz

Der etwas unbeholfene Alfred verliebt sich Hals über Kopf in Sarah (Nancy Baier), die schöne Wirtstochter. In der Schenke stoßen der Professor und sein Assistent auf Unmengen von Knoblauch – ein sicheres Zeichen für die Existenz von Vampiren. Und in der Tat gibt es einen Verantwortlichen für die zahlreichen mysteriösen Vorkommnisse im Dorf: den mächtigen Vampirgrafen von Krolock (Benjamin Baier). Auch er hat ein Auge auf Sarah geworfen, die sich von seinem Charme betören lässt und seiner Einladung ins Schloss folgt. Graf Krolock, eine wahrlich Ehrfurcht gebietende Erscheinung, empfängt das als Fledermausforscher und Tourist getarnte Paar aufs Herzlichste.

In den folgenden Szenen überschlagen sich die Ereignisse, allerdings zugunsten der dunklen Kreaturen. Eine Serie von erfolglosen Annäherungs- und Vampirtötungsversuchen findet ihren Höhepunkt auf dem Mitternachtsball im Schloss. Graf Krolock bittet Sarah zum Tanz, er hat das Objekt seiner Begierde endlich im Arm. Doch es gelingt Alfred und dem Professor, den Untoten ihre reizende Beute, Sarah, zu rauben. Sie scheinen dem Abenteuer mit heiler Haut zu entkommen. Doch dann gibt es eine überraschende Wendung. Es triumphierten schließlich dann doch die Vampire.

Reise ins 11. Jahrhundert

Nach einer kurzen Verschnaufpause entführte das Theater- & Musicalensemble Tettau seine Zuschauer in das 11. Jahrhundert. Der Medicus handelt vom jungen Engländer Rob Cole (Lucian Treuner), der im London des frühen Mittelalters aufwächst und die Geheimnisse der Medizin erlernen will. Zunächst muss er allerdings hilflos zusehen, wie seine Mutter (Nancy Baier) an der Seitenkrankheit (heute Bilddarmentzündung) stirbt. Er und seine Schwestern (Lotta und Marie Knappe) wurden unter den Dorfbewohnern aufgeteilt. Rob wird dem Bader zugesprochen, der zufällig in der Stadt war und trotz überheblicher und filmreifer Auftritte als „allwissender Heiler“ der Mutter auch nicht helfen konnte. Rob begibt sich auf eine gefährliche, mehrere Jahre dauernde Reise nach Persien, um dort bei Ibn Sina (Hans Kaufmann), dem größten Medicus seiner Zeit, zu studieren. Weil ihm dies als Christ jedoch versagt bleibt, gibt sich Rob (im Verlauf des Stückes dann Benjamin Baier) als Jude aus und riskiert damit sein Leben. Auf seiner Reise begegnet Rob auch der Liebe seines Lebens: Rebecca (Michelle Pechtold). Bei der Inszenierung ist Baier, dem künstlerischen Leiter des Ensembles, das nahezu Unmögliche gelungen. Ohrwürmer und Gänsehautmomente wechseln sich in herzzerreißenden Szenen ab. Neben den turbulenten Massenszenen treffen vor allem die Balladen mitten ins Herz.

Auch der Papst kommt

Schließlich wird im dritten Musical „Sister Act“ die Sängerin Deloris van Cartier (Nancy Baier) Zeugin eines Mordes. Ihr Liebhaber Vince La Rocca, (Niko Kaufmann) ein bedeutender Mann der Unterwelt und verantwortlich für einen Mord, gibt seinen Gefolgsmännern den Auftrag, nun auch sie auszuschalten.

Weil Deloris die einzige Zeugin ist, wird sie nach ihrer Flucht von Lieutenant Eddie Souther (Wolfgang Heinz) als Schwester Mary Clarence zunächst gegen ihren Willen in einem katholischen Kloster versteckt. Dort hat sie erhebliche Eingewöhnungsprobleme; schließlich wird sie von der Mutter Oberin (Monika Barnickel) angewiesen, im Nonnenchor, dessen Gesangskünste nicht gerade erbaulich sind, mitzusingen. Doch Mary Clarence (Nancy Baier) gibt der Gruppe eine klare Struktur und der Chor lockt wieder viele Menschen in die Kirche. Schließlich erfährt auch der Papst von der inzwischen berühmt gewordenen Gruppe und kündigt seinen Besuch für ein Konzert an. Doch bevor die Nonnen den Papst (Hans Kaufmann) mit ihrem Gesang erfreuen können, wird Deloris entführt. Die Schwestern des Konvents starten eine Rettungs- und Suchaktion. Selbst unter den Sitzen der total überraschten Gäste im Zuschauerraum wurde die „entführte Mitschwester“ gesucht.

In der letzten Szene gaben die Schwestern dann das lang erwartete und vorbereitete Konzert für den Papst. Der Funke sprang auch sofort auf die Gäste im Kreiskulturraum über, die mit Standing Ovations den über 40 Darstellern mit frenetischem Applaus für den mehr als gelungenen Abend dankten.

Termine

Weitere Aufführungen finden am 15. und 16. Oktober in der Festhalle Tettau sowie am 23. Oktober im Gesellschaftshaus Sonneberg statt. Karten können über die Tickethotline 09269/9513 reserviert werden.

Mehr Bilder unter www.np-coburg.de.

 

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