Herr Söder, wie bewerten Sie als Bayerns Heimatminister den Cranach-Unternehmer-Preis, der in einem stark ländlich geprägten Raum vergeben wird?

Markus Söder: Das ist eine tolle Idee. Das zeigt zum einen, welche Leistungskraft in der Region vorhanden ist, macht aber auch Mut und gibt Beispiel für andere. In München werden viele Unternehmerpreise verliehen. Das können wir Franken genauso gut. Insofern freue ich mich, dass es den Cranach-Unternehmer-Preis im Frankenwald gibt.


Sie haben in Ihrer Rede zu dessen Verleihung gesagt, die Franken seien etwas zurückhaltend, wenn es um die Darstellung eigener Leistungen geht. Wünschen Sie sich, dass die Franken etwas selbstbewusster auftreten?

Ich glaube, wir dürfen selbstbewusst auftreten. Wir haben unheimlich viel zu bieten, nicht nur von der Landschaft her, sondern auch von der wirtschaftlichen Ideenfindung, vom Fleiß, von der Einsatzbereitschaft. Deshalb werbe ich immer dafür, dass man sein Licht nicht unter den Scheffel stellt, dabei nicht übertreibt, sich aber angemessen vertritt. Ein Tag wie heute ist ein bisschen so etwas wie eine Leistungsschau einer Region, und darauf darf man stolz sein.

Der Cranach-Unternehmer-Preis 2016 zeigt, dass es in Kronach einen sehr breit angelegten Branchenmix gibt. Sehen Sie das als Stärke der Region?

Franken war und ist immer Vielfalt. Jede Stadt, jede Region hat ihre eigenen Stärken. Hier im Frankenwald, das haben wir heute gesehen, reicht das Spektrum vom 3D-Drucker bis zu Innovationen, die aus einem Baumpilz erwachsen. Das ist so ziemlich der denkbar größte Spagat. Alles zusammen macht moderne Innovation aus und bildet die neue Region ab. Die alte hat auf eine Industriekultur gesetzt. Die ist schwächer geworden. Das wird jetzt ersetzt durch viele neue Ideen. Ich finde das sehr spannend.