Ausbildungsmesse Kronach Einmal am Beruf schnuppern

Heike Schülein

Die 13. Ausbildungsmesse in Kronach ist ein voller Erfolg. Fast 100 Unternehmen und unzählige Besucher treffen aufeinander. Es gibt noch freie Lehrstellen.

Fast 100 Unternehmen, Einrichtungen und Bildungsdienstleister beteiligten sich am Samstag an der 13. Kronacher Ausbildungsmesse in den Sporthallen des Schulzentrums und bildeten dabei ein breites Spektrum von circa 140 regionalen Berufsbildern ab. Informiert wurde insbesondere auch über Duale Studiengänge, bei denen die Ausbildung direkt mit einem Hochschulstudium verknüpft ist. Organisiert wurde die Veranstaltung erstmals vom Regionalmanagement Landkreis Kronach.

„Der Landkreis Kronach ist keine Krisenregion. Unser Landkreis ist innovativ, weil es hier tüchtige Menschen gibt und Unternehmer, die in ihre Heimat investieren“, bekundete Landrat Klaus Löffler, als er die Ausbildungsmesse im Beisein vieler Ehrengäste aus Politik, Schule und Wirtschaft eröffnete. Die für ihn aktuell schönste Nachricht sei die Perspektive, alle Arbeitsplätze von Dr. Schneider am Standort Kronach halten zu können. Das Regionalmanagement versuche mit einer Reihe Neuerungen, noch mehr auf die Wünsche der Aussteller einzugehen sowie die Messe für Besucher noch attraktiver werden zu lassen.

„Unsere Zielgruppe sind unsere 1900 Schüler“, sagte der Landrat. Ziel sei es, mit der Fachkräftegewinnung schon in frühen Jahren zu beginnen und hierfür die Schulen verstärkt mit ins Boot zu holen. Vertreten waren daher sowohl Kronachs Fachoberschulen als auch der Lucas-Cranach-Campus, der zur Plattform der Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und schulischer Bildung werden soll. Profitieren davon sollen Industrie und Handwerk – insbesondere vor dem Hintergrund, dass im Landkreis noch immer 260 Ausbildungsstellen unbesetzt sind. Um vielleicht noch einige Kurzentschlossene für eine Lehrstelle gewinnen zu können, hielt man die Messe heuer erstmals bereits im September ab.

„Der Landkreis bietet unseren jungen Leuten ein extrem starkes Angebot“, verdeutlichte Hans Rebhan, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kronach. Umso schmerzlicher sei für ihn die Tatsache, dass es an der Berufsschule - laut Aussage des stellvertretenden Schulleiters - noch rund 60 junge Leute ohne Ausbildungsstelle gebe, von denen aber nur etwa eine Handvoll ausbildungswillig beziehungsweise -fähig sei. Dieses so dringend benötigte, verlorene Potenzial treibt auch den Kronacher Kreishandwerksmeister Heinrich Schneider um. Um die Stärken des Handwerks aufzuzeigen, waren die Kreishandwerkerschaft Kronach und verschiedene Innungen heuer gleich mit mehreren Ständen vor Ort.

„Unsere Region ist trotz der schwierigen Zeiten stark aufgestellt“, so Bundestagsabgeordneter Jonas Geissler. Die duale Ausbildung funktioniere nirgends so gut wie „bei uns“. Wenn vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass Kronach Hochschulregion würde, hätte das keiner geglaubt, meint er. „Die DNA des Landkreises ist stark“, appellierte er. Dem konnte sich Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann nur anschließen, die sich voll des Lobes über die Schaffenskraft sowie Standorttreue der tüchtigen Unternehmer zeigte. Neben der Familie, Freunden und dem sozialen Netzwerk sei der Beruf im Leben ein ganz wichtiger Faktor. Da man rund ein Drittel seiner Lebenszeit arbeite, sollte der Beruf auch Freude bereiten.

Den hohen Stellenwert der zentralen Berufs-Informationsveranstaltung belegten die Besuchermassen, die bereits ab der Eröffnung in die beiden Hallen strömten. An den Ständen gaben Ausbilder und Verantwortliche aus dem Personalwesen, insbesondere aber auch viele Auszubildende, Auskunft zu den jeweiligen Ausbildungsberufen und beantworteten Fragen. Einige zeigten beispielsweise eigens für die Messe gebaute Ausstellungsstücke oder andere Dinge aus ihrem Berufsalltag, an denen sich Interessierte schon ein wenig erproben konnten. Der Andrang an diesen Ständen war dann auch besonders groß - so beispielsweise beim Bagger-Simulator der Karl Krumpholz Rohrbau GmbH und der Werkzeugkisten-Baustation der Baugesellschaft Otto Mühlherr. Am Ende zogen Aussteller und Besucher ein rundum positives Resümee. 2023 soll der Dauerbrenner in seine dann 14. Runde gehen.

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