Kronach Festungs-Sanierung dauert fast 40 Jahre

Die Kronacher Festung Rosenberg ist nun Bestandteil der europäischen Festungsroute "Forte Cultura". Quelle: Unbekannt

1980 hat die Rundum- Erneuerung des Kronacher Wahrzeichens begonnen. In drei Jahren soll sie abgeschlossen sein.

Kronach - Bei Sanierung und Ausbau der Festung Rosenberg ist das Licht am Ende des Tunnels in Sicht. Die "Runderneuerung", die schon 1980 begonnen wurde, soll in den nächsten drei Jahren weitestgehend vollzogen sein, wie Stadtplaner Daniel Gerber bei der Stadtratssitzung am Montag erklärte.

Nach den Worten von Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein hat das jüngste Gespräch mit Vertretern der Regierung von Oberfranken untermauert, dass die Stadt weiterhin mit einer hohen, mindestens 90-prozentigen staatlichen Förderung rechnen kann. In der mit diesem Jahr auslaufenden Förderperiode ist die Wandlung der Festungsanlage hin zu einem Beherbergungs- und Tagungszentrum weiter fortgeschritten. Im Neuen Zeughaus entsteht aktuell ein "Großer Saal" für Tagungen und andere Veranstaltungen. Im Westflügel läuft die Sanierung von Gästezimmern. Im Alten Zeughaus werden ein Museumsbereich und neue WC-Anlagen eingerichtet. Bereits fertig ist die "Fränkische Galerie" im Kommandantenbau, von der Gerber sagt: "Dieses Museum spielt nach meiner Meinung in der ersten Liga."

2016, im ersten Jahr der neuen dreijährigen Förderperiode, soll der Saal als multifunktionaler Raum fertig werden. Weiter geht es mit der Sanierung von Gästezimmern im Ostflügel. Dort sind zudem ein Speisesaal und eine Rezeption vorgesehen. Geplant sind weiter eine Sicherheitsüberprüfung für den Bergfried und die Komplettierung der Löschwasser-Ringleitung. Nicht zuletzt soll die Festung künftig besser für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte erreichbar sein. Dafür würden Parkplätze geschaffen, von denen ein barrierefreier Zugang in die Festung führe. Für Busse komme dies allerdings nicht in Frage, wie Gerber auf Nachfrage von Winfried Lebock, CSU, erklärte. Eine solche große Lösung sei derzeit nicht finanzierbar.

Die Entscheidung für ein neues Nutzungskonzept habe sich als richtig erwiesen, so CSU-Fraktionsvorsitzender Jonas Geissler. "Heute strahlt die Festung wie eine Krone über Kronach." Geissler zeigte sich überzeugt, dass noch viel Potenzial in der Festungsanlage stecke. "Wir haben ein Schatzkästlein", bekräftigte Fraktionskollege Wolfgang Hümmer. Für ihn ist es wünschenswert, die Zufahrt in einen besseren Zustand zu bringen. Dafür, so Stadtplaner Gerber, würde es jedoch keine Fördermittel geben. "Jetzt geht es darum, die Festung mit Leben zu erfüllen", sagte Ralf Völkl, SPD. Die Einrichtungen wirtschaftlich zu betreiben sei das Gebot der Stunde. Für Tino Vetter, FW, ist es "wichtig, dass die Jugendherberge bald genutzt werden kann". Dieses Angebot habe für die Stadt große Bedeutung, insbesondere bei Großveranstaltungen wie Crana Historica, wo Zimmer sehr gefragt seien.

Karl H. Fick, SPD, erinnerte, dass die Stadt über die Jahre trotz hoher Förderung viel in die in ihrer Obhut stehende Festung investiert habe. Das Ergebnis könne sich sehen lassen. Dennoch wünscht er sich von der Verwaltung eine Aufstellung der städtischen Leistungen seit 1980. Dem entgegnete Carin Bülling, CSU, dass sie darin keinen Sinn, sondern nur unnötige Arbeit für die Verwaltung sehe. Das Geld sei doch offensichtlich gut angelegt.

Wer zur Festung will, muss durch die Obere Stadt. Dahin fahre jetzt kein Stadtbus mehr, was nach den Worten von Martina Zwosta, Frauenliste, vor allem ältere Menschen beklagen. Bürgermeister Beiergrößlein sagte, dass das Busnetz ohnehin auf den Prüfstand komme. Aktuell könne er jedoch kaum Bedarf nach Fahrten in die Obere Stadt feststellen. "Am Rathaus steigt im Monat vielleicht eine Person aus."

Einstimmig änderte der Stadtrat den Nutzungs- und Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Fröschbrunn. Damit wächst das Sondergebiet Bau-, Garten- und Zweiradmarkt um ein Grundstück.

 

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