Kronach Hochregallager erhitzt Gemüter

Die Firma Woco will möglicherweise weiter bauen. Doch im Stadtrat ist die Geschosshöhe nun zum Politikum geworden Foto: Julia Knauer

Ein möglicher Bau in der Industriestraße sorgt für Diskussionen.

Während zahlreiche Unternehmen in der Corona-Krise schwächelten, entschied sich die Firma Woco, ihren Produktionsstandort in der Kronacher Industriestraße weiter auszubauen. Nun soll an den Standort ein Hochregallager angegliedert werden. Dessen Planung führte im Kronacher Stadtrat am Montag jedoch zu Uneinigkeit. Die seitens des Unternehmens gewünschte Höhe der Halle behagte manch einem der Verantwortlichen nämlich nicht. Andere gaben zu bedenken, welche Folgen eine Entscheidung für den Wirtschaftsstandort haben könnte.

Betriebe in Kronach halten

„In den vergangenen Jahren sind in Kronach bereits zahlreiche Arbeitsplätze verloren“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Völkl. Folglich solle die Stadt ihr Möglichstes tun, um Betriebe zu halten. Aus diesem Grund schlage er vor, dass die maximale Höhe der Halle von zwölf Metern auf 21 Meter erhöht werde. Dem widersprach unter anderem Matthias Simon von den Freien Wählern. „Was hier gebaut werden soll, steht nicht für sich, sondern wird in der Industriestraße quasi am Eingangstor zu unserer Stadt stehen“, betonte er. Aus diesem Grund müsse man vorsichtig sein, wenn man einen turmartigen Bau zulasse, der sich mitunter negativ auf den Blick auf die Stadt auswirke.

Maximalhöhe von 15 Metern

Dem stimmte auch Daniel Gerber, Abteilungsleiter des Städtischen Hochbauamtes, zu. Zwar werde es sich bei dem Bau keineswegs um einen Turm handeln, man dürfe jedoch nicht vergessen, dass es sich um eine Hochregalhalle handle und nicht um ein Bauwerk, das primär nach architektonischen Ästhetikmaßstäben errichtet werde. „Unsere Fraktion würde auf eine Maximalhöhe von bis zu 15 Metern mitgehen“, erklärte Elisabeth Hoffmann, Stadträtin der Grünen. Dafür müsse der Bauträger aber dazu verpflichtet werden, eine angemessene Fassadengestaltung durchzuführen.

Nach weiteren Wortmeldungen der unterschiedlichen Fraktionen durfte sich Jens Schick, der den Kronacher Standort der Firma Woco als Projektentwickler betreut, zu Wort melden. „Kronach ist der Hauptproduktionsstandort für Woco. Und das Unternehmen ist sehr von unserer Stadt angetan“, berichtete er. Zuletzt habe man neue Produktionsflächen geschaffen. Werde dem Unternehmen nun jedoch der Raum, sich weiterzuentwickeln, nicht geboten, könne dies negative Auswirkungen auf den Standort haben.

Letztendlich gelang es den Fraktionen des Stadtrats, sich dennoch zu einigen. Zum Missfallen des Projektentwicklers legten sie eine Maximalhöhe von 15 Metern fest. aw

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