Kronach Lear-Beschäftigte zeigen Flagge

Peter Fiedler

Mehr als 100 Fahrzeuge sorgen für viel Lärm. Hupend fahren die Teilnehmer der Demo über die Industriestraße und die B 303 in Kronach. Sie protestieren gegen die geplante Werkschließung.

IG-Metall Fahnen und lautes Hupen der Autofahrer begleiteten den Autokorso. Foto: /Peter Fiedler

Kronach - Mit einem Autokorso hat die IG Metall am Donnerstag gemeinsam mit den Beschäftigten gegen die geplante Schließung der Produktion bei Lear in Kronach protestiert. Mehr als hundert Fahrzeuge beteiligten sich laut hupend und mit IG Metall-Flaggen an dem Korso, der in zwei Runden vom Lear-Werk in der Industriestraße über die Bundesstraße 303 und zurück fuhr.

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Die Teilnehmer unterstützten damit auch die Forderung der Gewerkschaft nach einem tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge und eine Anhebung der Einkommen um vier Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Weiter forderten sie, dass das Volumen der Einkommenssteigerung auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung zur Verfügung stehen soll und sie setzten sich für eine Verbesserung der gekündigten Tarifregelungen zur Beschäftigungssicherung durch Modelle der Arbeitszeitabsenkung mit einem Teilentgeltausgleich ein sowie für das Angebot eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses für alle Ausgebildeten nach bestandener Abschlussprüfung.

Nur der Anfang

„Ich bin stolz auf die Kolleginnen und Kollegen“, sagte Jürgen Apfel, Geschäftsführer der IG Metall, der am Straßenrand die Fahne schwenkte. „Sie haben völlig Recht, dass sie jetzt zeigen ‚Ihr könnt nicht alles mit und machen.’“ Es sei das Recht der Kollegen dagegen aufzustehen, dass ein Betrieb zugemacht werden solle, der Geld verdiene. Jürgen Apfel ist sich der Schwierigkeit der Lage bewusst: „Das ist eine Auseinandersetzung mit einem weltweit agierenden Konzern. Wir nehmen den Kampf an und werden ganz klar machen, um was es uns geht.“ Es gehe um die Menschen und als Gewerkschaft wisse man, dass es Alternativen gebe und auch Interessenten für den Standort und an den Produkten. Interessenten seien in Verkaufsverhandlungen mit Lear gewesen, aber das Unternehmen habe die Verhandlungen abgebrochen. „Dieser Autokorso ist jetzt erst einmal nur der Anfang“, so Apfel. Joey Schneider von der Betriebsseelsorge zeigte sich beeindruckt von dem langen Korso. „Es ist schön, dass die Leute spüren, wenn sie im Autokorso fahren, dass ihnen mit Solidarität begegnet wird“, so Schneider. Es sei bedauerlich, dass die Aktionäre nicht zufrieden seien, obwohl schwarze Zahlen geschrieben werden.