Kronach Mächtig Vorfreude auf die Rosenberg Festspiele

Heike Schülein
Laue Sommernächte und Theater unter freiem Himmel: Darauf können sich die Fans der Rosenberg Fetspiele schon jetzt freuen. Foto: /Archiv Frank Wunderatsch

Auch heuer gibt es wieder Theater auf der Festung. Die Vorbereitungen sind weit gediehen. Tickets gibt es ab Montag.

Kronach - Laue Sommerabende, Kronachs Wahrzeichen als traumhafte Kulisse, auf der Bühne ein tolles Ensemble bei drei großartigen Theater-Aufführungen: Auf all das dürfen sich die Besucher der Rosenberg Festspiele 2022 freuen. Start ist am 11. Juni mit der Premiere des Kinder- und Familienstücks „Aschenputtel“. Die Premiere von „Maria Stuart“ ist für den 17. Juni vorgesehen sowie von „Schtonk!“ am 15. Juli.

Hoffnung und Zuversicht

„Wir blicken voller Hoffnung und Zuversicht auf die neue Saison“, bekundete die künstlerische Leiterin Anja Dechant-Sundby, die beim Hauptstück „Maria Stuart“ selbst Regie führen wird. Bei Schillers spannenden Drama geht es um zwei starke Herrscherinnen, die bei ihrem Kampf um den englischen Thron von ihrem intriganten Hofstaat zu Rivalinnen gemacht und gegeneinander ausgespielt werden. In die Rollen der beiden Frauen schlüpfen Katja Klemt und Sabine Rossbach. 1800 in Weimar uraufgeführt, hat der Psychothriller um Macht, Neid und Menschlichkeit nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Gleiches gilt auch für das Abendstück „Schtonk!“. „Die gefälschten Hitler-Tagebücher sind ein Paradebeispiel für schlechten Journalismus. Jeder hat es geglaubt; keiner hat es hinterfragt“, wundert sich die Intendantin. Regie führt Stephanie Kuhlmann. Jede Menge gelacht werden darf auch beim diesjährigen Familienstück „Aschenputtel“. Das Sommermärchen frei nach den Gebrüdern Grimm in einer Stückfassung von Anne Scherliess, die auch die Hauptrolle übernehmen wird, gelangt unter der Regie von Bernd Berleb zur Aufführung. Garantiert ein Riesenspaß für Kinder wie auch die schon etwas Älteren.

Das neunköpfige Ensemble ist bunt gemischt - mit dem Stammpublikum bekannten Darstellern wie Bernd Berleb, Katja Klemt, Sabine Rossbach, Anne Scherliess und Gregor Nöllen. Neu dabei sind Volker Figge aus Berlin, Gerald Leiß aus Nürnberg und Lukas Reinsch, der an der Akademie für Darstellende Kunst Regensburg studiert und während der Proben seinen Abschluss macht. Hinzu kommt mit Artur Hieb ein weiterer junger Kollege. Die Schauspieler sind unter Vertrag; Online-Leseproben finden statt. Die Anreise ist am 22. April. „Die Mischung mit Menschen, die das Freilichttheater auf der Festung lieben, ist ganz toll“, würdigte die Regisseurin. Leider werde man aus Sicherheitsgründen erneut auf heimische Kleindarsteller verzichten müssen. Den Kontakt halte man aber in anderer Form aufrecht, beispielsweise als Regieassistenz.

Gedrehte Zuschauertribüne

Bürgermeisterin Angela Hofmann blickte auf eine sehr erfolgreiche vergangene Saison zurück. Dem großartigen Ensemble mit einem brillanten „Jedermann“ Uli Scherbel, den Regisseuren, Helfern sowie der perfekten Organisation vom Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb der Stadt Kronach mit Chefin Kerstin Löw gebühre größtes Lob. „Da hat wirklich alles gepasst“, lobte die Bürgermeisterin. Das neue Bühnenbild habe hervorragend zu den Stücken gepasst. Die gedrehte Zuschauertribüne mit Blick auf die Festung Rosenberg wird man auch heuer beibehalten.

Für ein attraktives, interessantes und zeitgemäßes Freilichttheater sei es , so Kerstin Löw, immer wieder notwendig, Bestehendes zu hinterfragen und zu erneuern. Daher werde man die Kulisse erneut weiter entwickeln. Aufgrund des vielen Regens im vergangenen Jahr habe man oftmals das Wasser von der Wiese schöpfen müssen. Dank der großzügigen Förderung der Oberfrankenstiftung bzw. des Bezirks Oberfranken konnte man ein mobiles Bühnenpodest für die Wiese anschaffen, die auch in dem Bereich für eine Regulierung des Wasserabflusses geschottert werde. Die Holzkonstruktion sorge für mehr Halt und verbessere zugleich die Perspektive bzw. Sicht des Publikums. Auf die Bühne erfolgt ein Lichteinfall; auch die Festungskulisse wird stärker angeleuchtet. Es wird auch wieder eine Nachtaufführung geben – dieses Mal für Maria Stuart, das auch als Schulaufführung zu sehen sein wird. Insgesamt werde 35 Mal gespielt.

Vorverkauf ab Montag

Der Vorverkauf startet am kommenden Montag. „Wir legen voller Zuversicht los, obwohl uns momentan noch die Rechtsgrundlage fehlt“, räumt die Tourismus-Chefin ein. Man gehe derzeit davon aus, die Tribüne voll – also ohne Abstandsregelung – besetzen zu können. Daher werden alle 515 Plätze pro Aufführung verkauft. Im Fall der Fälle könnten natürlich die Karten zurückgegeben werden; als Puffer seien auch wieder zusätzliche Sonder-Aufführungen möglich. Großer Dank gebühre den Sponsoren für deren Treue. Erfreulicherweise habe man auch neue gewinnen können. Unter diesen Vorzeichen schaue man voller Vorfreude auf eine Saison voller wunderbarer Theatererlebnisse.

Spielplan und Vorverkauf

• „Maria Stuart“ – Premiere: 17. Juni (20.30 Uhr); weitere Aufführungen: 25. Juni (22.30 Uhr), 9., 17., 22., 28. Juli, 6., 7. August, (jeweils 20.30 Uhr). • „Schtonk!“ – Premiere: 15. Juli (20.30 Uhr); weitere Aufführungen: 16., 23., 29., 30., 31. Juli, 4., 5. August (jeweils 20.30 Uhr).• „Aschenputtel - Ein Sommermärchen“ – Premiere: 11. Juni (15 Uhr); weitere Aufführungen: 18. Juni (11 Uhr), 25. Juni (15 Uhr), 3. Juli (11 Uhr), 9., 24. Juni, 7. August (jeweils 15 Uhr). • Vorverkauf: auf www.rosenbergfestspiele.de, bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen und in der Touristik-Information Kronach, Telefon 09261/97236.

 

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