Kronach Mit Jazz und Swing ins neue Jahr

Peter Müller

Endlich wieder live vor ausverkauftem Haus: Bei seinem Neujahrskonzert im Kronacher Kreiskulturraum hat das „Blue Moon Orchestra“ alle Register aus Jazz und Swing gezogen.

Besser konnte der Neuanfang der Live-Auftritte des „Blue Moon Orchestras“ von Marco Plitzner nach der langen Pandemie-Pause nicht gelingen. Alle Musiker und Solisten waren bester Stimmung, und der große Kreiskultursaal war ausverkauft. Über das Konzert mit dem Start in „A Swinging New Year“ waren Marco Plitzner und seine Musiker ebenso aus dem Häuschen wie die erwartungsvolle Fangemeinde.

Zunächst ließ das Ensemble die Musik mit „Blende auf“ und „Let’s Dance“ für sich sprechen, bevor Plitzner als Moderator so unterhaltsam wie sachkundig durch das Programm führte. Zeitsprünge zwischen den Anfängen des Jazz, den Entwicklungen nach den Weltkriegen und schließlich der weltweiten Verbreitung brachten Spannung in den bewegenden Abend. Vorgestellt wurde auch das jüngste Album des Orchesters, „It’s Cotton Club Time“. Darauf sind berühmte Werke aus Chicago sowie von West- und Ostküste zu hören, ebenso bekannte Melodien großer Tanzorchester – Count Basie, Kurt Henkels, Kurt Edelhagen, Erwin Lehn, Werner Müller – sowie zeitgenössischer Swing, etwa von Amy Winehouse.

Beliebte Solisten

Für den Gesang waren wieder die beliebten Solisten von „Blue Moon“ zuständig. Frenetisch begrüßt wurde Uli „Satchmo“ Böhm, der als Sänger ebenso begeistert wie an der Trompete. Als „Satchmo“ legte er mit dem Song „The Sheik of Araby“ gut vor. Gleich darauf sprang für die übrige Zeit als Sänger der weiteren Highlights Franz Langer mit „Chicago“ auf die Bühne. Sein weibliches Pendant in dem Konzert war Sandy Härtl, ihre Kollegin Evelyn Mahjour musste wegen Krankheit passen. Einige der Künstler, etwa Ninette Soyer-Plitzner am Saxofon, waren ebenfalls angeschlagen, hielten aber tapfer bis zum Ende durch. Selbst Oliver Hardy, der am Schluss von seinem Bandleader für vier Wochen ins Krankenhaus verabschiedet wurde, trieb mit seinem Kumpel Stan Laurel seine Späße auf der Bühne.

Stehende Ovationen

Nach der Pause waren zunächst kleinere Besetzungen zu hören, etwa ein Swingtett zum Song „Fly me to the moon“ sowie die Rhythmusgruppe, die mit dem „King Porter Stomp“ zu „Mr. Bojangles“ hinführte. Die vier Trompeter wollten dem nicht nachstehen und intonierten „Der verliebte Jazztrompeter“, wobei sich Uli Böhm, Jürgen Sprenger und Frank Brixel als Gesangstrio auszeichneten. Dazwischen war immer wieder das ganze Orchester mit seinem „Blue-Moon-Sound“ und Melodien von Benny Goodman, Glenn Miller bis Hugo Strasser zu genießen – bis am Ende die unvergängliche Melodie von „Lili Marleen“ erklang. Gewaltiger Applaus und stehende Ovationen belohnte die Musiker. Mit „Sing, Sing, Sing“ und „Things“ beendete das Blue-Moon-Orchestra dieses großartige Neujahrskonzert.

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