Kronach Nachfrage nach Schnelltests explodiert

Das Rote Kreuz bietet Schnelltest-Kurse an. Foto: picture alliance/dpa/Hauke-Christian Dittrich

Viele Firmen wollen ihre Angestellten gut geschützt wissen. Beim Roten Kreuz rennen sie dabei offeneTüren ein. Der Kronacher Kreisverband bietet nun erste Kurse dazu an.

Kronach - Schnelltests sollen helfen, die Corona-Pandemie in Schach zu halten und eine möglichst hohe Sicherheit gerade in Einrichtungen, Institutionen und Unternehmen zu erlangen. Der BRK-Kreisverband Kronach hat jetzt sein Schulungsangebot um die Einweisung in die Schnelltestungen für Mitarbeiter in Unternehmen erweitert. Erste-Hilfe-Ausbilder des BRK-Kreisverbands kommen hierfür direkt in die Firmen. Auf Wunsch ist auch eine Schulung in den Räumlichkeiten des Roten Kreuzes möglich.

„Die Nachfrage von Firmen, die ihre Mitarbeitenden selbst auf Corona testen möchten, ist enorm“, erzählt Erste-Hilfe-Ausbilder Benno Ruhs, der bereits unmittelbar nach Einführung des neuen Angebots erste Kurse abgehalten und weitere Termine vereinbart hat. Die Testungen erforderten eine gezielte, umfassende – rund zweistündige – Ausbildung. „Die Schulung umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil“, erklärt Benno Ruhs, der über die Qualifikation für das Abhalten solcher Schulungen ebenso wie über Erfahrung als Tester verfügt. Neben dem richtigen Materialumgang und der Durchführung eines PoC-Tests („Point of Care“, also direkt vor Ort, ohne im Labor ausgewertet werden zu müssen) lernen die Teilnehmenden nötige Hintergründe zur Anatomie des Mund-Nasen-Rachenraums. Um die Schnelltests so sicher wie möglich durchführen zu können, erfahren sie zudem viel zum Thema Hygiene – vom richtigen Händedesinfizieren, dem richtigen Tragen einer FFP2-Maske bis hin zur weiteren persönlichen Schutzausrüstung. Alle Absolventen erhalten ein Zertifikat. Dies befähigt sie, Schnelltestungen vorzunehmen und auszuwerten.

An der Schulung Freiwilliger zur Durchführung von Corona-Schnelltests mittels eines nasalen Abstrichs können alle Mitarbeiter, auch ohne besondere medizinische Vorbildung, teilnehmen. „Es bieten sich hierfür natürlich Ersthelfende in den Betrieben an, da diese schon über gewisse Grundkenntnisse verfügen. Aber grundsätzlich ist die Einweisung für jeden möglich“, betont Benno Ruhs. Die Durchführung der Tests erfordert einen Abstrich aus dem Rachenraum über die Nase. Dabei gilt es, das Stäbchen in die Nase mit der Hand einzuführen und sich quasi bis zum Rachen vorzutasten. Nach etwa 15 Minuten kann das Testergebnis abgelesen werden.

Pionierarbeit

Der Kreisverband ist in der Region einer der ersten mit diesem Schulungsangebot. Dieses richtet sich an alle Unternehmen im Landkreis Kronach und – bei Bedarf – auch an angrenzende Landkreise. Wie groß der Bedarf ist, zeigt die hohe Nachfrage. Nicht alle Angestellten könnten im Homeoffice arbeiten. Viele seien zudem an mehreren Standorten oder Zweigwerken in unterschiedlichen Landkreisen oder auch im Ausland unterwegs. Infektionsketten rasch zu unterbrechen, schnell Isolierungs- der Quarantäne-Entscheidungen treffen zu können und zu verhindern, dass sich das Coronavirus in dem Unternehmen durch Mitarbeiter verbreiten kann – darauf zielten die präventiven internen Prüfungen ab, gerade auch beispielsweise vor Dienstreisen. Die Schulungen machten insbesondere auch für Handwerksbetriebe Sinn, deren Mitarbeiter vor Ort zu den Kunden müssten. „Solche Schnelltestungen sind ein großer Beitrag zur zusätzlichen Sicherheit und natürlich auch, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten“, verdeutlicht er, dass die Zeit ein entscheidender Faktor für die Eindämmung des Coronavirus sei.

Anfrage aus Berlin

Entwickelt wurde die vom Deutschen Roten Kreuz ausgearbeitete und vom Landesverband übernommene Ausbildung in Kooperation mit dem Fachdienst CBRN ( E ) – eine Spezialeinheit gegen Gefahren aus chemischen, biologischen, radiologischen, nuklearen und explosiven Stoffen. Maßgeblich involviert war BRK-Mediziner Dr. Peter Sefrin, Fachmann für Notfallmedizin und Rettungswesen.

Das Anbieten von Schulungen ist satzungsgemäße Aufgabe des BRK, um in Notfällen richtig handeln zu können, aber auch um präventiv tätig zu werden. Hintergrund für das Schulungsangebot war die Suche des Bundesgesundheitsministeriums nach freiwilligen Testern in Einrichtungen wie beispielsweise Seniorenhäusern, um das medizinische Fachpersonal zu entlasten. Auf diesen Bedarf der Politik habe man schnell reagiert. Neben den Hygiene- und Abstandsregeln seien vor allem die Testungen wichtiger Bestandteil der Pandemie-Bekämpfung.

 

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